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Keine Sorge, der Bundestrojaner kann Dein Handy nicht abhören

Der Bundestrojaner entpuppt sich offenbar als "Epic Fail".
Der Bundestrojaner entpuppt sich offenbar als "Epic Fail". (©picture alliance / blickwinkel/M 2016)

Seit dem 22. Februar ist der Bundestrojaner offiziell im Einsatz. Mit der Spionage-Software wollen Ermittler die Kommunikation von Terroristen abhören. Blöd nur, dass das Programm auf Android und iOS überhaupt nicht funktioniert – und auch sonst fast nicht zu gebrauchen ist.

Terroristen und Kriminelle sind längst im digitalen Zeitalter angekommen und nutzen Messenger wie WhatsApp, Telegram oder Threema für die Kommunikation. Das hat auch das Bundeskriminalamt erkannt und setzt seit dem 22. Februar mit dem Bundestrojaner eine Software ein, die in der Lage sein soll, die Internet-Kommunikation auf Computern und Smartphones zu überwachen. Allerdings scheint der Bundestrojaner das zu sein, was Internet-User allgemein als "Epic Fail" bezeichnen würden, wie nun die Welt am Sonntag berichtet.

Weitgehend nutzlose Überwachssoftware

So soll die Software für die Ermittlungsbehörden laut mehreren Quellen praktisch nutzlos sein. Das fange schon damit an, dass eine Kommunikationsüberwachung nur auf Rechnern mit Windows möglich sei. Andere Betriebssysteme wie Linux oder OS X werden nicht unterstützt. Noch gravierender ist allerdings, dass auch Smartphones vom Bundestrojaner nicht überwacht werden können, da dieser weder mit Android noch mit iOS funktioniert.

Bislang kann der Trojaner nur bei Skype mitlesen

Doch selbst Windows-Nutzer müssen sich offenbar keine großen Sorgen machen, dass die Regierung ihre Chats mitliest. Wie die Quellen der Welt am Sonntag berichten, scheint der Trojaner in seiner aktuellen Form nämlich nur mit Skype zu funktionieren. Andere Messenger lassen sich offenbar auch unter Windows nicht mitlesen oder abhören.

Bei den Ermittlungsbeamten der Polizei steht der Bundestrojaner deshalb in der Kritik. "Egal ob Dschihadisten oder Rechtsextremisten. Sie alle kommunizieren über WhatsApp oder andere Instant-Messenger. Skype abzuhören bringt bei diesen Leuten nicht viel", sagte ein LKA-Beamter der Zeitung. In der aktuellen Form sei die Überwachungssoftware kaum zu gebrauchen.

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