Kolumne

TURN ON Innovation: Gameband – die Smartwatch für Spieler

Gameband ist eine Smartwatch speziell für Spieler.
Gameband ist eine Smartwatch speziell für Spieler. (©FMTwo Game 2017)

Eine Smartwatch extra für Spieler bietet das Kickstarter-Projekt Gameband jetzt an – und stößt damit auf einiges Interesse in der Unterstützer-Gemeinde. Eingebaut ist vor allem ein erweiterbarer Speicher, auf dem Spiele enthalten sind. Diese lassen sich entweder direkt auf der Uhr spielen, alternativ kann Gameband auch an einen Computer angeschlossen werden.

Eine Smartwatch speziell für Gamer? Die Macher hinter dem Kickstarter-Projekt Gameband versprechen ein Gerät, das mit einem der schnellsten Prozessor ausgestattet sein soll, der für Wearables derzeit verfügbar ist. Es hat ein hochwertiges AMOLED-Display, WLAN, Bluetooth 4.2 und eine eigene Version von Android 6.01 Marshmallow, die zusätzlich mit einer breiten Palette von zusätzlichen Apps ausgestattet ist. Hört sich also gut an, finde ich.

Finden viele Finanzierer bei Kickstarter auch, denn das Projekt ist zwar noch 36 Tage vom Ende des Finanzierungszeitraums entfernt, aber es sind jetzt immerhin schon gut 82.000 US-Dollar in der Kriegskasse gelandet. Gefordert waren nur 75.000. Da das Projekt also endgültig realisiert werden wird, ist die Frage berechtigt, was Gameband eigentlich nun alles kann?

Gameband hat ein erweiterbares MicroSD-Laufwerk

Das Gerät ist mit einem erweiterbaren MicroSD-Laufwerk ausgestattet. Das bedeutet im Grunde, dass Speicher eingebaut ist, der mit zusätzlichen Karten in einem Steckplatz leicht vergrößert werden kann. Dieser Speicherplatz in der Uhr lässt sich nun vor allem als tragbares Spiele-Lager für allerlei Games-Klassiker verwenden. Oder man speichert dort Fotos, Musik, andere Dateien und was man sonst so braucht. Der Trick ist: Sobald die Uhr per Kabel an einen Computer angeschlossen ist, lassen sich die Games dort über eine spezielle Oberfläche (Pixel Furnace) zocken. Und per Bluetooth kann man auf die Daten von anderen mobilen Geräten zugreifen.

 Die Uhr kann per Bluetooth zu anderen Geräten Kontakt aufnehmen fullscreen
Die Uhr kann per Bluetooth zu anderen Geräten Kontakt aufnehmen (©FMTwo Game 2017)

Klar, so ein Angebot steht und fällt mit den Spielen, die entweder mitgeliefert werden oder künftig zur Verfügung stehen. Die Gameband-Erfinder haben sich daher mit zwei klassischen Spielemarken zusammengetan, um ein entsprechendes Angebot im Köcher zu haben: Atari und Terraria. Während Atari viele absolute Klassiker wie etwa "Pong", "Asteroids" oder "Breakout" im Angebot hat, gilt Terraria derzeit als eines der spannendsten unabhängigen Spieleprojekte der Branche.

Gameband-Version kommt im typischen Atari-Rot

 Von der Uhr gibt es verschiedene Versionen. fullscreen
Von der Uhr gibt es verschiedene Versionen. (© 2017)

Von Atari soll es nicht nur Spiele auf der Uhr geben, sondern es gibt auch eine Version der Uhr im typischen Atari-Rot und die Armbänder sind auch passend gestaltet. Zusätzlich soll es beim Erreichen bestimmter Finanzierungssummen weitere Spiele in der Uhr geben, die "ab Werk" mitgeliefert werden. Und von Terraria soll es eine spezielle für die Uhr angepasste Version geben.

Folgende Mini-Spiele sind beim Start bislang auf der Uhr eingeplant:

  • "Asteroids"
  • "Pong"
  • "Breakout"
  • "Centipede"
  • "Crystal Castles"
 Das Design sollte stylish und robust sein. fullscreen
Das Design sollte stylish und robust sein. (© 2017)

Je mehr Geld für die Finanzierung eingenommen wird, desto mehr soll auch dieser Katalog wachsen. Zusätzlich zu den Spielen sind in der speziell programmierten Gameband-Software auch einige Apps enthalten:

  • Kalender
  • Kontakte
  • Wähltastatur
  • Wetter
  • Alarm
  • Alex Stimmensteuerung
  • Musik-App

Wenn Gameband offiziell auf dem Markt ist, soll es erstens sehr viele neuen Zifferblätter zum Herunterladen geben und zweitens sollen die Nutzer selber welche erstellen können.

 Pixel Furnace ist wie iTunes für Games. fullscreen
Pixel Furnace ist wie iTunes für Games. (©FMTwo Game 2017)

Clou der Software ist Pixel Furnace: Wie iTunes für Spiele

Der Clou der Software ist aber sicher Pixel Furnace, das die Macher der Uhr als eine Art iTunes für Spiele bezeichnen. Man kann es mitnehmen und überall anschließen. Natürlich können die Spiele dann keine anspruchsvollen Grafik-Boliden sein, sondern es handelt sich eher um Minispiele, die im Casual-Bereich angesiedelt sind. Die Hersteller sichern jedenfalls jedem Käufer einer MicroSD-Karte zu, Pixel Furnace dort zu installieren und ein Jahr lang auch mit Updates zu versorgen.

In der Spieler-Uhr steckt natürlich jede Menge Technik. Das Gerät ist rings um einen Qualcomm Snapdragon Wear 2100-Prozessor gebaut und verfügt über ein 1,63-Zoll-AMOLED-Display, hat WLAN und ist mit dem schnellen Bluetooth 4.2 ausgestattet. Der recht große Akku hat 400 mAh, was wahrscheinlich bei vollem Betrieb nur schwer über den Tag reichen dürfte. Wirklich wasserdicht ist Gameband nicht, die Macher der Uhr raten davon ab, sich mit dem Gerät unter die Dusche zu stellen. GPS oder ein Herzfrequenzsensor sind ebenfalls nicht eingebaut. Diese Funktionen sind vor allem aus Platzgründen dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Erfahrung bei über 100 Wearable-Projekten gesammelt

Gameband wurde in San Francisco erfunden, die Macher haben auch schon für Firmen wie Google, Samsung oder Sonos gearbeitet. Der Chefdesigner, Max Burton, war schon bei über 100 Wearable-Projekten mit von der Partie. Erfahrung scheint also reichlich vorhanden.

Wer sich einklinken und mitfinanzieren will, kann derzeit noch für 149 US-Dollar einsteigen. Mit Versandkosten nach Deutschland werden es dann 174 Dollar, sodass man inklusive Steuern mit etwa 200 Euro für die Spieler-Smartwatch rechnen muss. Dafür bekommt man dann aber auch ein Gerät, dass nicht nur optisch und technisch einen guten Eindruck macht, sondern auch interessante Funktionen besitzt.

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