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Student arbeitet undercover in iPhone-Fabrik: So fühlt es sich an

Pegatron stellt neben iPhones auch Geräte für andere Technik-Unternehmen her.
Pegatron stellt neben iPhones auch Geräte für andere Technik-Unternehmen her. (©picture-alliance/ dpa 2017)

In Sachen Arbeitsbedingungen hat iPhone-Hersteller Apple nicht gerade den besten Ruf. In chinesischen Werken von Drittherstellern, die iPhones für Apple zusammenbauen, herrschen teilweise fragwürdige Zustände. Wie es dort wirklich zugeht, verriet nun ein US-Student, der in einer iPhone-Fabrik undercover arbeitete.

Der US-Student Dejian Zeng arbeitete im Rahmen eines Sommerprojekts sechs Wochen in einer Fabrik des Unternehmens Pegatron bei Shanghai. Ähnlich wie Foxconn produziert Pegatron iPhones für Apple, stellt aber auch Geräte für andere Firmen wie Asus, Acer oder Lenovo her. In einem Interview mit Business Insider sprach Zeng nun ausführlich über seine Erlebnisse. Hier die interessantesten Details aus dem Interview:

• Für einen Monat Arbeit (inklusive Überstunden) erhielt der US-Student umgerechnet 450 Dollar und konnte kostenlos wohnen.
• Er schlief in einem Schlafsaal, den er mit sieben anderen Personen teilte.
• Seine Arbeit während einer 12-Stunden-Schicht (inklusive Pausen) bestand zunächst daraus, eine einzelne Schraube in das Gehäuse eines iPhones 6s zu schrauben – immer wieder.
• Später musste Zeng beim iPhone 7 zwei Schrauben an der Kamera befestigen.
• Während der Test-Produktion für das iPhone 7 wurde manchmal nur eine Handvoll Smartphones pro Tag gebaut – die restliche Zeit verbrachte man mit Warten.
• Während der Test-Produktion des iPhone 7 wurden die Sicherheitsbedingungen in der Fabrik in China zudem massiv erhöht – und anderem gab es gleich zwei Sicherheitskontrollen sowie einen Metalldetektor. Frauen mit BHs mit Metallbügeln mussten sich umziehen.

Arbeitsbedingungen laut Apple deutlich verbessert

Apple betonte gegenüber Business Insider dennoch, dass sich die Arbeitsbedingungen bei Pegatron deutlich gebessert hätten. So würden Apple-Vertreter, die sich jeden Tag in der Fabrik aufhalten, darüber wachen, dass die wöchentliche Arbeitszeit unter 60 Stunden bleibe. Die durchschnittliche Arbeitszeit liege bei 43 Stunden pro Woche. Zugleich seien die Löhne bei Pegatron in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen.

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