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Tolino oder Kindle: Welcher E-Book-Reader passt zu mir?

Lohnt sich der Griff zum Tolino – oder doch eher zum Kindle?
Lohnt sich der Griff zum Tolino – oder doch eher zum Kindle?

Du liebäugelst mit dem Kauf eines E-Book-Readers? Dann dürftest Du vermutlich vor der Frage stehen: Tolino oder Kindle? Wir erläutern, worin sich die Systeme unterscheiden und welches Lesegerät besser zu Dir passt.

"Tempo" für Taschentücher, "Pampers" für Windeln – und "Kindle" für E-Book-Reader. Kindle-Lesegeräte erfreuen sich großer Beliebtheit und der Begriff "Kindle" wird nicht selten synonym für eine ganze Produktkategorie genutzt. Gute Gründe sprechen jedoch auch für den Tolino, für dessen Entwicklung und Vermarktung sich diverse Buchhändler zusammengeschlossen haben. Auf der einen Seite haben wir mit dem Kindle ein Gerät eines Global Players, auf der anderen Seite mit dem Tolino ein Produkt, das gewissermaßen lokalen Bezug hat und so auch vermarktet wird.

Kindle oder Tolino: Das Entscheidende ist die Plattform

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Der Kindle setzt für den Bezug von Büchern auf ein proprietäres Dateiformat.

Sowohl Amazon als auch Tolino haben E-Book-Reader für unterschiedliche Bedürfnisse und Geldbeutel im Angebot. Das Tolino-Einsteigermodell kostet rund 70 Euro, der günstigste Kindle rund 80 Euro. Die Topmodelle beider Unternehmen bewegen sich preislich bei rund 230 Euro. Während die Technik im Großen und Ganzen relativ gleich ist – schließlich warten alle Geräte mit E-Ink-Technik auf –, so besteht ein riesiger Unterschied, der vor der Entscheidung für eines der Modelle bekannt sein sollte.

Bei EPUB handelt es sich um einen offenen Standard für E-Books, der von vielen Lesegeräten außerhalb des Kindle-Universums unterstützt wird. Viele digitale Bücher im EPUB-Format sind mit der DRM-Technologie von Adobe geschützt. Der Kindle kann EPUB-Dateien hingegen nicht verarbeiten. Das Format lässt sich mit entsprechender Software aber leicht in das von Kindle unterstützte Format konvertieren.

Denn: Amazon will Bücher über seine eigene Plattform verkaufen, womit Kindle-Geräte vorrangig ein hauseigenes Format unterstützen, das mit anderen Geräten nicht kompatibel ist. Der weit verbreitete EPUB-Standard, der etwa vom Tolino und nahezu allen anderen E-Readern unterstützt wird, kann auf dem Kindle nicht dargestellt werden. Wer digitale Bücher im EPUB-Format auf dem Kindle lesen möchte, muss die Datei zuvor mit spezieller Software umwandeln. Das geht zwar einigermaßen schnell, eine Unterstützung des Standards wäre aber definitiv kundenfreundlicher.

Dieser Nachteil fällt jedoch nicht ins Gewicht, wenn Du ohnehin planst, all Deine Bücher einzig und allein bei Amazon zu kaufen. Der Versandhändler bietet mit Kindle Unlimited außerdem eine Lese-Flatrate an, die gegen eine monatliche Gebühr genutzt werden kann. E-Books, die an diesem Programm teilnehmen, können während des Abos ohne weitere Kosten gelesen werden – für Vielleser durchaus einen Blick wert.

Andere Anbieter, etwa Weltbild, haben mittlerweile vergleichbare Dienste im Angebot. Hast Du jedoch schon eine ordentliche Büchersammlung im EPUB-Format und unterstützt generell lieber ein offenes System, bist Du bei Tolino besser bedient.

Technische Unterschiede eher im Detail

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In Sachen Ausstattung unterscheiden sich Kindle und Tolino in den Grundsätzen kaum.

Vom technischen Aspekt her unterscheiden sich der Kindle und der Tolino nicht gravierend voneinander. Beiden System dient die E-Ink-Technik die Grundlage, die im Vergleich zu LCD nicht flimmert, ein augenschonenderes Lesen ermöglicht und einen deutlich geringeren Energiebedarf hat, da Inhalte statisch angezeigt und nur bei Bedarf neu geladen werden. Beide E-Book-Reader überzeugen im Vergleich zu Smartphones oder Tablets mit einer deutlich besseren Blickwinkelstabilität.

Der Blick auf die Einsteigermodelle beider Anbieter offenbart nur wenige Unterschiede: Sowohl der einfache Kindle als auch der Tolino Page besitzen ein 6 Zoll großes, spiegelfreies Display mit einer Auflösung von jeweils 800 x 600 Pixel, was einer Pixeldichte von 167 ppi entspricht. Beide Lesegeräte bieten eine interne Speicherkapazität von 4 GB, aber auch das Speichern von E-Books in der Cloud ist möglich. Der Akku hält in beiden Fällen bei normaler Nutzung mehrere Wochen. Gekaufte Bücher können dank Lese-Apps auch auf dem iPhone, Android-Smartphone oder anderen Endgeräten gelesen werden.

Tolino punktet mit kostenlosen WLAN-Hotspots, Kindle mit 3G-Mobilfunk

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Teurere Modelle sind sogar gegen Wasser geschützt, etwa der Kindle Oasis.

Sowohl Kindle als auch Tolino werden über WLAN an das Internet angebunden, wenngleich Tolino hier den Vorteil hat, dass bundesweit WLAN-Hotspots der Telekom kostenfrei genutzt werden können. Der Preisvorteil liegt jedoch bei Tolino, der lediglich 69 Euro kostet. Für 10 Euro mehr gibt es den Einsteiger-Kindle, auf dem dann jedoch Werbeanzeigen ausgespielt werden. Wer keine Reklame möchte, muss knapp 90 Euro bezahlen. Dafür hat der Kindle in der neuesten Version einen entscheidenden Vorteil, der bislang nur teureren Geräten vorbehalten war: ein integriertes Frontlicht. Der Einsteiger-Tolino bietet dieses Feature nicht.

Die teureren Modelle der beiden Anbieter haben weitere nützliche Features an Bord, etwa einen größeren Bildschirm, eine höhere Auflösung, Schutz gegen Wasser oder auch mehr Speicherplatz. Während sämtliche Tolino-Reader ausschließlich im WLAN-Netz funken, bietet Amazon – mit Ausnahme des Einsteigergeräts – alle E-Book-Reader auch in einer Version mit Mobilfunk an. Der Vorteil: Du kannst überall kostenlos auf das Internet zugreifen und neue Bücher oder Zeitungen kaufen.

Tolino oder Kindle: Fühlst Du Dich im Ökosystem von Amazon wohl, kannst Du getrost zu einem Kindle greifen – hier bekommst Du ein über die Jahre ausgereiftes Produkt, das mit unkomplizierter Bedienung punktet. Bist Du hingegen ein Verfechter des freien EPUB-Formats und hast womöglich schon eine größere Bibliothek für genau dieses Format angesammelt, fährst Du eher mit einem Tolino-Reader besser. Wenn es um unterschiedliche Formate geht, zeigen sich die Geräte der Buchhändler deutlich flexibler. Die Frage, welches Gerät am besten für Dich passt, ist somit weniger eine Frage nach der besten Hardware, sondern vielmehr nach der besten Plattform für den Kauf von Inhalten.

Zusammenfassung

  • Sowohl Kindle als auch Tolino decken den Einsteiger- bis Premium-Bereich mit verschiedenen Modellen ab.
  • Während der Tolino den offenen EPUB-Standard unterstützt, kann der Kindle damit nichts anfangen.
  • Über Amazon gekaufte Bücher landen in einem proprietären Format auf dem Kindle.
  • Technische Unterschiede zwischen Tolino und Kindle eher gering.
  • Tolino-Leser können WLAN-Hotspots der Telekom kostenlos nutzen, Amazon bietet hingegen spezielle 3G-Varianten an.
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