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Wie zwei Surfer die Welt an ihren Abenteuern teilhaben lassen

Mehr als 100 Stunden Videos und 130.000 Fotos brachten die Jungs von ihrer Reise mit.
Mehr als 100 Stunden Videos und 130.000 Fotos brachten die Jungs von ihrer Reise mit. (© 2016)

Raus aus dem Büro, rein ins Meer. Zwei Surfer aus Hamburg erfüllen sich diesen Traum und reisen monatelang durch Südamerika. Den Trip ihres Lebens teilen sie mit anderen per Fotos, Videos und Rezepten.

Schon seit zwei Stunden kämpfen sich Johannes Riffelmacher und Thomas Kosikowski mit dem Geländewagen durch die felsige Steppe im äußersten Norden Mexikos. Weit und breit keine Spur oder Piste zu sehen, nur Geröll. Einheimische Surfer hatten ihnen unter der Hand von einem besonderen Spot in Baja California Norte erzählt. Tatsächlich sind die Wellen an der mexikanischen Pazifikküste monströs, das Wasser ist eiskalt. "Wetsuits haben wir leider vergessen. Jetzt heißt es frieren und nicht absaufen. Hier draußen ist man völlig auf sich allein gestellt", erzählt Jo. Am Abend zuvor hatten die beiden in der Wüste ein "leckeres Bohnenchili" auf dem Lagerfeuer gekocht und sich in ihre Zelte verkrochen. Nachts wurde das Wüstencamp von einem Rudel wilder Kojoten heimgesucht, die sich an den Resten des Eintopfs vergriffen. "Was die Tiere nicht ahnten, war die Menge an Chilis, die wir in dem Topf versenkte", sagt Cozy und lacht. Ihre brennenden Schnauzen haben die Diebe schnell in die Flucht geschlagen.

Durch sieben Länder: Der Trip ihres Lebens

Von solchen Geschichten ist ihr Alltag voll, seit Cozy und Jo (wie sie von allen genannt werden) 2014 zum Trip ihres Lebens aufbrachen. "Uns stand der Sinn nach einem knackigen Abenteuer. Wir wollten einfach nicht länger in Büros rumhängen, sondern unser Ding machen", erinnert sich der gelernte Grafiker Jo. Zwölf Monate Auszeit sollten es eigentlich werden. Spätestens als sich die beiden Franken, die seit ihrer gemeinsamen Zeit als Sprayer befreundet sind, die Tickets nach Kuba kauften, wurde ihnen klar: Jetzt muss es losgehen! Sieben weitere Länder sollten folgen: Mexiko, Costa Rica, Nicaragua, Panama, Ecuador, Peru und Chile.

Festgelegt wurde die Route durch ihre gemeinsame Leidenschaft zum Surfen. "Der Blick auf dem Brett durch den Tunnel einer Welle ist das Schönste, das es auf der Welt gibt", so Jo. Und für einen guten Spot ist ihnen kein Weg zu weit. Gefunden haben sie die perfekte Welle dann tatsächlich: an der Pazifikküste Nicaraguas, wo sich über dem Nicaraguasee Winde bilden, die landeinwärts blasen. Viele Nächte verbrachten sie dafür in schäbigen Hotels, Hängematten oder zusammengerollt am Strand. "Man muss raus aus der Komfortzone. Erst dann merkt man, was das Leben wirklich wertvoll macht", so Cozy.

Unterwegs mit GoPro, Laptop und gutem Geschmack

Im Gepäck hatten sie Surfbretter und Badehosen, aber auch zwei Digitalkameras inklusive Stativ und Objektive, eine GoPro sowie einen Laptop und diverse Speichermedien. "Wir wollten unbedingt etwas mitbringen von dieser Reise", sagt der Fotograf Cozy. Das haben sie getan: Insgesamt 100 Stunden Videos, 130.000 Fotos und 200 Rezepte aus acht verschiedenen Ländern. Diese Datenmengen unterwegs zu sichern stellte sich als größte Herausforderung heraus. Im Internet zwischenspeichern war nicht möglich, weil die Datenübertragung in diesen Ländern zu langsam war. Daher wurden Fotos und Videos auf robuste Festplatten gepackt: "Diese mussten wir immer mit uns rumschleppen und hoffen, dass nichts verloren geht."

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Um Speicherplatz zu sparen, schnitten sie ihre Videos vor Ort auf dem Laptop. Herausgekommen sind einige gut drei Minuten lange Clips übers Surfen, Kochen und Feiern. Passend auf Songs geschnitten, sagen sie oft mehr über Land und Menschen aus als mancher langatmige Dokumentarfilm. Die besten Fotos packten Cozy und Jo mit ihren Reiseberichten in das Rezeptbuch "Salt & Silver. Reisen, Surfen, Kochen". Darin erzählen sie, wie sie mit Haien und Seelöwen auf den Galapagosinseln surfen, neben
Piranhas im Amazonas schwimmen und in Mexiko mit vorgehaltenen Gewehren abgeführt werden. Hier arbeiten sie auch seit Anfang dieses Jahres an der Fortsetzung: Für ihr zweites kulinarisches Surfbuch – "Tacos, Tequila, Tattoos" genannt – kurven sie durch die Baja California und streiten sich am Lagerfeuer mit Kojoten um das Chili.

Technik für unterwegs: Diese Geräte nutzen Jo & Cozy

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Die Botschaften wandern um die ganze Welt

Inzwischen können sich Jo (30) und Cozy (27) überhaupt nicht mehr vorstellen, in ihre alten Jobs zurückzukehren: "Früher sind wir auf den großen Fähren mitgetuckert, jetzt steuern wir unser eigenes Boot." Heute setzen sie Erfahrungen und Fähigkeiten aus ihren alten Jobs für eigene Ideen ein. Dabei ist ihnen eines auch klar: "Ohne die technischen Geräte wäre unser Projekt gar nicht möglich. Dank moderner Technik können wir von jeder Ecke der Welt aus Fotos und Filme produzieren, bearbeiten und innerhalb weniger Stunden über soziale Medien in die Welt schicken." Um danach wieder ganz entspannt aufs Brett zu steigen.

3 Tipps & Tricks von Joe & Cozy

1. Wie kann ich meinen Urlaub richtig gut dokumentieren?
"Auf jeden Fall immer geladene Akkus mitnehmen, denn die meisten abgefahrenen Motive findet man dort, wo es keine Hotels, keine Steckdosen und kein WLAN gibt. Wer respektvoll mit Einheimischen umgeht und ein paar Brocken der Landessprache spricht, erlebt fernab der Touristenpfade die spannendsten Sachen. Reisende sollten offen sein: Gute Fotos kann jeder machen, worauf es wirklich ankommt, sind die Geschichten dazu."

2. Welche Geräte brauche ich unterwegs wirklich?
"Für alles, was mit Action und Extremsport zu tun hat, heißt die Lösung GoPro plus Zubehör. Die Actionkamera ist easy im Gebrauch, und man kann sie fast überall befestigen. Wer lange oder oft unterwegs ist, sollte nur leichtes und kompaktes Gepäck mitnehmen – das gilt auch für die Technik. Eine gute Kompaktkamera, Festplatte, Laptop, Akkus und jede Menge Steckdosenadapter. Das reicht, um großartiges Material einzufangen und zu verarbeiten."

3. Wie bekomme ich beim Surfen gute Aufnahmen hin?

"Im Wasser ist die GoPro Hero4 Black Edition perfekt. Wer die Halterung aufs Surfbrett klebt, sollte an das Gehäuse noch ein Floaty Bag packen, damit die Kamera nicht untergeht, wenn sie doch mal vom Brett fliegt. Besser nach jeder Session im Meer mit Süßwasser abwaschen, ansonsten werden die Dichtungen mit der Zeit spröde!"

Diese und weitere Geschichten findest Du auch in der aktuellen Ausgabe des TURN ON Magazins 3/16, die in allen SATURN Märkten kostenlos ausliegen.

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