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OLED oder LCD? Das nervige Hin und Her um iPhone 7, 7s und 8

So könnte ein iPhone mit OLED-Display aussehen.
So könnte ein iPhone mit OLED-Display aussehen. (©TURN ON 2015)

Ob iPhone 7, iPhone 7s oder gar iPhone 8 – momentan dreht sich fast alles um die Frage, ob und wann Apple von LCD auf OLED wechseln wird. Doch ist dieser Schritt überhaupt notwendig? Welche Vorteile bietet OLED? Wir versuchen, in dieser Thematik für etwas Orientierung zu sorgen.

Liest man diese Tage News zum iPhone, beherrschen vielfach Spekulationen über eine mögliche Kursänderung von Apple die Schlagzeilen. Angeblich will das US-Unternehmen nicht mehr herkömmliche LCD-Screens in seinen iPhones verbauen, sondern OLED-Panels. Dieses ganze Hin und Her nervt. Nicht nur mich, sondern vermutlich auch viele andere Leser. Doch unabhängig davon, ob OLED fürs iPhone nun kommt oder nicht: Was bringt diese Technologie überhaupt für einen Vorteil? Wird das iPhone dadurch noch teurer? Zeit für eine Bestandsaufnahme.

OLED besser beim Kontrast und Energieeffizienz

Die OLED-Technologie ist an sich schnell erklärt: So ist OLED selbstleuchtend und benötigt, anders als LCD, keine zusätzliche Lichtquelle. Da jedes Pixel selbst leuchtet, ist jederzeit eine gleichmäßige Ausleuchtung gewährleistet. OLED steht zudem für einen höheren Kontrast und ermöglicht sogar eine noch geringere Bautiefe – was bei Smartphones allerdings kaum ins Gewicht fallen dürfte. Und auch in puncto Energieeffizienz hat OLED im Vergleich zu LCD die Nase leicht vorn, wenn auch nicht mehr so gravierend wie in früheren Zeiten.

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Hersteller Samsung listet die Vorzüge von OLED auf. (©Samsung 2015)

Samsung ist bei Smartphones der größte OLED-Vorreiter

Ob Samsung, Motorola oder Lumias – Smartphones mit OLED-Displays gibt es bereits vielfach im Handel zu erwerben. Insgesamt gesehen ist der südkoreanische Hersteller Samsung im Smartphone-Segment sicherlich der bedeutendste Anbieter von OLED-Devices. Übrigens: Im TV-Bereich, wo OLED-Displays nicht zuletzt aufgrund ihrer Größe noch um einiges beeindruckender sind, ist LG der prominenteste Vertreter. Doch während OLED-Fernseher aktuell noch viel teurer als ihre LCD-Pendants sind, gibt es bei den Smartphones preislich kaum Unterschiede.

OLED-Nachteile: Herstellungskosten und geringere Lebensdauer

Zwar ist die OLED-Produktion im Vergleich zu LCD immer noch teurer. Doch die Hersteller arbeiten intensiv daran, die Herstellung immer günstiger bewerkstelligen zu können. Das OLED-iPhone muss also nicht zwingend teurer werden, ein Preisaufschlag von Apple kann aber natürlich nicht ausgeschlossen werden. Auch die vergleichsweise geringere Lebensdauer von OLED spielt im Smartphone-Bereich, anders als bei Fernsehern, keine Rolle. Schließlich dürfte kaum einer sein iPhone länger als 10 Jahre nutzen.

Displays können mit OLED viel einfacher gebogen werden

Die iPhones haben bereits hervorragende Displays, das dürfte unbestritten sein. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht noch besser gehen könnte. Letztendlich ist die Wahl der Displaytechnologie, wie so vieles im Leben, schlichtweg Geschmackssache. Eine allgemein verbindliche Aussage zu treffen, ist weder zielführend noch hilfreich. Mit OLED ist es zudem viel einfacher, Displays zu biegen, wie Samsung mit seinen Galaxy Edge-Smartphones eindrucksvoll demonstriert. Möchte auch Apple sein iPhone im Curved-Stil bauen, wird man um OLED kaum herumkommen. Ich persönlich würde mich über ein iPhone mit OLED-Screen freuen, wenngleich ich ihn nicht für zwingend notwendig erachte.

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"Das perfekte Schwarz", verspricht zumindest LG für seine Fernseher. (©LG 2015)

Bessere Schwarzwerte, höherer Kontrast, optimaler Betrachtungswinkel – ein iPhone mit OLED wäre vor allem für Multimedia-Fans ein wahres Geschenk. Bilder, Videos, Filme: Mit OLED sieht alles noch ein wenig besser und lebensechter aus. Wer einmal einen OLED-Fernseher im direkten Vergleich mit einem LCD-TV betrachtet hat, wird OLED lieben.

Zwei iPhone-Modelle mit unterschiedlichen Displaytechnologien

Natürlich relativieren sich die Vorteile auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm ein wenig. Denn im Alltag wird man wohl kaum permanent Filme konsumieren und Bilder anschauen. Und aufgrund der geringen Bildschirmdiagonale bei Smartphones wirken die Farben längst nicht so beeindruckend wie auf einem Fernseher mit 65 Zoll. Doch der Unterschied ist nicht von der Hand zu weisen. Deswegen halte ich ganz klar fest: Ein iPhone mit OLED-Panel wäre eine klare Bereicherung. Apple sollte das iPhone 7s, iPhone 8 oder wie auch immer einfach in zwei Varianten anbieten: einmal mit LCD, einmal mit OLED.

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So könnte ein iPhone mit OLED-Screen aussehen. (©TURN ON 2015)

Dann hat der Käufer letztendlich die freie Wahl – und kann so seine bevorzugte Displaytechnologie auswählen. Welche Technik sich auf Dauer durchsetzen wird, vermag ich nicht zu sagen. Die Vorteile von OLED liegen zwar auf der Hand, doch fehlerfrei ist auch diese Technologie nicht. Zu groß mag der technische Vorsprung sein, den LCD bereits besitzt. Im TV-Bereich merkt LG gerade, wie schwer es ist, eine vergleichsweise neue Technologie im Markt durchzusetzen. Dies gilt umso mehr, wenn nahezu alle Konkurrenten weiterhin auf LCD vertrauen.

OLED-iPhone: Nur noch eine Frage der Zeit?

Im Smartphone-Markt sieht das allerdings ein wenig anders aus. Hier setzen bereits einige Hersteller auf OLED, insbesondere Marktführer Samsung stattet seine Smartphones mit AMOLED-Displays aus. Zieht Apple nach, setzen die beiden wichtigsten Smartphone-Hersteller auf OLED – ein Zeichen, das möglicherweise Signalwirkung haben könnte. Welches iPhone als erstes Apple-Smartphone nun den Wechsel der Bildschirmtechnik einleiten wird, ist nebensächlich. Dass der Umstieg in Zukunft bevorsteht, daran habe ich nur wenig Zweifel.

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