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Klage wegen FaceTime-Bug: Apple soll auf Hinweise nicht reagiert haben

Der FaceTime-Bug könnte Apple teuer zu stehen kommen.
Der FaceTime-Bug könnte Apple teuer zu stehen kommen.

Ein schwerwiegender FaceTime-Bug kann dafür sorgen, dass Nutzer unwissentlich ausspioniert werden – kurz nach Bekanntwerden dieser Sicherheitslücke flattert Apple auch schon die erste Klage ins Haus. Schlimmer noch: Das Unternehmen soll auf Warnungen im Vorfeld nicht reagiert haben.

Larry Williams II, ein Anwalt aus Houston (Texas), hat Apple auf Schadensersatz verklagt, meldet Bloomberg. Der Grund: Sein iPhone erlaube es Dritten, eidesstattliche Aussagen seiner Mandanten abzuhören. Wegen Fahrlässigkeit, Produkthaftung, falscher Darstellung und Verletzung der Garantie habe der Jurist Apple jetzt verklagt. "Intimste Gespräche", betonte Williams, würden "ohne Zustimmung" abgehört werden, was die Privatsphäre der Betroffenen verletze.

So funktionierte der FaceTime-Bug

Öffentlich bekannt wurde der gefährliche FaceTime-Bug erst am Montag. Durch eine Sicherheitslücke sei es möglich gewesen, Besitzern eines iPhones, iPads oder Macs über das Mikrofon zuzuhören, nachdem eine FaceTime-Anruf getätigt wurde. Das Problem daran: Man konnte bereits dann lauschen, wenn der Angerufene noch gar nicht abgenommen hatte.

Das funktionierte, in dem der Anrufer direkt nach dem FaceTime-Anruf eine weitere Rufnummer hinzufügte, also einen Gruppenanruf simulierte. Das Hinzufügen einer weiteren Nummer führte offenbar dazu, dass das Mikrofon des Erstgewählten aktiviert wurde. Zugleich wurde auch die Frontkamera eingeschaltet, womit ungewollt auch das Videobild übertragen wurde.

Apple hat offensichtlich auf frühe Warnung nicht reagiert

Mittlerweile hat Apple das erst vor wenigen Monaten eingeführte Gruppen-FaceTime serverseitig deaktiviert und einen Software-Fix noch für diese Woche angekündigt. Wenngleich Apple auf den ersten Blick vorbildlich und zeitnah reagierte, rückt ein neuer Bericht von The Verge die Sache in ein anderes Licht. Demnach sei Apple schon am 20. Januar, also rund eine Woche vor Bekanntwerden des FaceTime-Bugs, auf Twitter über die Sicherheitslücke informiert worden. Absender: Die Mutter eines 14-jährigen Teenagers, der die Schwachstelle am 19. Januar entdeckt haben soll.

"Mein 14 Jahre alter Sohn hat kürzlich eine schwerwiegende Sicherheitslücke entdeckt, als er Gruppen-FaceTime nutze, um zwei Freunde anzurufen", schrieb die Mutter des Jungen an den Support von Apple. Reaktion: offenbar keine. Am 25. Januar schickte die Mutter, die als lokale Anwältin im US-Bundesstaat Arizona tätig ist, eine formale Mitteilung an den iPhone-Hersteller. Warum Apple auf die Warnungen so spät reagierte, wird die Zukunft zeigen. Der Bug könnte Apple jedenfalls teuer zu stehen kommen.

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