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Insider: So hart ist die Arbeit in einem Apple Store wirklich

Inszenierte Jubelstimmung? So hart sollen die Arbeitsbedingungen wirklich sein.
Inszenierte Jubelstimmung? So hart sollen die Arbeitsbedingungen wirklich sein. (©picture alliance / dpa 2016)

Keine Boni, überschaubarer Stundenlohn, kaum Aufstiegschancen – dafür satte Rabatte. Die Arbeit in einem Apple Store ist weit weniger paradiesisch, als man es auf den ersten Blick denken könnte. Eine ehemalige Angestellte eines britischen Apple Store packt jetzt aus.

Der Job im Apple Store ist offenbar kein Zuckerschlecken, weiß Business Insider zu berichten. Eine ehemalige Angestellte eines Apple Stores in Großbritannien enthüllte nun die Arbeitsbedingungen in einem Interview und gab interessante Einblicke in den mitunter harten Arbeitsalltag. Das ist insofern pikant, als dass jeder Mitarbeiter vor Tätigkeitsbeginn Verschwiegenheitserklärungen unterschreiben muss, nicht einmal ein Selfie im Apple-Shirt für die sozialen Netzwerke ist gestattet – Plaudereien über die Arbeitsbedingungen erst recht nicht.

Apple zahlt angeblich Stundenlohn von umgerechnet 10,50 Euro

So soll Apple in Großbritannien seinen Mitarbeitern in den hiesigen Verkaufsgeschäften einen Stundenlohn von etwa acht Pfund zahlen – umgerechnet also rund 10,50 Euro. Provisionen auf verkaufte Produkte erhalte man nicht, so die Ex-Mitarbeiterin. Viele können sich die hochpreisigen Produkte, die sie Tag für Tag verkaufen, selbst nicht leisten. Selbst für den Abschluss eines saftigen Unternehmens-Deals mit einem Volumen von mehreren 100.000 Pfund erhalte der Beschäftigte keinen Bonus.

Kaum Aufstiegschancen und internes Bewertungssystem

Vernichtend ist ebenfalls das Urteil zu den Aufstiegschancen. Selbst langjährige Mitarbeiter, die mehr Produkte als andere Kollegen an den Mann bringen, kämen kaum über den Status eines Expert oder Specialist hinaus. Von den Angestellten, welche die anonyme Insiderin kenne, hätte es niemand zum Manager eines Apple Store geschafft. Das interne Bewertungssystem – Kollegen müssen sich untereinander einschätzen – sorge ebenfalls für Missmut. Schließlich entscheide diese Praxis nicht zuletzt über Lohnerhöhungen oder Nachschulungen, so die frühere Mitarbeiterin.

Die Arbeit im Apple Store hat auch Vorteile

Auch der Umgang mit oftmals verärgerten Kunden an der Genius Bar sei nicht immer einfach. Im Gegenteil: Regelmäßig komme es zu Bedrohungen und gar Handgreiflichkeiten, bei denen die Polizei anrücken müsse. Selbst Morddrohungen würden ausgesprochen. Aber nicht alles sei schlecht gewesen, für Apple zu arbeiten habe auch Vorteile. So kommen Mitarbeiter in den Genuss von hohen Rabatten auf Produkte ihres Arbeitgebers, auch Aktien von Apple erhalte man zum Vorzugspreis. Gelegentlich habe man sogar direkten Kontakt zu Unternehmenschef Tim Cook.

Ob diese Aussagen der Wahrheit entsprechen, lässt sich natürlich nicht mit Gewissheit sagen. Erst im vergangenen Jahr packte ein angeblicher Ex-Mitarbeiter eines US-Stores aus, beschrieb Apple jedoch als äußerst angenehmen Arbeitgeber. Apple selbst hat auf Anfrage von Business Insider eine Stellungnahme zu dieser Thematik wie üblich verweigert.

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