menu

Plötzlich in 4K: Neuronales Netzwerk überarbeitet Film von 1896

Es gibt einige gute Gründe, sich Sorgen über die Entwicklung neuronaler Netzwerke und künstlicher Intelligenzen zu machen. Filmmaterial aus dem 19. Jahrhundert überarbeiten zu lassen, gehört allerdings nicht dazu. Ein Clip aus dem Jahr 1896 in 4K hochskalieren – für ein neuronales Netzwerk kein Problem!

Die meisten alten Filme von anno dazumal sind körnig, verwackelt und schlichtweg einfach unscharf. Kein Wunder, früher gab es natürlich noch keine ausgefuchste Kameratechnik und man war froh, dass man die Einfahrt einer Dampflok überhaupt für die Nachwelt festhalten konnte.

1896 drehte Louis Lumière, einer der berühmten Brüder Lumière, die bei der Entwicklung von Filmen mitgeholfen haben, einen Kurzfilm mit dem Titel "L'Arrivée d'un train en gare de La Ciotat". In diesem fährt ein Zug langsam in einen Bahnhof ein. Als der 45-Sekunden-Clip damals in einem Kino gezeigt wurde, rannten die Besucher während der Vorführungen vor Angst aus dem Kino. Sie glaubten, ein echter Zug würde durch die Leinwand rasen. Zumindest berichtet Gizmodo von dieser Geschichte des Films.

Natürlich hat der Clip auf ein Publikum der modernen Zeit keine solche Wirkung mehr, wir sind mittlerweile eine viel höhere Bildqualität gewohnt. Entwickler Denis Shiryaev wollte das auch mit diesem Clip erreichen, indem er neuronale Netzwerk-Algorithmen verwendete, um das Material nicht nur auf 4K zu skalieren, sondern auch die Bildfrequenz auf 60 Bilder pro Sekunde zu erhöhen.

Abgesehen davon, dass der Film immer noch in Schwarz-Weiß ist, sieht die aktualisierte Version so aus, als hätte man sie erst gestern mit einem Smartphone aufgenommen. Vielleicht schafft es Shiryaev ja sogar, den tristen Aufnahmen etwas Farbe einzuhauchen. Fürs Erste ist dieser überarbeitete 4K Streifen von 1896 aber beeindruckend genug.

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Software

close
Bitte Suchbegriff eingeben