Nein, Apple wird iOS und macOS nicht verschmelzen – nur ein bisschen

Ein klares Statement von Apple - oder etwa doch nicht?
Ein klares Statement von Apple - oder etwa doch nicht? (©Apple 2018)
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Apple hat auf der Keynote der WWDC einer möglichen Verschmelzung von iOS und macOS eine klare Absage erteilt. Gleichzeitig legt das Unternehmen aber die Grundlagen, die eines Tages doch zu solch einer Verschmelzung führen könnten.

Immer wieder gab es in den vergangenen Monaten Gerüchte, dass Apple an einem geheimen Plan arbeiten könnte, um iOS und macOS zu verschmelzen. Doch diesen Spekulationen erteilte Chefentwickler Craig Federighi am Montag auf der Eröffnungskonferenz der WWDC 2018 eine klare Absage. Nein, es werde keine Verschmelzung stattfinden. Diese mache aus Sicht von Federighi ohnehin keinen Sinn, weil iPad und Mac völlig verschiedene Produkte seien und verschiedene Nutzer ansprechen würden.

Ein bisschen Verschmelzung gibt es aber doch

Doch so klar, wie das Statement zunächst klang, war es dann doch nicht. Direkt im Anschluss kam Federighi nämlich auf das zu sprechen, woran Apple seit Jahren hinter verschlossenen Türen arbeitet: die sanfte Verschmelzung von iOS und macOS.

Apple-iOS fullscreen
Apple hat heimlich schon lange an der Verschmelzung gearbeitet. (©Apple 2018)

Tatsächlich, so Craig Federighi, arbeiten die Entwickler von Apple nämlich seit Längerem daran, iOS-Apps auch auf den Mac zu bringen. Dank teilweise identischer Software-Schnittstellen und -Fundamente von iOS und macOS möchte es Apple den Entwicklern nämlich leicht machen, ihre Apps mit minimalem Aufwand von iPhone oder iPad auf macOS zu portieren. Auf diese Weise könnten Tausende neuer Apps in den Mac App Store kommen. Sie sollen durch zusätzliche Funktionen wie Bildskalierung und Maus-, Tastatur- oder Touchpad-Steuerung optimiert werden.

Apple selbst hat mit HomeKit und Apple News bereits die ersten iOS-Apps portiert, die in diesem Jahr auf dem Mac nutzbar werden sollen. Ab 2019 können dann alle Entwickler die dafür nötigen Tools nutzen, um ihre iOS-Apps für den Mac fit zu machen. Vermutlich fällt der Startschuss zur WWDC 2019.

Apple rüstet sich für die Zukunft – wie auch immer die aussehen mag

Apple geht damit gewissermaßen den Weg von Google, das bereits seit Längerem Android-Apps auf Chromebooks ermöglicht. Und auch wenn das Unternehmen laut und deutlich sagt, dass iOS und macOS nicht verschmolzen werden, geht es nun doch den ersten Schritt, der eines Tages genau dazu führen könnte. Dumm ist diese Strategie keineswegs, denn auch wenn Apple aktuell tatsächlich keinerlei Pläne in diese Richtung haben sollte, bereitet sich der Konzern mit seiner neuen Strategie auf die Zukunft vor – und was die bringt, weiß man ja bekanntlich nie.

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