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Mehrheit der US-Amerikaner ist gegen Apple im FBI-Streit

Im Streit mit dem FBI ist die Mehrheit der US-Bürger gegen Apple.
Im Streit mit dem FBI ist die Mehrheit der US-Bürger gegen Apple. (©picture alliance / dpa 2016)

Im Streit mit dem FBI erhält Apple viel Zuspruch, aber auch ordentlich Gegenwind. Eine neue Umfrage enthüllt: Etwas mehr als die Hälfte der US-Amerikaner ist der Ansicht, der iPhone-Hersteller solle die Behörde beim Entsperren des iPhones unterstützen. Unterdessen hat sich Tim Cook in einer Mail an seine Angestellten gewandt.

Apples Weigerung, dem FBI beim Entsperren eines Terroristen-iPhones zu helfen, wird in der Öffentlichkeit weiterhin heiß diskutiert. Zumindest eine Mehrheit der US-Amerikaner würde eine Zusammenarbeit mit dem FBI in diesem speziellen Fall befürworten, berichtet The Verge. Eine Umfrage des Pew-Forschungszentrums mit 1002 Teilnehmern zeigt: 51 Prozent der Befragten begrüßen das Entschlüsseln des iPhone 5c durch Apple – und vertreten damit eine andere Position als das US-Unternehmen selbst. Lediglich 38 Prozent der Umfrageteilnehmer unterstützen Apples Verweigerungshaltung. Die Umfrage wurde telefonisch durchgeführt.

Selbst iPhone-Besitzer befürworten Zusammenarbeit mit dem FBI

Beschränkt man die Ergebnisse auf die Teilnehmer mit einem Smartphone, erhält man nahezu das identische Stimmungsbild. Hier beträgt das Verhältnis 50 zu 41 Prozent – ebenfalls für die US-Ermittlungsbehörde. Selbst wenn man ausschließlich die iPhone-Besitzer in die Befragung mit einbezieht, gewinnt weiterhin das FBI. Allerdings denkbar knapp: So unterstützen 47 Prozent die Forderung des FBI, 43 Prozent begrüßen hingegen Apples standhaftes Verhalten. Donald Trump zählt hingegen nicht zu den Unterstützern von Apple.

Zuspruch für Apple von Mark Zuckerberg, Kontra von Bill Gates

Während Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der Seite von Apple steht, vertritt Microsoft-Gründer Bill Gates eine andere Haltung. Gegenüber der Financial Times sagte Gates: "Das ist ein konkreter Fall, in dem die Regierung nach Zugang zu Informationen fragt". Facebook-Chef Zuckerberg sieht das anders und teilte auf dem MWC in Barcelona mit, er hege Sympathie für Apple und Tim Cook. Allerdings glaube er nicht daran, dass eine sogenannte "Hintertür-Software" in Geräten grundsätzlich für mehr Sicherheit sorgen kann.

Apple-Chef Tim Cook fürchtet einen Präzedenzfall

Seine beharrliche Verweigerungshaltung hat Apple-CEO Tim Cook ausführlich in einer Mail an seine Mitarbeiter begründet. Es werde "keinerlei Toleranz oder Sympathien für Terroristen" gehegt – weder als Einzelperson noch als Unternehmen. Das US-Unternehmen helfe den Behörden natürlich, "Gerechtigkeit für die Opfer zu erlangen". Doch in diesem Fall sei der Sachverhalt ein anderer. Cook befürchte gar einen Präzedenzfall, die Bürgerrechte der Menschen seien ebenfalls in Gefahr. Cook würde es begrüßen, "wenn die Regierung ihre Forderungen zurückziehen würde". Ob das FBI und die US-Richter ihre Forderungen aber wirklich zurückziehen werden, bleibt mehr als zweifelhaft.

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