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Klage gegen Apple – weil iOS 8 ein Speicherfresser ist

Wer iOS 8 nutzt, muss dafür auf bis zu 3,5 Gigabyte Speicher verzichten.
Wer iOS 8 nutzt, muss dafür auf bis zu 3,5 Gigabyte Speicher verzichten. (©CC: Flickr/SirMo76 2014)

Bis zu 23,1 Prozent des internen Speichers sollen von iOS 8 belegt werden – zu viel, wie zwei Amerikaner finden. Gerade weil Apple nicht ausdrücklich darauf hinweist, dass somit deutlich weniger lokaler Speicherplatz zur Verfügung steht, als Käufer eines iPods, iPhones oder iPads erwarten.  Nun wollen die Männer Apple verklagen.

Die Anklageschrift wurde am Dienstag bei einem kalifornischen Gericht eingereicht, wie Apple Insider berichtet. In ihr werfen Paul Orshan und Christopher Endara Apple vor, dass der Konzern Käufer nicht darauf hinweist, wie viel Speicherplatz durch iOS 8 blockiert wird. Rund 3,5 Gigabyte beanspruche das Betriebssystem demnach. Das tut insbesondere Nutzern weh, die Apple-Produkte in den kleineren Speichervarianten besitzen. Die beiden Kläger behaupten, dass mit jedem belegten Gigabyte rund 500 Fotos weniger auf dem Gerät abgelegt werden können.

Bis zu 23,1 Prozent des Speichers werden durch iOS 8 blockiert

Laut der Anklageschrift besitzt Paul Orshan zwei iPhone 5s sowie zwei iPads, die allerdings nur über 16 GB Speicher verfügen. Christopher Endara hingegen nutzt ein iPhone 6 – ebenfalls in der kleinsten Speichervariante mit 16 GB. Je nach Gerät blockiert iOS 8 unterschiedlich viel Speicher der verfügbaren 16 Gigabyte, wie Apple Insider zeigt. Bei einem Apple iPod touch sind dies 23,1 Prozen. Etwas besser sieht es beim iPad und dem iPad Air, wo von den 16 GB "nur" 21,3 Prozent belegt werden. Beim iPhone 6 Plus sind es 20,6 Prozent, und am besten kommen noch das iPhone 6 mit 18,8 Prozent und das iPhone 5s mit 18,1 Prozent an blockiertem Speicher weg.

Modelle mit 16 GB Speicher werden eher unbeliebter

Somit würden Käufern sehr viel weniger Daten auf ihrem MP3-Player, Smartphone oder Tablet hinterlegen können, als von Apple suggeriert werde. Schon beim iPhone 6 und iPhone 6 Plus zeigt sich, dass die 16 GB-Variante der Produkte immer unbeliebter werden dürften. Denn bei dem aktuellen Apple-Smartphone steht Käufern keine 32-GB-Variante mehr zur Verfügung, sondern nur Modelle 64 und 128 GB. Dementsprechend greifen immer mehr Käufer auf die 64-GB-Variante zurück, was Apple in diesem Jahr rund drei Milliarden Dollar Mehreinnahmen einbringen dürfte.

Alles Taktik, um die iCloud zu stärken?

Die beiden Kläger werfen Apple zudem nicht nur eine Täuschung der Nutzer vor – sondern auch ein Geschäftsmodell, um die Nutzerzahlen bei dem Cloud-Service iCloud in die Höhe zu treiben. Denn anders als bei Smartphones wie dem Samsung Galaxy S5 oder HTC One M8 lässt sich der Speicher von iPods, iPhones und iPads bekanntermaßen nicht mit einer microSD-Karte erweitern. Dementsprechend müssen Nutzer auf den Cloud-Speicher zurückgreifen – ein Grund, weswegen die Speichererweiterung ein Wunsch für das iPhone 6s oder iPhone 7 ist.

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