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Samsung-Untersuchung: Darum ist das Galaxy Note 7 explodiert

Samsung hat den Akku des Galaxy Note 7 ausführlich getestet.
Samsung hat den Akku des Galaxy Note 7 ausführlich getestet. (©YouTube/ Samsung Newsroom 2017)

Samsung hat die Ursachen für die Explosion des Galaxy Note 7 gefunden. Schuld waren demnach Fehler bei Design und Herstellung der Akkus. Für die Zukunft möchte der Hersteller deshalb ein umfassendes Testverfahren einführen.

Lange hat es gedauert: Gut drei Monate nach der Einstellung der Produktion hat sich Samsung am Sonntag offiziell zu den Gründen der brennenden und explodierenden Galaxy Note 7-Smartphones geäußert. Laut einer Pressemitteilung seien Fehler bei Design und Herstellung der Akkus für die Probleme verantwortlich gewesen.

200.000 Smartphones wurden getestet

Leicht hat es sich der südkoreanische Hersteller dabei offenbar nicht gemacht. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden im Rahmen einer internen Untersuchung mehr als 200.000 Note 7 und weitere 30.000 einzelne Akkus geprüft. Teile der Untersuchung mussten dabei sogar an externe Dienstleister wie den TÜV Rheinland ausgelagert werden. Die Ergebnisse seien jedoch überall die gleichen gewesen und hätten Fehler bei der Konstruktion der Akkus zutage gefördert.

Dabei unterscheidet Samsung zwischen der Akku-Ausführung A, also jener Version, die in den ursprünglichen Note 7-Modellen verbaut worden war, und der Ausführung B, die nach einem ersten Austausch im September 2016 genutzt wurde. Bereits die A-Version wies offenbar einen Konstruktionsfehler auf, der dazu führte, dass sich die positiv geladene Kathode und die negativ geladene Anode innerhalb der Batterie berührten. Samsung sprach in diesem Zusammenhang von einer Verformung an der rechten oberen Ecke des Akkus. Dadurch kam es zu einer unmittelbaren und heftigen Entladung, die sich in massiver Wärmeentwicklung und in einer regelrechten Explosion äußerte.

Doch auch die Version B war mit einem Konstruktionsfehler behaftet, der im Endeffekt zu einem ähnlichen Problem führte. Dabei kam es durch einer positiven Entladung auf der negativen Anode. Diese wiederum löste ein Schmelzen des Kupfers im Akku aus.

Ein neues Testverfahren soll Akkus sicher machen

Damit sich ähnliche Vorfälle in Zukunft nicht wiederholen können, möchte Samsung für zukünftige Produkte ein neues Akku-Testverfahren einleiten. Dabei sollen die Batterien einem achtstufigen Test-Zyklus unterzogen werden, bevor diese in Geräten eingesetzt werden. Das Verfahren wird allerdings nicht nur Smartphones betreffen, sondern alle Geräte mit Akku, die von Samsung gefertigt werden.

Den finanziellen Schaden, den Samsung durch den Rückruf des Galaxy Note 7, die Untersuchung und die wegfallenden Verkäufe erlitten hat, beziffert das Unternehmen auf 5,3 Milliarden US-Dollar. Viel schwieriger als die Verluste auszugleichen sowie Produktion und Testverfahren in den Griff zu bekommen, dürfte es für den koreanischen Konzern jedoch werden, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Für sein kommendes Flaggschiff, das Galaxy S8, dürfte deshalb auch einiges an Überzeugungsarbeit auf den Konzern zukommen.

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