Neues Datenleck bei Facebook betrifft drei Millionen Nutzer

Mark Zuckerberg hat sich nach Cambridge Analytica einen weiteren Datenleak-Skandal eingehandelt.
Mark Zuckerberg hat sich nach Cambridge Analytica einen weiteren Datenleak-Skandal eingehandelt. (©picture alliance / AP Photo 2018)
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Die persönlichen Daten von drei Millionen Facebook-Nutzern waren jahrelang öffentlich zugänglich. Dazu zählen sogar intime Informationen über die Anwender. Kurz nach dem Datenleck rund um die Firma Cambridge Analytica ist das der nächste große Datenschutz-Skandal bei Facebook.

Die App myPersonality von der Universität Cambridge führte einen psychologischen Persönlichkeitstest mit rund drei Millionen Facebook-Nutzern durch. Das schreibt der New Scientist. Die Daten des Persönlichkeitstests wurden vier Jahre lang Hunderten Forschern auf einer unsicheren Website zur Verfügung gestellt. Die Infos umfassten dabei persönliche Details der Facebook-Nutzer sowie die Ergebnisse psychologischer Tests.

Passwort für persönliche Daten durch Websuche zugänglich

Sie sollten eigentlich in anonymisierter Form gespeichert und geteilt werden, doch aufgrund nachlässiger Vorsichtsmaßnahmen können die Daten angeblich recht einfach Individuen zugeordnet werden. Drei Millionen der Teilnehmer am Persönlichkeitstest stimmten zu, dem Forschungsprojekt neben den Quiz-Antworten Informationen aus ihrem Facebook-Profil zur Verfügung zu stellen. In den vergangenen vier Jahren stand ein funktionierender Nutzername und das zugehörige Passwort für den Zugriff auf alle gesammelten Daten zur Verfügung, die sich durch eine einfache Websuche ausfindig machen ließen.

Wusste Facebook schon lange Bescheid?

Die verantwortlichen Forscher David Stillwell und Michal Kosinski waren für ein Unternehmen namens Cambridge Personality Research tätig, das ein Werbetool verkaufte. Es sollte Werbung anhand der Nutzer-Persönlichkeit personalisieren. Facebook untersucht gerade die App und wird sie gegebenenfalls untersagen. Die Login-Daten funktionieren nicht mehr und die Website der App wurde aus dem Netz genommen.

Die Cambridge-Universität betont, dass die App vor dem Beitritt der Forscher zur Universität entwickelt wurde und dass sie nicht über App und Daten bestimmt. Laut Stillwell und Kosinski wusste Facebook schon seit 2011 über das myPersonaliy-Projekt Bescheid und hatte keine Bedenken geäußert, so der New Scientist. Schon durch Cambridge Analytica waren persönliche Daten von Facebook-Nutzern missbraucht worden.

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