Kein Face ID: Android-Herstellern ist die Technik wohl zu teuer

Ähnliche Scanner wie Face ID sind den meisten Herstellern zu teuer.
Ähnliche Scanner wie Face ID sind den meisten Herstellern zu teuer. (©TURN ON 2017)
Patrick Schulze Fragt sich, wann VR-Brillen endlich so massentauglich werden wie in "Ready Player One".

Android-Hersteller machen bislang einen großen Bogen um Gesichtsscanner mit 3D-Sensoren, wie Apple sie für Face ID einsetzt. Der Grund sind dabei offenbar nicht technische Hürden, sondern der Preis der benötigten Bauteile. Hoffnungen, die Preise für die Sensoren könnten nach dem Launch des iPhone X sinken, haben sich offenbar nicht erfüllt.

Die Technik-Welt ist eigentlich ziemlich klein. Neue Technologien, mögen sie noch so revolutionär erscheinen, setzen sich meist innerhalb weniger Monate im Markt fest. Diese Erfahrung musste unter anderem Apple in den vergangenen Jahren mehrfach machen. Selbst wenn es dem Unternehmen gelang, mit einer Innovation wie der Dual-Kamera für Aufsehen zu sorgen, dauerte es nur wenige Monate, bis derartige Kamera-Systeme auch in günstigen China-Smartphones der Einsteiger-Klasse auftauchten. Doch im aktuellen Fall von Face ID ist das anders, wie Digitimes unter Berufung auf Industrie-Insider berichtet.

Der 3D-Sensor wäre eines der teuersten Bauteile am Smartphone

Natürlich nutzen auch andere Hersteller bereits Systeme zur Gesichtserkennung, aber einen 3D-Sensor, wie er im iPhone X sitzt, gibt es bislang eben nur bei Apple. Der Grund dafür sind offenbar nicht technische Hürden, sondern vor allem der Preis der Bauteile. Laut Insidern sollen die 3D-Sensoren derzeit zwischen 30 und 50 US-Dollar kosten, womit sie zu den teuersten Einzelbauteilen innerhalb eines Smartphones gehören dürften.

Gerade für die chinesischen Hersteller, die mit deutlich knapperen Margen kalkulieren als Apple, rechnet sich diese Investition offenbar derzeit nicht. Immerhin wären sie am Ende gezwungen, die höheren Kosten auf die Kunden umzulegen, und das für eine Technologie, die bislang noch keinen echten Vorteil gegenüber etablierten Entsperrtechniken wie dem Fingerabdrucksensor bietet.

Viele Hersteller haben angeblich die Pläne für 3D-Scanner verworfen

Dabei hatte es bei mehreren Herstellern bis vor wenigen Monaten wohl noch ziemlich konkrete Pläne gegeben, ähnliche Gesichtsscanner, wie sie im iPhone X verbaut sind, auch in eigenen Smartphones zu verwenden. Gescheitert sind diese Pläne demnach an der Tatsache, dass sich die Preise für die Bauteile nicht so entwickelt haben, wie von den Herstellern erhofft.

Derzeit würden sich die Unternehmen daher lieber auf andere technische Innovationen wie die künstliche Intelligenz konzentrieren. Zum ersten Mal seit Jahren sieht es also danach aus, als könnte Apple eine technische Innovation Mal wieder mehr als nur ein paar Monate lang exklusiv anbieten.

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