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So kann Apple 2019 wieder mehr iPhones verkaufen

iPhone XS
iPhone XS

Die aktuelle iPhone-Generation rund um das iPhone XS verkauft sich nicht gut. Bei einigen Modellen werden die hohen Preise Interessenten abgeschreckt haben – aber das ist nicht Apples einzige Baustelle. Das Unternehmen könnte 2019 wieder mehr iPhones verkaufen, wenn es auch wieder mehr an das Mantra von Steve Jobs denkt.

Das iPhone XS, XS Max und auch das günstigere iPhone XR stellen aktuell keine Verkaufsrekorde auf. Der bekannte Apple-Analyst Ming-Chi Kuo reduzierte seine Erwartungen für iPhone-Auslieferungen im ersten Quartal 2019 sogar um 20 Prozent, wie CNBC schreibt. Für das ganze Jahr 2019 rechnet Kuo mit fünf bis zehn Prozent weniger iPhone-Auslieferungen als noch im Jahr 2018.

Apple musste die Produktion der Smartphones offenbar bereits mehrmals herunterfahren und hofft, die iPhone-Verkäufe mit mehr Marketing ankurbeln zu können. Es kamen sogar Gerüchte auf, dass Apple das iPhone X zurückbringen möchte, aber diese haben sich bislang nicht bewahrheitet. Das hätte Steve Jobs wohl auch nicht zugesagt, denn er meinte: "Lasst uns morgen etwas erfinden, statt uns darüber Sorgen zu machen, was gestern geschehen ist."

Apple sollte die iPhone-Preise reduzieren

Troy Wolverton machte mit einem offenen Brief an Tim Cook im Business Insider zuletzt auf die hohen Preise der aktuellen iPhones aufmerksam, die der Hauptgrund für die schlechten Verkaufszahlen seien. Ich hatte nach der Keynote ebenso die Frage aufgeworfen, wie lange sich Apple solche Preise noch wird erlauben können.

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Das iPhone XS Max ist ab 1250 Euro erhältlich.

Tatsächlich sind 850 Euro für das "Einsteiger"-Gerät iPhone XR nicht mit den Einsteiger-Preisen im Android-Lager vergleichbar und Beträge wie 1650 Euro für das iPhone XS Max waren bislang Luxus-Handys vorbehalten. Zwar wurden Android-Flaggschiffe wie das Huawei Mate 20 Pro und das Samsung Galaxy Note 9 mit rund 1000 Euro auch zu einem stattlichen Betrag verkauft, aber im Preis-/Leistungsvergleich liegt Apple trotzdem hinter Android-Flaggschiffen zurück, wenn man sich die jeweilige Ausstattung ansieht. Die Preise sind aber nicht Apples einziges Problem.

Echte Kaufgründe statt einfallslose Upgrades

Die iPhones von 2018 sind einfach langweilig. Das iPhone XS sieht praktisch genauso aus wie das iPhone X, nur dass es alternativ in goldener Farbe angeboten wird. Die Vorzüge des iPhone XS sind vor allem auf Datenblättern auszumachen. Es hat zwar einen Benchmark-anführenden Prozessor, doch auch auf älteren iPhone-Chips läuft iOS flüssig. Es ist wasserdicht, aber das sind viele Android-Smartphones schon seit Jahren.

Das iPhone XS (links) und das iPhone X (rechts) unterscheiden sich kaum.

Die Kamera-Hardware ist fast dieselbe wie beim iPhone X und die neuen Software-Features sind keine Revolution. Das iPhone X machte vor allem mit dem fast rahmenlosen Design, der aufwendigen Face-ID-Technik und der neuen Gestensteuerung auf sich aufmerksam. Das iPhone XS macht gar nicht auf sich aufmerksam.

Die nächsten iPhones sollten praktische Vorzüge bieten

Davon abgesehen war Face ID auf dem iPhone X zwar technisch beeindruckend, aber der praktische Vorteil im Vergleich zum Fingerabdruckscanner Touch ID fällt eher gering aus. Wirklich einfacher ist die neue Gestensteuerung auch nicht, eher im Gegenteil. Dabei war der einfache, reibungslose Gebrauch eines der Markenzeichen von Apple. "Das war stets eines meiner Mantras – Fokus und Einfachheit. Einfach kann schwieriger sein als komplex", sagte Steve Jobs, "Du musst hart arbeiten, um Dein Denken aufzuräumen und es einfach zu machen."

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Der Geist von Steve Jobs verlässt Apple allmählich.

Aufsehen erregen konnte das iPhone X im Jahr 2017 immerhin und das genügte damals. Das iPhone XS macht weder auf sich aufmerksam, noch bietet es praktische Vorzüge gegenüber dem Vorgänger. Apple kann das Ruder auf lange Sicht nur herumreißen, wenn es sich wieder am Grundgedanken von Steve Jobs orientiert: Das iPhone sollte ein praktisches Gerät sein, das sich im Alltag einfach verwenden lässt.

Das erste iPhone war cool und innovativ – aber es war nicht cool, weil es innovativ war. Es war cool, weil es eine wirklich nützliche Innovation war, die unseren Alltag vereinfachen und bereichern konnte. Eine wichtige praktische Verbesserung beim iPhone-Design der letzten Jahre war nur das fast rahmenlose Display des iPhone X, weil es mehr Nutzerfläche zur Verfügung stellte.

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Apple würdigt zwar Steve Jobs noch persönlich, vergisst aber langsam seine Philosophie.

Apple darf Innovationen nicht anderen überlassen

Steve Jobs präsentierte das erste iPhone als Kombination aus iPod, Handy und Internet-Kommunikationsgerät. "Das sind keine unterschiedlichen Geräte. Das ist ein Gerät. Wir nennen es iPhone", sagte er bei der legendären Präsentation im Jahr 2007. Vielleicht werden faltbare Smartphones diesen Weg weitergehen und bald Tablet und Smartphone zusammenbringen. Apple wird diese Innovation voraussichtlich jedoch nicht auf dem Markt einführen, sondern andere Hersteller.

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Faltbare Smartphones werden voraussichtlich andere einführen – und was macht Apple?

Die ersten faltbaren Smartphones von Samsung und Huawei werden schon in der ersten Jahreshälfte 2019 erwartet. Es gibt aktuell keine Leaks oder Gerüchte, die darauf hindeuten, dass sich Apple 2019 mit einem faltbaren iPhone anschließen würde. Auch fehlen Hinweise auf andere iPhone-Innovationen für das kommende Jahr, außer ein dünneres Display, das Samsung herstellt. Vielleicht ändert sich das noch, denn wie Steve Jobs sagte: "Innovation trennt einen Anführer von einem Mitläufer."

Immerhin ist aber auch wahr, dass Apple oft keine neuen Produktkategorien erfunden, sondern nur die ersten massentauglichen Produkte wie das iPad entwickelt hat. Vielleicht schafft es Apple im Jahr 2020 insofern wenigstens, das faltbare Smartphone zwar nicht zu erfinden, aber es zu perfektionieren. So oder so werden es die Kunden Apple nicht mehr lange erlauben, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.

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