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Schluss mit Warnhinweisen: YouTube und Gema beenden Streit

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youtube-gema (©picture alliance / dpa 2016)

Durchbruch im Endlos-Streit zwischen YouTube und der Gema: Beide Parteien haben sich jetzt auf einen Lizenzvertrag geeinigt. YouTube wird eine Abgabe an die Gema zahlen, Nutzer in Deutschland werden so die meisten Musikvideos endlich ohne lästige Einschränkungen genießen können.

Wohl jeder, der gerne Musikvideos auf YouTube schaut, kennt die Meldung: "Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar". Damit ist jetzt Schluss, berichtet die FAZ. Die Einigung kommt nicht nur überraschend, die Zeitung bezeichnet sie gar als "Sensation". Und das trifft es:  Die jahrelangen Rechtsstreitigkeiten werden ad acta gelegt, YouTube zahlt für die Musikvideos ab sofort eine Abgabe an die Gema. Die Höhe der Summe ist aber nicht bekannt, beide Vertragspartner schweigen über die exakte Abgabe.

YouTube informiert Gema über Abrufzahlen und leistet Abgabe

Urheberrechtlich geschützte Clips von Musikern, die von der deutschen Verwertungsgesellschaft vertreten werden, sind ab sofort abrufbar. Der charakteristische rote Warnhinweis entfällt. Der Lizenzvertrag soll laut FAZ vorsehen, dass YouTube die Gema über die entsprechenden Abrufzahlen informieren und eine vereinbarte Summe an das die Verwertungsgesellschaft zahlen werde. Die eingenommenen Gelder will die Gema an ihre Musiker und Verleger weiterreichen.

"Nach sieben Jahren zäher Verhandlungen markiert der Vertragsabschluss mit YouTube einen Meilenstein für die Gema und ihre Mitglieder. Unserem Standpunkt, dass Urhebern auch im digitalen Zeitalter eine angemessene Vergütung zusteht, sind wir trotz aller Widerstände treu geblieben. Entscheidend ist, dass der jetzt erzielte Lizenzvertrag sowohl die Zukunft als auch die Vergangenheit abdeckt. Mit diesem Abschluss können wir unseren Mitgliedern die Tantiemen sichern."
Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA

Über die Frage, ob YouTube als Videodienst gilt oder nicht, stritten beide Parteien seit langer Zeit vor den Gerichten. Eine gültige Lizenzvereinbarung existierte seit 2009 nicht mehr, weswegen viele deutsche Musikvideos hierzulande nicht abrufbar waren. Noch im Januar unterlag die Gema vor dem Münchener Oberlandesgericht mit einer Schadenersatzklage. Die Gesellschaft wollte 0,375 Cent für den Abruf bestimmter Videos von YouTube kassieren.

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