menu

Kein Netflix-Killer: So soll der Streaming-Dienst von Apple aussehen

Apple wagt wohl keinen Direktangriff auf Netflix.
Apple wagt wohl keinen Direktangriff auf Netflix.

Voraussichtlich am Montag wird Apple sein eigenes Streaming-Angebot für Filme und Serien bereitstellen. Doch einen echten Netflix-Konkurrenten sollte dabei wohl keiner erwarten.

Schon seit Monaten pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Apple plant den Launch eines eigenen TV-Streaming-Angebotes. Offiziell vorgestellt wird der Dienst erst am Montag, aber das US-Magazin Recode hat bereits am Donnerstag einige interessante Details zum geplanten Angebot veröffentlicht – und die sind durchaus überraschend. Denn anders als vermutet, bringt Apple wohl keinen Netflix-Konkurrenten an den Start.

Apple verkauft die Streaming-Dienste der anderen Anbieter

Einen vollwertigen eigenen Streaming-Dienst, wie ihn Netflix, Amazon Prime oder Maxdome bieten, will Apple offenbar gar nicht an den Start bringen. Stattdessen möchte das Unternehmen die Streaming-Pakete verkaufen, die es bereits gibt. In den USA hat sich der Konzern dabei laut Recode so namhafte Partner wie HBO, Starz oder Showtime gesucht und will deren schon bestehende Streaming-Dienste in Paketen vermarkten. Durch die Bündelung der Angebote will Apple dabei für Kunden günstigere Preise anbieten, als bei einer Buchung all dieser Dienste separat anfallen würden.

Apple würde dadurch also weniger zu einem direkten Netflix-Konkurrenten, sondern vielmehr zu einer Vermarktungsplattform für kleinere Streaming-Dienste. Zusätzlich garnieren könnte das Unternehmen die verkauften Streaming-Pakete mit ein paar selbstproduzierten Inhalten. Rund eine Milliarde US-Dollar hat der Tech-Riese laut einem Bericht von The Verge in die Hand genommen, um über 20 eigene Serien und Dokumentationen zu produzieren. Dabei soll es sich hauptsächlich um familienfreundliche Inhalte handeln.

Vorbild Amazon?

Einen ähnlichen Weg, auch die Streaming-Dienste anderer Anbieter zu vermarkten, beschreitet bereits Amazon. Auf seiner Streaming-Plattform bietet der Konzern neben Prime Video noch die sogenannten Prime Channels an. Das sind kleinere Streaming-Pakete von Drittanbietern wie Eurosport, Starz, AXN, MGM oder Universal. Das Konzept, das Apple offenbar verfolgt, ist nicht gänzlich neu.

Für Deutschland möglicherweise nicht relevant

Bislang deutet leider vieles darauf hin, dass die Apple-Streaming-Plattform zunächst mal exklusiv in den USA starten wird und wohl nicht nach Deutschland kommt. Das liegt vor allem daran, dass viele der Partner, die Apple in den USA hat, in Deutschland schon längst mit anderen Anbietern kooperieren oder gar nicht vertreten sind. So bietet HBO seine Streaming-Inhalte hierzulande beispielsweise exklusiv über Sky an, während Starz schon bei Amazon vertreten ist.

Wird der Datenschutz zum Knackpunkt?

Der wohl größte Player auf dem Markt, nämlich Netflix, hat indes schon verkündet, nicht mit Apple zusammenzuarbeiten. Der Grund dafür sollen vor allem die Nutzerdaten sein. Auf die verlangt Apple nämlich angeblich Zugriff, wenn es die Streaming-Dienste von anderen Anbietern vermarktet und logischerweise hat nicht jeder Anbieter ein Interesse daran, seine Kundendaten mit einem anderen Unternehmen zu teilen.

Bemerkenswert ist, dass Apple als Unternehmen, das bei anderen Firmen gerne die Weitergabe von Nutzerdaten an dritte Parteien kritisiert, offenbar kein Problem damit hat, selbst solche Daten von anderen Firmen abzugreifen. Wie genau die Beziehung zwischen Apple und anderen Anbietern aber genau aussehen wird und welche Daten geteilt werden, wissen wir aber zum jetzigen Zeitpunkt ehrlicherweise noch nicht.

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Apple

close
Bitte Suchbegriff eingeben