Kolumne

TURN ON Innovation: Eyecatcher – das elektronische Armband

Eyecatcher
Eyecatcher (©Lookseelabs 2015)

In den vergangenen Monaten brachten viele Elektronik-Firmen neue Smartwatches auf den Markt: Im Windschatten des Erfolgs der Apple Watch gibt's fast jede Woche ein neues Produkt mit Display und Computerfunktionen. Das ebenso smarte Eyecatcher-Armband geht technologisch einen ganz anderen Weg.

Was mich ehrlich gesagt an den neuen Smartwatches stört, ist das Aufladen. Noch ein Gerät, das neben Smartphone, Bluetooth-Lautsprecher und Fitness-Tracker regelmäßig mit Energie vollgepumpt werden muss. So wird der Platz auf dem Nachttisch schnell knapp. Und die Ladekabel vergisst man auch ständig. Solange es keine möglichst universelle drahtlose Lademöglichkeit gibt, sind mir zusätzliche Strom-Babys, die pünktlich und regelmäßig gefüttert werden wollen, eher lästig.

Eyecatcher: Blickfang und Dauerläufer

Vielleicht ist das neue und schon sehr erfolgreiche Kickstarter-Projekt Eyecatcher da ja eine Lösung. Das digitale Armband ist dank des großen Displays nicht nur ein Blickfang, sondern auch ein echter Dauerläufer: Der Akku reicht je nach Gebrauch des Armbands zwischen zwei Monaten und einem Jahr. Viel besser als andere smarte Handgelenk-Gadgets also. Aber beherrscht das Gerät auch wichtige Funktionen?

Das Eyecatcher-Armband ist kein mit allerletzter Technologie vollgestopftes Elektronik-Monster, sondern will eher Mittelding zwischen Schmuck und Smartwatch sein. Es hat ein extrem stromsparendes gebogenes E-Ink-Display, das man zwar in der hellen Sonne prima sehen kann, im Dunkeln aber nicht besonders gut. Auf dem ums Handgelenk gebogenen Bildschirm kann man wechselnde Bilder und Muster anzeigen lassen, und hat damit einen ziemlich coolen Wechsel-Schmuck. Wer etwa das Muster seiner Kleidung auch am Arm tragen will, macht einfach ein Foto und überträgt das per App aufs Armband. In einer rotierenden Diashow können dann bis zu zwölf verschiedene Motive angezeigt werden – Dauer und Verzögerung lassen sich einstellen.

Infos vom Smartphone kommen per Bluetooth

Anzeigen lassen sich auch Infos von seinem Smartphone, die per Bluetooth übertragen werden. Etwa eine Uhr inklusive verschiedener Zifferblätter, aktuelle Echtzeit-Daten, gefilterte Benachrichtigungen, bewegliche Karten und auch QR-Codes oder Aktivitäts-Level. So lassen sich auf dem Gerät alle Infos erfassen, die auch das Apple Notification Center bereitstellt. Diese werden nach bestimmten Stichworten durchsucht, sodass nur die Benachrichtigungen gezeigt werden, die auch wirklich wichtig sind. Nutzen lässt sich das Armband aber nicht nur als coole Uhr oder für Nachrichten, sondern auch etwa als Eintrittskarte oder Flugticket, indem die entsprechenden QR- oder Barcodes auf dem Display angezeigt werden. In der App gibt's laut Hersteller außerdem eine große Anzahl schicker Muster, sodass das Gadget am Handgelenk nicht so schnell langweilig wird.

Eyecatcher Smart Armband fullscreen
Eyecatcher Smart Armband fullscreen
Eyecatcher Smart Armband fullscreen
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Da das ausschließlich in Graustufen und nicht in Farbe verfügbare Display so extrem wenig Strom braucht, wird es niemals ausgeschaltet, sondern bleibt immer sichtbar. Da es aber nicht selbst leuchtet, stört es auf dem Nachttisch auch nicht besonders. Derzeit wird iOS schon unterstützt, das Eyecatcher-Team arbeitet an einer Android-App. Das Gerät wird es in drei Varianten geben. In rostfreiem Stahl für die Männerwelt und in Bronze und Silber für weibliche Handgelenke. Außerdem werden drei verschiedene Größen angeboten werden, versprechen die Hersteller. Das Armband soll wasserfest sein und kann bei Bedarf mit einem Micro-USB-Kabel aufgeladen werden.

Wer mitfinanzieren will, muss sich sputen

Wer in die Finanzierung einsteigen will, muss sich sputen. Für 239 Dollar kann man sich noch ein Armband sicher, aber auch hier sind schon fast alle Modelle ausverkauft. Die Auslieferung soll im Frühjahr 2016 erfolgen, das Projekt hat schon 42 Tage vor dem angepeilten Ziel die selbst gesteckte Finanzierungshürde von 75.000 Euro locker genommen. Momentan sind überhaupt nur noch gut 90 Armbänder verfügbar – das Gadget hat eingeschlagen wie eine Bombe. Dafür, dass das auch alles klappt wie versprochen, steht übrigens der Teamleiter Per Ljung. Der studierte Ingenieur hat für Big Player der Branche wie Motorola oder Nokia gearbeitet, bevor er sich selbstständig machte.

Eyecatcher Smart Armband fullscreen
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Eyecatcher Smart Armband fullscreen
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