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iPhone-Reparatur: Apple beliefert freie Werkstätten mit Originalteilen

Apple weicht die Restriktionen für iPhone-Reparaturen ein Stück weit auf.

Apple weicht die strikten Reparatur-Restriktionen für Drittanbieter auf. Zukünftig können auch freie Handy-Werkstätten ganz offiziell iPhone-Reparaturen durchführen – wenn sie nach den strengen Regeln des Herstellers spielen.

Freie Handy-Werkstätten sollen schon bald in der Lage sein, iPhones nach den gleichen Maßstäben zu reparieren, wie Apple selbst – ganz offiziell und mit dem Segen des Herstellers. Am Donnerstag kündigte das Unternehmen auf seiner Homepage das neue Reparatur-Programm an, mit dem Drittanbieter in der Lage sein sollen, Ersatzteile und Werkzeuge direkt von Apple zu kaufen.

Das Reparaturprogramm ist kostenlos, unterliegt aber strengen Regeln

Die Teilnahme am Reparaturprogramm soll für Werkstätten grundsätzlich kostenlos sein, ist jedoch an gewisse Bedingungen geknüpft. So müssen diese garantieren, dass sämtliche iPhone-Reparaturen von Mitarbeitern durchgeführt werden, die zuvor an einer speziellen Schulung teilgenommen und einen Onlinekurs besucht haben. Zudem darf Apple Betriebe ohne Angabe von Gründen aus dem Programm ausschließen und die Zusammenarbeit jederzeit beenden.

Gelten soll das Reparaturprogramm ohnehin nur für Reparaturen außerhalb der Garantiezeit und zunächst auch nur in den USA. Dort kämpft Apple seit Jahren erbittert gegen das sogenannte "Recht auf Reparatur". Dieses soll dazu führen, dass Hersteller Ersatzteile, Reparaturwerkzeuge und -Anleitungen grundsätzlich jedem zur Verfügung stellen müssen, der eine Reparatur an einem Gerät vornehmen möchte.

Apple steht für seine restriktive Reparatur-Politik in der Kritik

Kritiker sehen in der neuen Initiative von Apple deshalb einen Versuch, entsprechende Gesetzestexte in mehreren US-Bundesstaaten zu stoppen, indem man eine eigene Lösung präsentiert. Kritik kommt auch von der bekannten Reparatur-Website iFixit, die bemängelt, dass sich Reparaturbetriebe in eine einseitige Abhängigkeit von Apple begeben würden, wenn sie an dem Programm teilnehmen.

Zudem würden die Ersatzteilpreise, die Apple von den Drittanbietern verlangt, in einigen Fällen über dem liegen, was eine entsprechende Reparatur für Kunden im Apple Store kostet. Somit könnte durch die zertifizierten Reparaturbetriebe kaum ein Wettbewerb entstehen.

Grundsätzlich wird die Ankündigung von Apple aber selbst von Kritikern als Schritt in die richtige Richtung gewertet – und als Eingeständnis des Herstellers, dass das bisherige Vorgehen offenbar nicht länger zu rechtfertigen ist.

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