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So verwandelt sich ein Redakteur in eine PC-Spiele-Figur

Auf der CeBIT verwandelt Hewlett Packard Enterprise Menschen in Videospielfiguren.
Auf der CeBIT verwandelt Hewlett Packard Enterprise Menschen in Videospielfiguren. (©TURN ON 2016)

Wäre es nicht toll, selbst zur Hauptfigur in einem Videospiel zu werden? Auf der CeBIT 2016 konnte ich meinen eigenen Avatar erstellen. Die vorgestellte Technik von Hewlett Packard Enterprise könnte in Zukunft nicht nur für Games interessant sein, sondern vor allem auch fürs Online-Shopping.

In vielen modernen Videospielen ist das Erstellen der eigenen Spielfigur ein fester Bestandteil. So ist es für mich beispielsweise ein großer Spaß, in Games wie "Skyrim", "Fallout 4" oder "Mass Effect" einen Charakter zu bauen, der mir selbst möglichst ähnlich sieht. Doch egal wie sehr ich mich bemühe, so bekomme ich am Ende doch nur eine ungefähre Ähnlichkeit hin.

Ein neuer Avatar-Scanner auf der CeBIT 2016

Dank Hewlett Packard Enterprise (HPE) könnte es aber in Zukunft deutlich einfacher werden, ein genaues Abbild von sich selbst zu erschaffen. Gemeinsam mit den Spezialisten für 3D-Technologie von Doob und Quantum Matrix sowie dem Unternehmen Physan, das sich auf digitale Bekleidung spezialisiert hat, zeigte HPE auf der CeBIT 2016 einen funktionsfähigen Avatar-Scanner. Ich selbst hatte dabei die Möglichkeit, mich innerhalb weniger Minuten als Avatar erstellen zu lassen.

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Noch gibt es mich nur in Fleisch und Blut. (©TURN ON 2016)

In wenigen Minuten zur eigenen Videospielfigur

Mein Part bei der Erstellung meines eigenen Avatars beschränkte sich darauf, ein personalisiertes Profil anzulegen, mich einmal in passender Pose in den erstaunlich großen und mit 64 Kameras ausgestatteten Scanner zu stellen und ein Foto von mir knipsen zu lassen. Da ich ein weißes Hemd trug, musste ich mir noch eine grüne Jacke überziehen, um mich innerhalb des Scanners deutlich vom Hintergrund abzuheben. Das Fotografieren selbst dauerte tatsächlich nur eine Sekunde. Kaum hatte sich die Tür der Scanner-Kammer hinter mir geschlossen, ging sie auch schon wieder auf.

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Anschließend konnte ich mir die Bilder, welche die Kameras von allen Seiten geknipst hatten, schon einmal auf einem PC-Monitor ansehen. Mit allem, was danach geschah, hatte ich selbst aber praktisch nichts mehr zu tun. Nun ging es nämlich daran, aus den aufgenommenen Fotos eine digitale Figur von mir zu basteln. Diese Aufgabe übernimmt natürlich eine Software. Nachdem die Figur erstellt ist, braucht diese natürlich auch noch ein Bewegungsmodell, sodass sich der Avatar später in virtuellen Welten hin und her bewegen kann.

Eine Spiele-Demo zeigte das Potential der Technik

Alles in allem dauerte dieser Berechnungsprozess etwa 50 Minuten. Da es auf der CeBIT 2016 auch noch genügend andere Sachen zu sehen gab, hatte ich in dieser Zeit natürlich genug zu tun, um mir am HPE-Stand nicht die Beine in den Bauch stehen zu müssen. Als ich später wieder zurückkam, war mein Avatar dann tatsächlich fertig und ich konnte diesen nicht nur bewundern, sondern ihn auch in verschiedenen Szenarien ausprobieren. So fand sich mein virtuelles Alter Ego plötzlich auf einem Laufband wieder oder musste in einem mittelalterlichen Dorf nach HPE-Symbolen suchen.

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Nach dem Fotografieren landeten unzählige Bilder auf dem PC. (©TURN ON 2016)

Insgesamt fand ich diese Demo sehr beeindruckend. Innerhalb weniger Minuten war ich zu einer digitalen Figur geworden und konnte mich als Charakter durch ein Videospiel steuern. Zwar gäbe es hier und da noch Verbesserungspotenzial – vor allem bei dem Lauf-Annimationen – für einen Prototypen arbeitet das System aber schon sehr gut.

Avatare sind auch fürs Online-Shopping interessant

Die Möglichkeiten, die sich für diese Technologie bieten, sind laut HPE riesig und beschränken sich nicht nur auf Videospiele. Vor allem Online-Shops, die sich auf Kleidung spezialisiert haben, könnten in Zukunft mit Avataren arbeiten. Kunden, die bereits über einen eigenen Avatar verfügen, können die Sachen dann schon mal virtuell anprobieren und schauen, wie gut diese passen. Und auch im Business-Bereich ließen sich die Avatare einsetzen. So könnten diese bei Videokonferenzen etwa in einem virtuellen Konferenzraum Platz nehmen.

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Mein fertiger Avatar sieht mir schon sehr ähnlich. (©Hewlett Packard Enterprise/ TURN ON 2016)

120.000 Euro für einen Scanner

Zugegeben, der Scanner selbst ist eher nichts fürs Wohnzimmer. Denn bei diesem handelt es sich um eine ziemlich große Kammer, die auf allen Seiten mit Kameras ausgestattet ist. Wirklich günstig ist der Prototyp, den es auf der CeBIT 2016 zu sehen gab, mit 120.000 Euro auch nicht gerade. Trotzdem: Genau wie beim 3D-Drucken wäre es durchaus denkbar, dass solche Avatar-Scanner irgendwann als Dienstleistungen angeboten werden: Termin machen, hinfahren, scannen lassen und fertig ist der eigene Avatar, mit dem man dann tun und lassen kann, was man möchte.

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