Kolumne

TURN ON Innovation: Bonjour – smarter war ein Wecker nie

Bonjour ist nicht nur Wecker, sondern eine digitale Assistentin.
Bonjour ist nicht nur Wecker, sondern eine digitale Assistentin. (©Holi 2016)

Bonjour, so heißt der smarte Wecker, dessen Finanzierung gerade auf Kickstarter läuft. Das Gadget sorgt aber nicht nur für einen angenehmen Start in den Tag, sondern wartet mit allerlei nützlichen Features und gar umfangreichen Entertainment-Qualitäten auf. Dank künstlicher Intelligenz lernt Bonjour stetig dazu.

Das Kickstarter-Projekt Bonjour ist mehr als ein simpler Wecker. Ob Automatisierung, Steuerung im Smart Home oder Musikstreaming – nur einige der Möglichkeiten, für die sich Bonjour eignet. Das Gerät will sich vielmehr als digitaler Assistent positionieren, seine Befehle erhält Bonjour per Spracheingabe. Natürlich wirkende Unterhaltungen sollen möglich sein, durch künstliche Intelligenz befindet sich das Gadget in einem stetigen Lernprozess. Die Einsatzgebiete sind vielfältig. Ist das Wetter zum angepeilten Wecktermin etwa schlecht, kannst Du Dich einfach später wecken lassen.

So viel Technik steckt in Bonjour

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Specs von Bonjour. Der Wecker weist eine Größe von 5,3 x 3 Zoll auf, der HD-Bildschirm hat 4,2 Zoll in der Diagonale. Im Inneren werkelt ein Cortex A15-Prozessor, der von 2 GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Ein 180-Grad-System mit zwei Stereo-Mikrofonen mit Noise Cancelling sorgt für eine optimale Spracherkennung. Das Soundsystem besitzt eine Ausgangsleistung von 5 Watt und umfasst zwei Lautsprecher. Das Material besteht aus Plastik, Glas und einem Chrome Finish, auf die Waage bringt der Wecker 16 Gramm. Bonjour ist kompatibel mit Android und iOS. Per Smartphone-App erfolgt auch die Einrichtung, hier lassen sich Accounts von Fibit, Nest und Co. koppeln.

Wenn Du Dich von Bonjour nicht nur wecken lassen willst, kannst Du ihn auch nach dem Wetter fragen, Kalendereinträge abrufen, Verkehrsdaten checken oder auch Fitness-Aktivitäten einsehen. Außerdem fungiert Bonjour als Schlaf-Coach. Man kennt es ja von normalen Weckern: Man definiert eine feste Zeit, zu der man geweckt werden möchte. Da bildet auch Bonjour keine Ausnahme, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied.

Es regnet? Schlaf einfach weiter

Steht beispielsweise am nächsten Tag ein wichtiges Meeting an, das Du auf keinen Fall verpassen darfst, weckt Dich Bonjour schon vor der vereinbarten Zeit – etwa, wenn auf den Straßen gerade Stau herrscht. Stellst Du Dir den Wecker frühmorgens zum Laufen und es regnet zu diesem Zeitpunkt in Strömen, weckt Bonjour Dich dementsprechend später. Das basiert auf dem Prinzip IFTTT, also "If This Then That" Man definiert Regeln, die beim Eintreten bestimmter Ereignisse ausgelöst werden. Also etwa: Wenn es regnet, lass mich weiter schlafen.

Da Bonjour Deinen Kalender und somit Deine Termine kennt, ist das Gerät in der Lage, Alarme automatisch zu erstellen – verschlafen ausgeschlossen. Der integrierte Coach soll für einen erholsameren Schlaf sorgen, dafür arbeitet das System nahtlos mit der Apple Watch oder Pebble zusammen, auch Fitness-Daten von Fitbit und Co. sorgen für eine umfassende Schlafanalyse. Bonjour interessiert sich auch für Deine Gesundheit. Hast Du Dich den Tag über bislang wenig bewegt, die Sonne scheint und Dein Terminkalender weist Lücken auf, motiviert der Wecker Dich zum Laufen. So verlierst Du Deine definierten Ziele nie aus den Augen. Google Fit, Apple Health oder Withings werden dafür unterstützt.

Bonjour lernt dank künstlicher Intelligenz nie aus

Insbesondere mit der künstlichen Intelligenz will Bonjour punkten – das Hirn des Gadgets entstammt direkt der Cloud. Jeden Tag lernt es Deine Vorlieben kennen, trainiert sich neue Fähigkeiten an und lernt dank der Community neue Befehle. Dabei merkt sich Bonjour, wann Du aufstehst und wie lange Du benötigst, um Dich fertig zu machen. Diese Erkenntnisse nutzt das System, um Dir den Morgen noch angenehmer zu gestalten. Die Spracherkennung wird mit der Zeit immer präziser, je mehr Du mit ihr sprichst. Auch in puncto Entertainment hat Bonjour einiges zu bieten. Auf Wunsch streamt das Gerät Musik aus dem Netz, etwa von Spotify oder auch Deezer.

Bonjour lässt sich zudem für die Steuerung im Smart Home nutzen. So kannst Du die Temperatur der Heizung regulieren oder das Licht ein- und ausschalten. Verfügst Du über eine Überwachungskamera, kannst Du das Bild komfortabel auf dem Display anzeigen lassen. Praktisch auch, wenn Du über ein Babyphone mit Kamera verfügst. Ein eigener Privacy-Button sorgt dafür, dass Du sprechen kannst, ohne dass Bonjour zuhört. Anders als bei vergleichbaren Produkten, versichern die Macher.

Für 119 US-Dollar kann man Bonjour finanzieren

Zum Release wird Bonjour nur über eine englische und französische Sprachausgabe verfügen. Weitere Sprachen sind geplant, den Anfang wird Spanisch machen. Als Finanzierungsziel haben die Macher 50.000 US-Dollar ausgerufen, Stand heute sind aber bereits knapp 600.000 US-Dollar zusammengekommen. Wer sich finanziell an diesem Projekt beteiligen möchte, hat noch 11 Tage dafür Zeit. Für 119 US-Dollar kann man derzeit noch einsteigen, der offizielle Verkaufspreis soll bei 249 US-Dollar liegen. Die Auslieferung erfolgt ab Mai beziehungsweise Juni 2017.

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