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Missbrauch von Marktmacht? EU greift Google wegen Android an

Google wird von der EU vorgeworfen, seine Marktmacht bei Android auszunutzen.
Google wird von der EU vorgeworfen, seine Marktmacht bei Android auszunutzen. (©Google 2015)

Die EU-Kommission greift Google erneut scharf an. Der Vorwurf: Mit dem weltweit am weitesten verbreiteten Smartphone-Betriebssystem Android nutzt der Online-Konzern seine Marktmacht aus und verdrängt andere Anbieter mit unfairen Methoden.

Bereits seit dem Jahr 2010 läuft ein Verfahren der EU-Kommission gegen Google. Darin wird der Vorwurf erhoben, dass Google vor allem bei der Produktsuche eigene Angebote bevorzuge. Jetzt hat die Kommission eine neue Breitseite gegen den US-Konzern abgefeuert. Nicht nur die Websuche, sondern auch das weltweit führende Smartphone-Betriebssystem Android verstoße nach Meinung der EU gegen Europäisches Recht, berichtet jetzt die BBC.

Zahlt Google Herstellern Geld für die Suche?

Und worum geht es in den Vorwürfen genau? Die EU glaubt, dass Google den Verbrauchern und auch den Telefonanbietern bei Android vorschreibt, bestimmte Google-Produkte nutzen zu müssen, weil diese als einzige oder standardmäßig auf den Android-Smartphones installiert seien. In manchen Fällen sei diese Praxis sogar Bedingung dafür gewesen, dass Google eine Lizenz zur Nutzung seiner Apps erteilt hat. Außerdem soll Google Smartphone-Herstellern sogar Geld dafür bezahlt haben, dass diese die Google-Suche als einzige auf ihren Geräten vorinstallieren.

Google bestreitet die Vorwürfe und betont, dass Android gut für den Wettbewerb sei, weil rings um das Betriebssystem eine ganze Branche entstanden sei, die auf offener Software und Innovation basiert. Sollte die Kommission ihre Vorwürfe untermauern können und eine Entscheidung über das mögliche unfaire Verhalten treffen, dann droht Google eine saftige Strafe. Möglich ist ein Bußgeld in Höhe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. In der Praxis ist eine so hohe Strafe bislang jedoch noch nicht verhängt worden. Nutzer, die ein Android-Smartphone haben, müssen sich aber keine Sorgen machen, konkrete Auswirkungen auf Kunden hat der Streit nicht.

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