News

Patent für Microsoft: Datenbrillen sollen Gefühle erkennen

Google Glass ist eine Datenbrille, die von Google hergestellt und verkauft wird.
Google Glass ist eine Datenbrille, die von Google hergestellt und verkauft wird. (©CC: Flickr/Ted Eytan 2014)

Dem Technologie-Giganten Microsoft wurde jetzt ein neues Patent zugesprochen, in dem es um die Erkennung von Gefühlen durch Datenbrillen, so genannte Smart Glasses, geht. Der Träger der Datenbrille soll Emotionen bei Menschen innerhalb des Blickfelds entdecken und mithilfe der Technologie deuten können.

Wie IBNLive schreibt, hatte Microsoft das Patent bereits im Oktober 2012 beantragt – jetzt wurde die Erteilung veröffentlicht. Nach der spektakulären Präsentation von Microsofts Datenbrille HoloLens auf der Entwicklerkonferenz Build bekommt diese Nachricht eine gewisse Sprengkraft. Denn eine solche Gefühlserkennung würde die mit spannenden Features ausgestattete Brille weiter aufwerten.

Der Träger der zum Patent angemeldeten Datenbrille soll entscheiden können, wen er analysiert: eine Einzelperson oder eine Gruppe. Diese Analyse läuft – eine etwas gruselige Vorstellung – ohne Wissen der emotional durchleuchteten Personen ab. Möglich wird derlei Hexenwerk durch diverse Kameras und ein Mikrofon, die auf dem Nasensteg der Brille angebracht sind. Die bereits auf dem Markt befindliche Google Glass geht hier mit einer seitlichen Kamera einen etwas anderen Weg.

Winzige Veränderungen werden aufgezeichnet und ausgewertet

Die gesammelten Video- und Audiodaten werden genutzt, um winzige Veränderungen im Sprechrhythmus und der Lautstärke, der Wortwahl, der Gestik, der Blickrichtung und der Körperhaltung zu registrieren. Diese Datenpakete werden dann an eine Microsoft-Datenbank gesendet und mit vorhandenen Gefühlsdateien verglichen. Das Ergebnis wird nun an den Brillenträger zurückgeschickt. Wenn etwa jemand bei einem Rendezvous mit seinen Haaren spielt, könnte dieses Verhalten schon ein Interesse ausdrücken. In einem Business-Meeting indes wird eher Langeweile signalisiert. Andererseits: Das könnte man ja jeweils auch noch ohne Blick durch die Gefühlsbrille bemerken.

Mit Gefühlssensoren ausgestattete Brillen könnten beispielsweise bei Befragungen an Grenzen, bei der Polizei oder auch in Personalabteilungen eingesetzt werden. Die Frage ist allerdings, wie eindeutig die Resultate ausfallen.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben