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Trotz Verschlüsselung: Kann Facebook WhatsApp-Chats mitlesen?

Die Verschlüsselung von WhatsApp kann offenbar umgangen werden.
Die Verschlüsselung von WhatsApp kann offenbar umgangen werden. (©TURN ON 2016)

Die Chat-Verschlüsselung von WhatsApp besitzt anscheinend eine gewaltige Hintertür, über die Facebook und andere die angeblich sicheren Chats mitlesen können. Noch schlimmer: Die Hintertür wurde offenbar absichtlich dort eingebaut.

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp ist offenbar keineswegs so sicher, wie gedacht. Durch eine Hintertür sind der WhatsApp-Mutterkonzern Facebook und andere Unternehmen in der Lage, die Chats heimlich mitzulesen, wie der Guardian am Freitag berichtet. Angeblich wurde die Hintertür von den Entwicklern bewusst eingebaut, um trotz Verschlüsselung Zugriff auf die Chatverläufe zu bekommen.

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird umgangen

Bei einer wirksamen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben in der Regel nur Absender und Empfänger die Möglichkeit, den verschlüsselten Chat auf ihrem Smartphone zu öffnen. Die Schlüssel werden dabei direkt zwischen den Smartphones ausgetauscht. Durch die eingebaute Hintertür soll Facebook jedoch die Möglichkeit haben, eigenständig neue Schlüssel zu kreieren und mit diesen theoretisch auf sämtliche verschlüsselte Chats zuzugreifen.

Der Sicherheitsforscher Tobias Boelter von der Berkeley-Universität in Kalifornien hatte die Sicherheitslücke laut Guardian bereits im April 2016 entdeckt und an Facebook gemeldet. Das Unternehmen habe daraufhin mitgeteilt, dass es sich bei der vermeintlichen Lücke um ein gewolltes Verhalten der App handelt. Durch die Möglichkeit, verschlüsselte Chats mitzulesen, könnte Facebook auch anderen Unternehmen oder sogar Regierungsbehörden Zugang zu privaten WhatsApp-Nachrichten gewähren. Ob dies in der Praxis getan wird, ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.

Hat Facebook seine Nutzer angelogen?

Auf jeden Fall steht mit diesen neuen Enthüllungen fest, dass Facebook und WhatsApp den Nutzern nicht alle Details bei der Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verraten hat. Damals hieß es in einer Pressemitteilung  nämlich wortwörtlich:

"Die Idee ist einfach: wenn du eine Nachricht sendest, kann diese nur von der Person oder dem Gruppen-Chat, an den du sie sendest, gelesen werden. Niemand kann in diese Nachricht schauen. Keine Hacker. Keine unterdrückenden Regimes. Nicht einmal wir. "

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