Kolumne

TURN ON Innovation: BIKI – die Unterwasserdrohne taucht auf

BIKI: die Unterwasser-Drohne wird jetzt bei Kickstarter angeboten.
BIKI: die Unterwasser-Drohne wird jetzt bei Kickstarter angeboten. (©BIKI 2017)

Mit BIKI gibt es jetzt bei Kickstarter eine ungewöhliche Drohne: Das Mini-U-Boot sieht aus wie ein Fisch und kann tauchen. Wer Angler oder Taucher ist, kann das Gerät für sein Hobby nutzen und Filme und Fotos von der Unterwasserlandschaft und den Fischen machen. Oder man hat einfach Spaß im Pool mit dem elektronischen Fisch.

Auf Kickstarter wird das Projekt BIKI von seinen Machern stolz als der weltweit erste drahtlose bionische Roboter-Fisch bezeichnet. Um zu verstehen, was das eigentlich ist, muss man sich ein per Smartphone gesteuertes Mini-U-Boot vorstellen, das eine Schwanzflosse wie ein Fisch hat und so für Antrieb sorgt. Also eine Drohne, die tauchen kann und auch mit einer 4K-Kamera ausgestattet ist. Ich als Hobbyangler finde es grundsätzlich spannend, meine Fischgründe unter Wasser anzusehen. Sorge hätte ich bloß, weil es in vielen heimischen Gewässern Wasserpflanzen gibt, in denen sich das Tauchgerät festfahren könnte.

BIKI besitzt smarte Funktionen: GPS, Hindernisse, Stabilität

Was BIKI "bionisch" macht, sind einige smarte Funktionen, die der künstliche Drohnen-Fisch an Bord hat. Wie eine fliegende Drohne kann er seine Schwimmlage selbst stabilisieren und er taucht auf, wenn der Akku alle ist, um GPS-Ortung zu ermöglichen. BIKI soll auch dazu in der Lage sein, Hindernissen auszuweichen, ähnlich wie smarte Staubsauger das können.

Das Tauchgerät schafft immerhin gut 50 Meter Tiefe – der Hersteller gibt 196 Fuß an und ist etwa 30 Meter pro Minute schnell, was knapp zwei Kilometern pro Stunde entspricht oder eben 1,12 Meilen pro Stunde. Die Lautstärke des Motors erreicht 55 Dezibel, was etwa der Geräuschintensität eines normalen Gesprächs entspricht. Das ist ziemlich leise und dürfte auch scheue Wasserbewohner nicht zu sehr verschrecken.

Auf Tauchgängen kann BIKI ... fullscreen
Auf Tauchgängen kann BIKI ... (©BIKI 2017)
... ein wertvoller Begleiter für die Erkundung der ... fullscreen
... ein wertvoller Begleiter für die Erkundung der ... (©BIKI 2017)
... Unterwasserwelt sein, zumal sich das Gerät ... fullscreen
... Unterwasserwelt sein, zumal sich das Gerät ... (©BIKI 2017)
... auch in größeren Tiefen noch orientieren kann. fullscreen
... auch in größeren Tiefen noch orientieren kann. (©BIKI 2017)

Wackelfreie Bilder auch bei Dunkelheit

Die Macher aus China versprechen, dass BIKI auch bei vollem Schwimmtempo oder bei Dunkelheit in der Lage ist, die Kamera zu stabilisieren. Dazu gibt es eine Anti-Rüttel-Plattform, auf der das Aufnahmegerät montiert sein wird. Die Linse der Optik soll einen weiten 150-Grad-Bereich einfangen, was fast einem Halbkreis entspricht. Nahe Objekte dürften aber deutlich verzerrt dargestellt werden, wenn mit dem vollen Bildwinkel gefilmt wird. Eingebaut sind Leuchten, um die Szenerie zu erhellen, und 32 GB interner Speicher für Film und Fotos. Laut Hersteller sind mit einer Akkuladung 90 bis 120 Minuten Videofilmen möglich, auf den Speicher würden sogar über zwei Stunden Film mit 1080p-HD-Qualität passen.

Um sich unter Wasser zu orientieren, nutzt BIKI ein Echolot wie etwa auch Delfine es zur Ortung verwenden. Mit dem Schwanzflossen-Antrieb passt sich der Roboter außerdem der Umgebung gut an, was auch ökologisch korrekt sein soll. Und vermutlich wäre mit einem Schraubenantrieb das Risiko auch größer, hängen zu bleiben, da sich Wasserpflanzen im Rotor leicht festfressen könnten. Insgesamt ist BIKI so konstruiert, dass das Unterwasserbiotop so wenig wie möglich gestört werden soll.

BIKI soll auch als Spielzeug im Pool funktionieren

Natürlich ist das auch für den Umgang mit der Drohne im Pool wichtig, weil die Verletzungsgefahr an der Flosse gleich null ist. Mit einer rotierenden Schraube wäre es nicht ganz so ungefährlich, so die Hersteller. Denn das Gerät soll mehr sein, als einfach nur ein fernsteuerbares U-Boot. Es wird als eine Art Familienmitglied präsentiert, das mit Emotionen ausgestattet ist und mit dem Kinder in Pool spielen können. Bei diesen Aussagen ist natürlich auch eine Menge Marketing dabei ...

Ein paar Worte zur Steuerung und dem Senden von Bilddaten: Funkwellen werden unter Wasser wesentlich schlechter übertragen, als in der Luft – etwa um den Faktor 80. Eine Übertragung etwa von Live-Bilddaten der BIKI-Kamera ist nur in flachem Wasser möglich. Ich schätze, die Entfernung zwischen BIKI und Smartphone dürfte nicht mehr als fünf bis maximal zehn Meter betragen, damit die Verbindung stabil bleibt. Der Hersteller gibt als "Transfer Distance" 25 Meter an, vermutlich gilt dies aber nur für Steuersignale, die wenig Daten beinhalten. Zusätzlich gibt es eine Fernsteuerung, mit der sich BIKI durch Schallwellen steuern lässt. Dadurch kann etwa die Kamera unter Wasser bedient werden – praktisch für Taucher. Mit einem guten wasserdichten Smartphone käme es freilich auf den Versuch an, dieses in der Nähe der Tauch-Drohne auch unter Wasser als Fernsteuerung zu verwenden.

Im Pool soll BIKI auch für Kinder ein ungefährliches Spielzeug sein, das ... fullscreen
Im Pool soll BIKI auch für Kinder ein ungefährliches Spielzeug sein, das ... (©BIKI 2017)
... aber auch Erwachsenen Spaß machen kann ... fullscreen
... aber auch Erwachsenen Spaß machen kann ... (©BIKI 2017)
... wenn sie im Schwimmbecken entspannen ... fullscreen
... wenn sie im Schwimmbecken entspannen ... (©BIKI 2017)
... oder Technik-Freaks sind. fullscreen
... oder Technik-Freaks sind. (©BIKI 2017)

Route wird vorher an Land festgelegt

Damit man das Gerät unter Kontrolle behält, muss man an Land vorher eine Route festlegen, wenn es tiefer und weiter gehen soll als nur zehn Meter. Dazu verfügt BIKI über diverse Sensoren, die diese Route überwachen und einhalten helfen. Sollte der Robo-Fisch doch abgetrieben werden, taucht er auf und lässt sich per GPS orten. Aber: Für diesen Fall sollte man entweder ein Boot griffbereit haben oder aber eine Schwimmeinlage nicht scheuen, um das nicht eben billige Gadget aus den Fluten zu retten.

Stichwort Preis: Momentan bekommt man die Drohne für 618 Dollar, das sind etwa 545 Euro inklusive Versand. Aber: Der Zoll dürfte hier die Hand aufhalten, sodass leicht 20 bis 30 Prozent dieses Preises an Steuern und Zollgebühr zusätzlich entfallen dürften. Am Ende könnten es an die 700 Euro sein, die man für BIKI aus dem Sparschwein holen muss. Billig geht anders, aber das Gerät wirkt ausgereift und ist diesen Preis wohl wert. Dass dem so ist, finden auch viele Kickstarter-Nutzer. Bislang haben über 360 Investoren immerhin schon fast 202.000 US-Dollar eingezahlt. Dabei lag das Ziel nur bei 20.000 Dollar und die Frist läuft noch 15 Tage. Die Auslieferung des Geräts soll übrigens schon im September stattfinden, BIKI ist also fertig und Kickstarter dient nur als Werbeplattform.

Artikel-Themen

Neueste Artikel zum Thema 'Innovation'

close
Bitte Suchbegriff eingeben