Nach Facebook-Datenskandal: Zuckerberg verspricht besseren Datenschutz

Zuckerberg verspricht besseren Datenschutz und mehr Transparenz für Facebook.
Zuckerberg verspricht besseren Datenschutz und mehr Transparenz für Facebook. (©Facebook/Mark Zuckerberg 2016)
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Nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica möchte Facebook-Chef Mark Zuckerberg den Datenschutz für seine Nutzer erhöhen. In einem Statement kündigte der Gründer der Plattform nun konkrete Schritte an.

Der Datenskandal um Facebook und das britische Verbraucherforschungsunternehmen Cambridge Analytica sorgt seit Tagen für Aufregung. Nun hat sich erstmals Facebook-Gründer Mark Zuckerberg selbst zu Wort gemeldet. In einem Statement, das er bei Facebook selbst veröffentlichte, ging Zuckerberg detailliert auf die Vorgänge rund um Cambridge Analytica ein und hat eine Strategie skizziert, mit der Facebook in Zukunft ähnliche Fälle von Datenmissbrauch verhindern möchte.

Daten von mehr als 50 Millionen Nutzern wurden missbraucht

Im Falle des aktuellen Skandals um Cambridge Analytica ging es um eine Drittanbieter-App, die in großem Stil Nutzerdaten von ihren Usern und den Personen in deren Freundesliste abgegriffen hat. Insgesamt kamen so Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern zusammen, die Cambridge Analytica dann möglicherweise verwendet hat, um etwa Wahlkampfwerbung für Donald Trump zu schalten.

Facebook tut laut Zuckerberg schon jetzt viel für die Datensicherheit

Laut Zuckerberg habe Facebook bereits 2014 einen wichtigen Schritt unternommen, um derartigen Datenmissbrauch zu verhindern. Seither seien Drittanbieter-Apps nicht mehr in der Lage, auf die Daten von Personen zuzugreifen, die Nutzer in ihrer Freundesliste haben. Zudem würden sämtliche Apps seither die explizite Zustimmung von Facebook benötigen, wenn sie auf sensible Nutzerdaten zugreifen wollen.

In Zukunft sollen Drittanbieter stärker kontrolliert werden

In Zukunft sollen sämtliche Drittanbieter-Apps bei Facebook gezielt auf ihren Umgang mit Nutzerdaten geprüft werden. Sollte sich dabei herausstellen, dass bestimmte Apps Daten in unrechtmäßiger Weise abgreifen, sollen diese von der Plattform verbannt werden. Zudem möchte Facebook den Zugang von Drittanbietern zu den Nutzerdaten weiter beschränken. So sollen sämtliche Zugriffsberechtigungen einer App beispielsweise automatisch deaktiviert werden, wenn ein Nutzer diese seit drei Monaten nicht mehr verwendet hat.

Zuckerberg verspricht mehr Transparenz für die User

Zusätzlich soll jeder Facebook-Nutzer einen besseren Überblick darüber erhalten, welchen Drittanbieter-Apps er Zugriff auf seine Daten gewährt hat. Dazu möchte der Anbieter in naher Zukunft ein neues Tool einführen, das direkt über dem Newsfeed auftauchen soll. Dieses Plus an Transparenz soll die User dafür sensibilisieren, welche Daten sie auf der Plattform teilen.

Zuckerberg hofft, mit diesen Maßnahmen das Vertrauen der Nutzer wiederherzustellen. Gleichzeitig möchte der Firmengründer natürlich auch die Investoren beruhigen. Diese haben wegen der sinkenden Aktienkurse der vergangenen Tage sehr viel Geld verloren. Insgesamt verloren Facebook-Aktien seit dem Bekanntwerden des Skandals rund 50 Milliarden US-Dollar an Wert.

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