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iOS-Sicherheit: Israelische Firma kann angeblich alle iPhones knacken

Von iOS 7 bis 12.3 ist Cellebrites Tool offenbar fähig, iPhones zu hacken.
Von iOS 7 bis 12.3 ist Cellebrites Tool offenbar fähig, iPhones zu hacken.

Cellebrite ist offenbar in der Lage, alle iPhones mit iOS 7 bis iOS 12.3 zu knacken. Damit bewirbt die israelische Spionage-Firma jedenfalls ihr neues Cracking-Tool UFED Premium. Das Unternehmen arbeitet nicht nur mit US-amerikanischen, sondern auch mit deutschen Sicherheitsbehörden zusammen. Das sind allerdings nicht alle Handelspartner.

Die Zeit, digitale Forensik für Ermittlungsbehörden nur hinter vorgehaltener Hand zu bewerben, ist vorbei. Cellebrite bewirbt das neue UFED-Tool (Universal Forensic Extraction Device) völlig offen auf Twitter (via Wired). Dort rühmte sich die Firma am Freitag damit, Sicherheitsmechanismen von iOS 7 bis 12.3 problemlos umgehen zu können sowie Android-Geräte inklusive relativ neuen High-End-Smartphones wie dem Samsung Galaxy S9 knacken zu können. Smartphones und Tablets von weiteren Herstellern wie Huawei, LG und Xiaomi werden auf der Produktseite von UFED Premium ebenfalls als entschlüsselbar angeführt.

UFED Premium kann laut der Firma zum einen Passwörter und PINs von iOS- und Android-Geräten knacken, zum anderen die komplette Datei- und Ordnerstruktur vom jeweiligen Smartphone oder Tablet ziehen. Im Falle von Android soll es dem Tool sogar möglich sein, auf bereits gelöschte Dateien zuzugreifen.

Apple versucht, Sicherheitslücken zu schließen

Bisher war die US-Firma Grayshift führend beim Umgehen von iOS-Sicherheitsmechanismen. Allerdings reagierte Apple im vergangenen Herbst und schloss die Lücken, die Grayshifts Spione nutzten. Wired zufolge ist das Unternehmen jedoch bereits dabei, einen neuen Zugang zu iOS zu finden. Cellebrite ist dem Konkurrenten diesmal also zuvorgekommen. Darüber hinaus ist die Firma bisher das einzige Unternehmen, das behauptet, iOS- und Android-Geräte knacken zu können.

Ermittlungsbehörden können UFED Premium käuflich von Cellebrite erwerben, was in der Vergangenheit für zusätzliche Kritik sorgte. Zum einen ist die Spionagefirma bekannt dafür, auch mit undemokratischen Staaten Geschäfte zu machen, zum anderen ist durch den Verkauf nicht kontrollierbar, in welche Hände die Geräte letztlich geraten. Beispielsweise wurde durch einen Bericht von Forbes im Februar bekannt, dass ein Gerät von Cellebrite für 100 US-Dollar auf eBay zum Verkauf stand. Derzeit bietet ein Online-Shop das UFED Touch2 Ultimate für rund 12.000 britische Pfund an.

Seit 2017 ist durch einen Leak bekannt, dass auch deutsche Ermittlungsbehörden mit Cellebrite-Technik arbeiten.

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