Kein Scherz: Facebook erfindet neue Zeiteinheit namens "Flicks"

Brauchen Uhren in Zukunft auch einen Flick-Zeiger?
Brauchen Uhren in Zukunft auch einen Flick-Zeiger? (©Pixabay/Unsplash 2017)
Patrick Schulze Fragt sich, wann VR-Brillen endlich so massentauglich werden wie in "Ready Player One".

Hast Du Mal ein paar Flicks Zeit? Diese Frage könnten wir in Zukunft öfter hören. Facebook hat nämlich tatsächlich eine neue Zeiteinheit erfunden und dieser den Namen "Flicks" verpasst. Was es damit auf sich hat und warum Flicks besser sind als Sekunden, erklären wir Dir in den folgenden Zeilen.

Jahre, Monate, Wochen, Tage, Stunden, Minuten, Sekunden – und bald auch Flicks. Der Internet-Gigant Facebook hat etwas erfunden, was wohl noch kein Unternehmen vor ihm geschafft hat: eine neue Zeiteinheit. Ein Flick ist dabei ein Bruchteil einer Sekunde, genau genommen ein Siebenhunterfünfmillionensechshunderttausendstel (1/705.600.000 ) einer Sekunde. Dokumentiert haben die Entwickler das Ganze auf einer extra dafür angelegten Website bei GitHub.

Flick steht für Frame-Tick und dreht sich hauptsächlich um Video-Synchronisierung

Doch warum erfindet Facebook eigentlich eine eigene Zeiteinheit? Reichen Sekunden und Minuten denn nicht aus? Und was ist mit Nanosekunden? Die Antworten auf diese Fragen ergeben sich teilweise bereits beim Blick auf dem Namen "Flick". Dieser ist nämlich eine Abkürzung für "Frame-Tick" und hat mit der Bildwiederholrate von digitalen Videos zu tun.

Mit Hilfe der neuen Zeiteinheit Flick soll es Entwicklern möglich sein, die Video-Wiedergabe im Netz noch genauer zu synchronisieren, weil sie die Länge einzelner Frames besser berechnen können. Bei einer Videowiedergabe mit 24 fps dauert ein Frame demnach genau 29.400.000 Flicks, bei 30 fps dauert ein Frame 23.520.000 Flicks und bei 60 fps sind es nur noch 11.760.000 Flicks.

Anwendungsgebiet vor allem im Bereich Virtual Reality

Das Ganze klingt zugegebenermaßen ein wenig abgedreht und scheint zunächst einmal wenig Praxisbezug zu haben. Da die zugehörige GitHub-Seite aber den Titel OculusVR/Flicks trägt, könnte es den Entwicklern ganz praktisch darum gehen, mithilfe von Flicks die Wiedergabe von Virtual-Reality-Videos noch feiner abzustimmen und selbst minimale Latenzen zu eliminieren. Über herkömmliche Zeiteinheiten war dies bisher nämlich nie wirklich umfassend möglich.

Ob sich Flicks unter Entwicklern damit wirklich durchsetzen werden, ist unklar. Der Ansatz, eine neue Zeiteinheit zu erfinden, um damit ein ganz praktisches Problem zu lösen, klingt jedoch interessant. Wer des Englischen mächtig und selbst Entwickler ist und obendrein ein paar Flicks Zeit hat, kann sich die genauen Details auf der oben verlinkten Website näher anschauen.

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