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Nintendo-Chef Satoru Iwata gestorben: Wie geht's nun weiter?

Satoru Iwata konnte sein letztes großes Projekt, die Nintendo NX, nicht mehr zum Abschluss führen.
Satoru Iwata konnte sein letztes großes Projekt, die Nintendo NX, nicht mehr zum Abschluss führen. (©picture alliance / dpa / Andrew Gombert 2015)

Der Chef von Nintendo, Satoru Iwata, ist im Alter von nur 55 Jahren verstorben. Die neue Konsole Nintendo NX sollte sein letztes großes Projekt werden. Seit 2002 war Iwata Präsident des Unternehmens. Was bedeutet sein Tod für die Zukunft des Konzerns?

Am Samstag ist Nintendos Präsident Satoru Iwata im Alter von 55 Jahren an Krebs verstorben. Das bestätigte das Unternehmen am Montag in einer kurzen Presseerklärung. Iwata stand seit 2002 an der Spitze des japanischen Videospielriesen. Unter seiner Präsidentschaft erlebte der Konzern glorreiche Zeiten – in seiner Zeit wurden beispielsweise die Erfolgskonsolen Nintendo DS und Nintendo Wii eingeführt. Zuletzt allerdings wirkte das 1889 gegründete Unternehmen zunehmend glückloser – die Wii U dürfte gemeinhin als Flop angesehen werden. Die Zukunft der aktuellen Konsole – ungewiss. Noch vor wenigen Monaten hatte Satoru Iwato die Nachfolgekonsole Nintendo NX angekündigt, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Weitere Infos, so Iwata, sollten erst 2016 publik gemacht werden. Die beiden Manager Shigeru Miyamoto und Genyo Takeda sollen das Unternehmen jetzt gemeinsam weiterführen.

Für die Nintendo NX versprach Satoru Iwata eine Überraschung

In der Vergangenheit hatten sich die Unternehmenszahlen von Nintendo deutlich verschlechtert – auch wenn dieses Jahr nach drei Verlustjahren erstmals wieder ein Gewinn verkündet werden konnte. Satoru Iwata hatte deshalb vor wenigen Monaten eine Abkehr von seiner bisherigen Unternehmenspolitik eingeleitet. Der Fokus einzig und allein auf Spielekonsolen sollte wegfallen. Im März verkündete das Unternehmen mit Sitz in Kyōto, Anteile an der japanischen Firma DeNA – bekannt für die Entwicklung von Spielen für Smartphones – zu kaufen. Das Aushänge-Franchise "Super Mario" soll so auch den Weg auf Smartphones finden.

Für das japanische Traditionsunternehmen Nintendo ein schwieriger und mutiger Schritt – krempelt er das bisherige Geschäftsmodell doch erheblich um und stellt die Philosophie der Vergangenheit infrage. Die Hoffnung, mit der Nintendo NX in Zukunft einen wahren Kassenschlager zu landen, ist bei Nintendo groß. In einem Interview vor wenigen Monaten wurde Satoru Iwata zur kommenden Konsole befragt. Viel ließ sich der langjährige Präsident jedoch nicht entlocken. Nintendo wolle die Spieler wieder "überraschen". Iwata weiter: "Es ist unser Wunsch, die Videospiel-Erfahrung jeder einzelnen Person zu verändern." Sein letztes großes Projekt, die Einführung der Nintendo NX, wird Iwata nun nicht mehr erleben.

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