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Nach Android-Bann: Intel & Qualcomm wollen Huawei nicht mehr beliefern

Schlag auf Schlag: Namhafte Chip-Hersteller wollen Zusammenarbeit mit Huawei beenden.
Schlag auf Schlag: Namhafte Chip-Hersteller wollen Zusammenarbeit mit Huawei beenden.

Nach dem Entzug der Android-Lizenz kommt es für Huawei jetzt knüppeldick: Große Chip-Hersteller wie Intel, Qualcomm oder auch Infineon wollen das chinesische Unternehmen offenbar nicht mehr mit Komponenten beliefern.

Das zumindest schreibt das Nachrichtenmagazin Bloomberg. "Bis auf Weiteres" werden die US-amerikanischen Chip-Hersteller Qualcomm, Broadcom und Xilinx Huawei nicht mehr mit Bauteilen beliefern, heißt es mit Verweis auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Wenngleich Huawei Chips für seine Smartphones etwa in Eigenregie baut, dürfte diese Entscheidung den Hersteller empfindlich treffen. Laut Nikkei habe auch das deutsche Unternehmen Infineon vorsichtshalber die Lieferung "bestimmter Produkte" eingestellt, wenngleich die meisten Komponenten in den USA nicht auf der schwarzen Liste stünden, wie ein Sprecher von Infineon betont.

Huawei ist auf Chips anderer Hersteller angewiesen

In seinen Smartphones verbaut Huawei für gewöhnlich eigene Prozessoren, ist aber für andere Produkte auf weitere Zulieferer angewiesen. So kommen etwa in Servern von Huawei oder im MateBook X Chips von Intel zum Einsatz, während Broadcom und Xilinx Chipsätze für das Netzwerkgeschäft der Chinesen liefern. Für einige Chips werde auch Qualcomm als Partner benötigt, heißt es. Lumentum Holdings, ein Zulieferer für Apples Face ID, hat laut Reuters die Geschäftsbeziehung mit Huawei ebenso auf Eis gelegt.

Vor Huawei, immerhin drittgrößter Smartphone-Hersteller der Welt, liegen schwere Zeiten. Nachdem US-Präsident Donald Trump Huawei am vergangenen Donnerstag auf eine schwarze Liste gesetzt hat, teilte Android-Entwickler Google vergangenes Wochenende das Ende der Zusammenarbeit mit Huawei mit – was den Transfer von Hard- und Software sowie technische Dienste wie den Google Play Store einschließt. Somit darf Huawei künftig nur noch die Open-Source-Lizenz von Android nutzen.

Welche kurz- und langfristigen Auswirkungen die jüngsten Entscheidungen auf das Geschäft der Chinesen haben werden, bleibt abzuwarten. In einem Statement erklärte Huawei, dass man weiterhin Sicherheits-Updates für alle bestehenden Geräte von Huawei und Honor bereitstellen werde. Auch die Entwicklung eines eigenen Smartphone-Ökosystems steht nach wie vor im Raum.

Das sagt Alexander:
Stürmische Zeiten für Huawei, und letztendlich – wie so oft – wohl für die Millionen Kunden. Ein Handelsstreit zwischen zwei Großmächten wird primär auf dem Rücken der Verbraucher ausgetragen. Was meinst Du: Sind die Sanktionen gerechtfertigt oder nicht?
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