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Nach Apple: Auch WhatsApp-Verschlüsselung ärgert US-Behörden

WhatsApp hat seit 2014 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
WhatsApp hat seit 2014 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. (©TURN ON 2016)

Während der Streit zwischen der US-Justiz und Apple um die Verschlüsselung des iPhones noch in vollem Gange ist, gerät bereits das nächste Tech-Unternehmen ins Visier der Behörden: der Messenger WhatsApp.

Im sogenannten Krypto-Krieg zwischen US-Justizbehörden und Tech-Unternehmen zeichnet sich der nächste große Streitfall ab. Wie die New York Times unter Berufung auf vertrauliche Regierungskreise meldet, wollen US-Ermittler stärkeren Einblick in die Verschlüsselung der Messenger-App WhatsApp haben. Nach dem Streit zwischen dem FBI und Apple um ein verschlüsseltes iPhone könnten sich die Behörden also demnächst auch mit der Facebook-Tochter anlegen. Bei einer Nutzerzahl von über eine Milliarde Menschen ist die US-Justiz an einem Zugang zu WhatsApp-Nachrichten natürlich besonders interessiert.

WhatsApp vs. US-Justiz: Ein Präzedenzfall?

Laut dem Medienbericht soll ein US-Bundesrichter in einem laufenden Verfahren eine Abhöraktion genehmigt haben, bei der die Ermittler jedoch an der Verschlüsselung von WhatsApp scheiterten. Der Messenger hatte im Ende 2014 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt, die es unmöglich macht, über den Server ein- und ausgehende Nachrichten zu lesen. WhatsApp reagierte damit auch auf die zunehmende Konkurrenz durch gut verschlüsselte Messenger wie Threema.

Ob der WhatsApp-Fall tatsächlich vor Gericht landet, sei laut dem Bericht bislang noch offen. Beobachter halten dies aber für durchaus möglich, um einen Präzedenzfall für zukünftige Streitfälle zu schaffen. US-Ermittler und Justizbehörden beschwerten sich in den vergangenen Monaten immer mehr über zu eingeschränkte Zugriffsrechte durch immer bessere Verschlüsselungsmethoden.

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