News

iPhone gut verschlüsselt: FBI kann Apple-Gerät nicht knacken

Seit zwei Monaten versucht das FBI erfolglos, ein iPhone 5c zu entsperren.
Seit zwei Monaten versucht das FBI erfolglos, ein iPhone 5c zu entsperren. (©picture alliance / dpa Themendienst 2015)

Seit mehr als zwei Monaten versucht das FBI, ein iPhone 5c eines Terroristen zu knacken – bislang ohne Erfolg. Ein US-Richter hat Apple jetzt aufgefordert, das Smartphone zu entschlüsseln.

Das iPhone ist offenbar so sicher verschlüsselt, dass selbst das FBI nicht ohne Weiteres an den Inhalt des Geräts kommt. Das berichtet die Washington Post. Konkret geht es hierbei um ein iPhone 5c, das bei dem Terroristen Syed Farook aufgefunden wurde, der im vergangenen Dezember einen schweren Anschlag in San Bernardino verübte. Mittlerweile arbeite die US-Bundespolizei mehr als zwei Monate daran, die Verschlüsselung des Smartphones auszuhebeln. Ein US-Richter fordert von Apple nun drei Maßnahmen, die sich nur explizit auf dieses iPhone beziehen.

US-Richter fordert drei konkrete Maßnahmen von Apple

Apple soll demnach die automatische Löschfunktion deaktivieren, die bei mehrmaliger falscher Eingabe von Passwörtern greift und den Inhalt des Geräts löscht. Und das unabhängig davon, ob dieses Feature überhaupt aktiviert ist. Da das FBI bislang noch keine Passworteingaben getätigt habe, ist gar nicht bekannt, ob diese Sicherheitseinstellung greifen würde. Weiter fordere das FBI die Möglichkeit, Passwörter zu Testzwecken einzugeben. Wird ein Passcode mehrmals nacheinander falsch eingegeben, greift zudem ein Mechanismus, der künftige Eingaben nur mit zeitlichem Abstand erlaubt – auch diesen Sicherheitsschutz soll der iPhone-Hersteller deaktivieren.

iPhone 5c offenbar mit iOS 9, Verschlüsselungsmethode unklar

Als Betriebssystem auf dem iPhone 5c ist bereits die neueste Version iOS 9 installiert. Mit iOS 9 führte Apple bekanntlich die Möglichkeit ein, sogar sechsstellige Kennwörter zu vergeben. Unklar ist allerdings, welchen konkreten Schutz der Besitzer in diesem expliziten Fall wählte. Stellt Apple die vom FBI verlangte Software zur Verfügung, kann die Ermittlungsbehörde mittels der Brute-Force-Methode versuchen, das Passwort zu knacken. Ein sechsstelliger Passcode, der lediglich aus Ziffern bestehe, könne innerhalb von 22 Stunden geknackt werden. Das bestätigte Matthew Green, ein Professor für Kryptografie, gegenüber der Washington Post. Ein sehr sicheres Passwort aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen könne im schlechtesten Fall den Brute-Force-Attacken gar zehn Jahre standhalten.

Apple steht seit Jahren in der Kritik, die Arbeit von Ermittlungsbehörden unnötig zu erschweren. CEO Tim Cook wiederum wiederholt seit Jahren gebetsmühlenartig, die Apple-Geräte seien nicht zu entschlüsseln. Schließlich verzichte das US-Unternehmen aus Sicherheitsgründen auf eine solche Vorrichtung. Ob Apple gewillt und in der Lage ist, für das FBI in diesem konkreten Fall eine Hintertür einzubauen, erscheint vor diesem Hintergrund mehr als zweifelhaft.

Update vom 17. Februar, 14:27 Uhr: Apple hat sich mittlerweile mit einem offenen Brief zu Wort gemeldet und mit scharfen Worten Widerstand gegen die richterlichen Maßnahmen angekündigt.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben