Kolumne

TURN ON Innovation: Ripple Buds machen Schluss mit dem Lärm

Die smarten Kopfhörer Ripple Buds sollen die Umgebungsgeräusche perfekt dämpfen können.
Die smarten Kopfhörer Ripple Buds sollen die Umgebungsgeräusche perfekt dämpfen können. (©Ripple Buds 2016)

Musik hören und Telefonieren, kabellos und gut verständlich auch bei lauter Umgebung – das versprechen die Ripple Buds. Neuartige, kabellose Ohrhörer, die man sich direkt in die Hörmuscheln steckt. Bei Kickstarter hat diese Idee jetzt reichlich Erfolg – und ist auch wirklich ganz spannend.

Die Erfinder bezeichnen die Ripple Buds recht unbescheiden als die smartesten Bluetooth-Kopfhörer der Welt – mit In-Ohr-Mikrofon. Eingebaut ist ein neuartiges Geräusch-Unterdrückungs-System, mit dessen Hilfe sich Umweltgeräusche unterdrücken lassen sollen. Um immerhin 30dB wird der störende Schall gedämpft, was in der Tat kräftig wäre. Aber nicht nur das: Auch Sprache soll dank des Mikrofons, das die eigene Stimme im Ohr aufzeichnet, für Gesprächspartner etwa am Telefon besonders gut verständlich sein. Eine spannende Idee, denn die Stimme lässt sich damit nach Angaben der Erfinder auch besonders in lauten und lärmenden Umgebungen noch gut verstehen. Und natürlich kann man mit den Ohrhörern auch Musik genießen oder Konferenzschaltungen auf der Arbeit – und das alles ohne Kabel.

Ripple Buds: Die Story hört sich verrückt an

Die Story hinter Ripple Buds hört sich verrückt an: Auf seinen Dienstreisen musste der heutige Chef der Firma Shin Dusik häufig an lauten öffentlichen Plätzen telefonieren, was sowohl private wie auch berufliche Gespräche schwierig machte. Nachdem er sogar einen Kunden wegen eines qualitativ miserablen Telefonats verloren hatte, entschloss sich Shin, etwas zu unternehmen. Während einer Messe im Jahr 2005 entdeckte er zufällig, dass ein kleiner Teil der Stimme beim Sprechen auch aus dem Ohr kommt. Das war der Ausgangspunkt für die Idee, ein Mikrofon im Ohr könnte dazu beitragen, jedes störende Geräusch außer der Stimme beim Sprechen effektiv auszuschalten. Und mit einem Mikrofon im Ohr könnte, so verrückt sich das anhört, die Stimme viel klarer aufgezeichnet werden. Als 2012 dann die entsprechend kleinen elektronischen Bauteile verfügbar wurden, kündigte Shin seinen Job und entwickelte das Headset, bei dem das Mikrofon unsichtbar direkt im Ohrhörer sitzt.

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So funktionieren die Ripple Buds im Ohr. (©Ripple Buds 2016)

Wegen der ungewöhnlichen Platzierung des Mikrofons direkt im Ohr soll das Gerät perfekt in der Lage sein, störenden Außenlärm zu unterdrücken. Zusätzlich mit einer Rauschunterdrückungs-Technologie ausgestattet, sollen die störenden Geräusche rings um den Nutzer perfekt ausgeschaltet werden können. Durch die wesentlich besser verständliche Stimme soll auch die Spracherkennung etwa in Smartphones profitieren und diese Geräte sich leichter steuern lassen können. Die Kommunikation mit Assistenten wie Cortana, Siri oder OK Google per Sprache könnte viel leichter werden.

Akku hält bis zu fünf Stunden

Der Ohrhörer selber erlaubt bis zu fünf Stunden Dauerbetrieb ohne aufgeladen werden zu müssen. Das Gerät wird mit einer Transportkapsel ausgeliefert, die gleichzeitig eine Akkustation darstellt und in der die Ohrhörer aufgeladen werden können. Für den Stereobetrieb passen bis zu drei komplette Ladungen in die Akkus der Kapsel. Man muss also als Ripple Buds-Besitzer nicht ständig nach Steckdosen suchen, um die Hörer aufzuladen. Mit den Hörern ausgeliefert werden gleichzeitig auch Ohrstöpsel in fünf Größen, sodass diese für alle Ohren passen sollten. Die Ripple Buds sind laut Hersteller beständig gegen Schweiß und waschbar – was sie perfekt für Fitness-Fans macht, die auch beim Trainieren etwa drahtlos Musik hören wollen.

Ripple Buds Kickstarter fullscreen
Ripple Buds Kickstarter fullscreen
Ripple Buds Kickstarter fullscreen

Die Hersteller glauben, dass die Ripple Buds ideal für viele Anwendungsbereiche sind: Geschäftsleute können auf Dienstreisen perfekt kommunizieren und an Telefonkonferenzen teilnehmen. Im Auto sind sie ideal um einmal Verkehrsgeräusche zu dämpfen und gleichzeitig zu telefonieren – ohne dabei die Hände benutzen zu müssen. Beim Radfahren werden Windgeräusche unterdrückt und man kann sich besser unterhalten oder auch Musik hören. Und der Vorteil derartiger Ohrhörer in einer vollen, lauten U-Bahn erschließt sich ohnehin. Auch an lauten Arbeitsplätzen, auf Segelbooten und etwa beim Trainieren kann man sich die Ripple Buds gut vorstellen – und im Flugzeug auch. Ich kann mich gut erinnern, als ich meine ersten Sony-Kopfhörer hatte, die das Außengeräusch unterdrücken konnten. Bei langen Flügen war das extrem angenehm.

Alle Bluetooth-Geräte geeignet – außer dem Auto

In die Ohrhörer ist ein  Kondensatormikrofon mit einer bidirektionalen Charakteristik eingebaut, der Lautsprecher hat einen Frequenzgang von 20hz ~ 20khz. Daten werden per Dual Mode Bluetooth 4.1 übertragen, die Reichweite beträgt etwa zehn Meter. Das Gerät soll mit jedem Smartphone – egal ob Android, iOS oder Windows Phone – das über Bluetooth verfügt kompatibel sein, jedoch nicht mit dem Bluetooth-System in einem Auto. Der Akku hat 55 mAH und verfügt über eine Standby-Zeit von 110 Stunden. Das Aufladen dauert weniger als zwei Stunden. Man kann zwei Mono-Ripple-Buds miteinander verbinden, aber wer Stereo hören will, muss sich die Stereo-Version anschaffen.

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Hier kann man sehen, wie die Ohrhörer aufgebaut sind. (©Ripple Buds 2016)

Die Macher sagen über sich, dass sie bislang insgesamt 115 Patente haben anmelden und eintragen lassen und über vier Jahre harte Arbeit in die Entwicklung der smarten Ohrhörer gesteckt haben. Derzeit sollen Ripple Buds die einzigen Ohrhörer sein, die über eine derartige Technologie verfügen. Und bei den Geldgebern auf Kickstarter kommt das anscheinend prima an: Knapp 4.500 Unterstützer haben bislang gut 550.000 US-Dollar in die Kasse eingezahlt – und es sind noch 14 Tage bis zum Ende der Zeichnungsfrist. Ursprünglich verlangt waren nur 50.000 Dollar – aber die Macher haben schließlich auch schon einen funktionierenden Prototypen, sodass es im Grunde jetzt noch um die Vorfinanzierung der Produktion geht.

Von den günstigen Prämien sind schon alle weg, sodass man jetzt für ein Paar Ripple Buds mit 119 Dollar in die Finanzierung einsteigen kann – immer noch ein günstiger Preis, finde ich. Dazu kommen dann noch einmal 20 Dollar Versandkosten nach Deutschland und Zoll plus Steuern, sodass man etwa mit 160 bis 170 Euro rechnen muss. Dafür bekommt man aber ein spannendes Produkt, über das ich gerne im September mehr berichte – denn ich habe mich diesmal beteiligt und dann sollen die coolen Ohrhörer bei mir eintrudeln.

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