TURN ON Innovation: Aurga ist der ideale Foto-Assistent für die DSLR

Aurga Kickstarter
Aurga Kickstarter (©Aurga 2018)
Kai Lewendoski Steuert die Heizung zuhause übers Smartphone, die Musik in der Wohnung kommt vom Home Server.

Wer etwa Zeitraffer-Fotos mit seiner Spiegelreflexkamera machen möchte oder mit HDR-Bildern experimentiert, merkt recht schnell, wie aufwendig und kompliziert die Fotografie sein kann. Mit Aurga wird auf Kickstarter derzeit ein Foto-Assistent angeboten, der nicht nur diese beiden speziellen Techniken beherrscht und den Fotografen dabei unterstützen kann.

Die Macher des Kickstarter-Projektes Aurga haben in ihr kleines Aufsteckgerät so ziemlich alles reingepackt, was das Fotografenherz begehrt. Okay, manche der Funktionen finde ich persönlich nicht so spannend, weil sie erstens in den meisten Kameras ohnehin schon eingebaut sind und sich auch eher an Einsteiger richten.  Aber es gibt auch viele Dinge, die ich ungemein praktisch finde. Aber der Reihe nach.

Motivprogramme: Fotograf kann zwischen sechs Einstellungen wählen

Vor allem bei der szenenbasierten Optimierung der Bildeinstellungen bin ich skeptisch. Ähnlich wie bei den Motivprogrammen, die die meisten DSLRs außer den Profimodellen ja fest eingebaut haben, bin ich nicht sicher, ob das wirklich den gewünschten Effekt hat. Die Entwickler von Aurga haben nach eigenen Angaben Hunderttausende Bilder analysiert, um die optimalen Einstellungen für fast alle Bedingungen herauszufinden. Mit dem eingebauten intelligenten System soll der Fotograf dann zwischen sechs Einstellungen wählen können, die alle üblichen fotografischen Situationen abdecken sollen. Das Aurga-Modul analysiert dann die Bedingungen, wählt die richtigen Einstellungen und sendet diese an die Kamera. Wie gesagt: Alle wichtigen Spiegelreflex-Kameras haben so etwas auch fest eingebaut, und ob ein externes System da mehr leistet, ist nicht ausgemacht. Aber Aurga hat ja noch jede Menge anderer schicker Funktionen.

Aurga Kickstarter
Aurga funktioniert mit Nikon- oder Canon-Kameras.

Wer Aurga einsetzen will, sollte eine Kamera von Nikon oder Canon haben, mit anderen Modellen funktioniert das System nicht. Auch von den großen beiden Herstellern werden nicht alle Kameramodelle unterstützt  – aber alle wichtigen sind natürlich dabei. Eine Liste mit den unterstützen DSLR-Modellen findet sich auf der Projektseite bei Kickstarter. Dort in der Community kommt das Projekt übrigens gut an: 450 Geldgeber haben den Foto-Assi bislang mit über 56.000 US-Dollar unterstützt. Gefordert zur Finanzierung waren nur 20.000 Dollar, sodass auch hier wieder klar ist: Kickstarter dient nur als Marketing-Instrument, die Finanzierung ist vorher gelaufen. Denn um die Entwicklung eines derartigen Gerätes zu finanzieren, ist die Summe viel zu gering. Die Frist läuft in 27 Tagen ab, sodass da noch einiges zusammenkommen könnte.

Timelapse: Zeitraffer für Einsteiger und Profis

Viel wichtiger als Motivprogramme ist für mich eindeutig etwa die eingebaute Timelapse-Funktion: Aurga hilft Einsteigern damit, die Grundtechniken von spektakulären Zeitraffer-Filmen zu lernen und Zeit zu sparen. Profis können verschiedene Belichtungen pro Stunde oder auch pro Minute einstellen. Und für Anfänger hat das System Voreinstellungen im Angebot, mit der sich laut dem Hersteller Zeitraffer-Filme in vielen Situationen anfertigen lassen, die dann direkt aus der App als Video exportiert werden können. Mit der HDR-Funktion werden drei Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen aufgenommen und dann in der App zu einer Aufnahme mit hohem Dynamikumfang zusammengesetzt.

Aurga Kickstarter
Aurga hat eine Möglichkeit, eine Speicherkarte zu verwenden.

Neben den Aufnahmetechniken beherrscht das Gerät natürlich auch die Fernsteuerung der Kamera. Bis zu 30 Meter kann hier die Entfernung zwischen der App auf dem Smartphone und dem Aufsteckgerät betragen. Stichwort App: Natürlich werden die Funktionen von Aurga per App, die es für Android und iOS gibt, gesteuert. Dabei soll es möglich sein, die Kamera via Smartphone nur mit einem Fingertipp zu bedienen – man kann aber auch alle Parameter an seiner DSLR in der App manuell einstellen.

Zusatzspeicher hat bis zu 256 GB & beamt Bilder ins Internet

Das ist sind aber noch nicht alle Funktionen, die der Foto-Assi im Gepäck hat. Das Gerät verfügt auch über ein zusätzliches Speichersystem für die aufgenommenen Bilder. Man kann eine Speicherkarte mit bis zu 256 GB Kapazität verwenden, sodass man sich keine Sorgen mehr um den Speicherplatz in der Kamera machen muss. Um die Bilder in soziale Netzwerke hochzuladen, kann man den Share-Button in der App verwenden und die Bilder blitzschnell ins Internet beamen.

Aurga Kickstarter
Das Gerät lässt sich per App steuern.

Als letztes wichtiges Feature bietet das Gerät eine Ladefunktion an: Mit dem eingebauten Akku, der über 2600 mAh Kapazität verfügt, kann ein leeres Smartphone schon recht nachhaltig wiederbelebt werden. Das kann entscheidend sein,  denn Aurga braucht zum Funktionieren natürlich das Smartphone. Wer jetzt denkt, dass er Aurga braucht, der kann derzeit für 89 Dollar inklusive Versandkosten in die Finanzierung einsteigen, das sind etwa 75 Euro. Wer ein Paket mit Speicherkarte will, muss tiefer in die Tasche greifen und zahlt mit 149 Dollar am Ende dann etwa 120 Euro plus vielleicht gut 15 Euro an Steuern für die Einfuhr. Für ein derartig vielseitiges Zubehör ein absolut fairer Preis finde ich.

Innovation
Jede Woche Donnerstag nehmen wir ein neues spannendes Crowdfunding-Projekt genauer unter die Lupe und berichten darüber ausführlich in TURN ON Innovation. Vergangene Themen unserer Innovations-Kolumne findest Du in dieser Übersicht.

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