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iPhone-Apps geben Deine Standortdaten an bis zu 40 Unternehmen weiter

Viele iPhone-Apps teilen Deine Standortdaten mit zahlreichen Werbetreibenden.
Viele iPhone-Apps teilen Deine Standortdaten mit zahlreichen Werbetreibenden.

Bislang war Apple dafür bekannt, die Privatsphäre seiner Nutzer in besonderer Weise zu schützen – doch für viele Apps von Drittanbietern gilt das keineswegs. Ein neuer Bericht enthüllt, dass manche Programme die Standortdaten ihrer Nutzer an bis zu 40 Unternehmen weitergeben.

Das zumindest berichtet die New York Times. Die populäre Wetter-App WeatherBug etwa versorge bis zu 40 Unternehmen mit exakten Längen- und Breitengraden seiner Nutzer. Für ihre Untersuchung nahm die New York Times 20 iOS- und Android-Apps unter die Lupe, die ohnehin in Verdacht standen, genaue Standortdaten an weitere Unternehmen weiterzugeben. 17 von ihnen, WeatherBug inklusive, teilten präzise Standortdaten mit insgesamt 70 Unternehmen.

Zwar verlangt Apple von App-Entwicklern, erhobene Daten nur in anonymisierter Form weiterzugeben. Allerdings könnten die erfassten Daten potenziell schon in einen Kontext gesetzt werden. Als Beispiel dafür nannte die US-Zeitung die Mathematiklehrerin Lisa Magrin, die für die Recherche mit der New York Times zusammenarbeitete. Sie war die einzige Person, die Tag für Tag die Strecke von ihrem Zuhause in Mittelschule stets auf gleichem Wege absolvierte.

Für Werbetreibende mag diese konkrete Information zwar keine große Rolle spielen. Doch sobald sie näher wissen, für welche Services und Produkte sich Personen interessieren, werden derlei Daten sehr interessant – und könnten nicht zuletzt Entwickler von Apps dazu verleiten, die Daten ihrer Nutzer an Werbetreibende zu verkaufen, anstatt die App alternativ kostenpflichtig zu machen.

Daten von The Weather Channel für Hedgefonds ausgewertet

Bei einer anderen App namens theScore wurde aufgedeckt, dass diese Nutzerdaten an insgesamt 16 Firmen weiterleitet. Erzählt wurde den Usern der App jedoch fälschlicherweise, dass der Zugriff auf die Standortdaten dafür verwendet werde, um relevante "örtliche Teams und Spieler" vorschlagen zu können. Auch die Daten der bekannten Wetter-App The Weather Channel wurden, zumindest zeitweise, von einer IBM-Tochterfirma, der die App gehört, für sogenannte Hedgefonds ausgewertet.

Ob Apple hinsichtlich des Datenschutzes künftig noch restriktiver vorgehen wird, bleibt abzuwarten. Der iPhone-Hersteller positioniert sich als Schützer einer strikten Privatsphäre – ein brisantes Thema, das etwa zum Streit mit Facebook-Chef Zuckerberg führte. Tim Cook lobte vor einigen Wochen explizit die Europäische Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, von der er ein "großer Fan" sei.

Das sagt Alexander:
Brauchen wir einen noch strikteren Datenschutz oder sind die derzeit geltenden Gesetze ausreichend? Stört es Dich, dass Werbetreibende Deine Daten nutzen, um Dir vermeintlich passende Werbeanzeigen ausspielen zu können? Oder ist das für Dich einfach der Deal dafür, dass Du eine App kostenlos nutzen kannst? Meine Meinung: In den Beschreibungen der Apps muss klar kommuniziert werden, welche Daten erhoben werden und an welche Unternehmen sie weitergeleitet werden – und das nicht nur versteckt im Kleingedruckten, sondern ganz prominent.
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