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Streaming-Streit: Spotify kritisiert Apples Bezahlmodell

Spotify wirft Apple Wettbewerbsverzerrung vor.
Spotify wirft Apple Wettbewerbsverzerrung vor. (©CC: Flickr/Andrew Mager 2014)

Spotify wirft Apple vor, ein App-Update nicht zu genehmigen, um der Konkurrenz von Apple Music das Leben schwer zu machen. Der Streit dreht sich um die Bindung von iOS-Apps an die Bezahlung von Leistungen durch iTunes. Dafür werden Abgaben an Apple fällig. Diese Konditionen sind allerdings nicht neu.

Der Musik-Streaming-Anbieter Spotify hat Apple einen Brief geschickt, in dem das Unternehmen dem iPhone-Konzern vorwirft, die Verweigerung einer Update-Genehmigung der iOS-App von Spotify als Druckmittel zu gebrauchen. Das berichtet Recode. Apple möchte demnach das Update nicht genehmigen, um der Konkurrenz von Apple Music einen Stein in den Weg zu legen. Der Chefanwalt von Spotify, Horacio Gutierrez, schreibt in dem Brief, die aktuelle Auseinandersetzung wecke "aus der Sicht des US-amerikanischen Wettbewerbsrechts sowie des Wettbewerbsrechts der Europäischen Union ernsthafte Bedenken".

Spotify möchte sich nicht an Apple-Regeln halten

App-Anbieter dürfen schon seit 2011 keine alternativen Zahlungsmethoden für ihre Apps im App Store verwenden und sind an iTunes gebunden. Für Bezahlapps und Apps mit In-App-Käufen müssen App-Anbieter eine Abgabe an Apple leisten, die bis zu 30 Prozent betragen kann. Spotify gibt diese Abgabe an seine Kunden weiter. So kostet Spotify Premium im App Store rund 13 Euro und im Google Play Store nur 10 Euro. Mit dem umstrittenen Update möchte Spotify nun seine eigene Bezahlmethode verwenden, was aber gegen die Regeln von Apple verstößt.

Beschwerde an Politiker verteilt

Spotify hat Kopien des Briefs an Mitglieder des US-Kongresses in Washington verteilt. Die Senatorin Elizabeth Warren kritisierte Apple, Amazon und Google für etwas, das sie als "wettbewerbsverzerrende Praktiken" bezeichnet. "Apple nutzt schon lange seine Kontrolle von iOS, um die Konkurrenz im Musikbereich loszuwerden", so Warren.

Der Gebrauch des Wettbewerbs- oder Kartellrechts beim Streit um Vertragsbedingungen ist ein riskanter Schachzug für Spotify, denn wann ein Unternehmen den Wettbewerb "verzerrt" und wann es einfach nur besser Geschäfte macht als ein Konkurrent, hat sich in Gerichtsprozessen, etwa im Kartell-Prozess gegen Microsoft von 1998 bis 2001, als schwer definierbar erwiesen. So kann ein Verweis auf das Wettbewerbsrecht schnell nach hinten losgehen.

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