Kolumne

TURN ON Innovation: Intelligente Kamerasteuerung mit Pulse

Mit Pulse lassen sich Kameras von Canon und Nikon komfortabel fernsteuern.
Mit Pulse lassen sich Kameras von Canon und Nikon komfortabel fernsteuern. (©Pulse 2015)

Mit Pulse wird jetzt bei Kickstarter eine neuartige und ziemlich coole Steuerung für viele Spiegelreflex- oder Systemkameras von Canon und Nikon finanziert: Per Smartphone sollen sich viele Funktionen der Kameras ganz leicht bedienen lassen.

Ich bin eigentlich kein ausgesprochener Spontankäufer, aber bei Pulse habe ich sofort zugeschlagen und bin mit 74 US-Dollar plus 20 Dollar Versandkosten in die Finanzierung eingestiegen – wofür ich dann im April 2016 hoffentlich "meinen" Pulse bekomme. Immerhin noch 25 Dollar unter dem erwarteten Ladenpreis – wenn das Gerät überhaupt in Europa im Einzelhandel erhältlich ist. Nötig für das Erreichen des Finanzierungsziels wäre mein Einsatz übrigens nicht gewesen, denn die von den Pulse-Machern angepeilte Summe von 50.000 US-Dollar ist mit gut 161.000 Dollar 29 Tage vorm Endtermin schon weit übertroffen. So wie ich finden knapp 1900 Kickstarter-Teilnehmer die Idee anscheinend ziemlich faszinierend.

Pulse: Diese Funktionen brauchte jede moderne Kamera

Pulse bringt Funktionen mit, die im Grunde in jeder modernen Kamera enthalten sein sollten. Es gibt in der Tat von Nikon und auch Canon bereits Modelle, die sich per App und Smartphone steuern lassen. Aber das sind noch wenige und die Lösungen scheinen teils nicht sehr ausgereift. In diese Marktnische springen nun die Macher von Pulse mit ihrem kleinen und sehr pfiffigen Gerät. Dieses soll mit sehr vielen Kameramodellen der beiden großen Hersteller problemlos zusammenarbeiten. Mit Sony-Kameras geht es übrigens aus technischen Gründen nicht. Die Pulse-Hersteller hätten Sony nach eigenen Angaben aber gerne mit im Boot gehabt.

TURN ON Innovation: Pulse fullscreen
TURN ON Innovation: Pulse fullscreen
TURN ON Innovation: Pulse fullscreen

Pulse ist ein kleiner, flachen Kasten mit blau leuchtendem Rand, der einfach auf den Blitzschuh der Kamera gesteckt und dann per Kabel an den USB-Port angeschlossen wird. Damit ist auch schon der Haken klar: Einen Blitz gleichzeitig aufstecken geht nicht. Ansonsten geht aber sehr viel mit Pulse, das kleine Gerät hat einiges auf dem Kasten.

Alles geht: Fotos, Videos, Zeitraffer

Die Macher aus dem kalifornischen San Diego bezeichnen Pulse als die beste Methode, eine Kamera per App und Smartphone zu steuern. Ob man nun einfach nur Fotos macht, Zeitraffervideos dreht oder normale Filme, alles lässt sich per Smartphone aus der Entfernung kontrollieren. Verbindung mit dem Smartphone nimmt Pulse übrigens per Bluetooth auf, was gleichzeitig die Reichweite des Kästchens auf etwa 30 Meter begrenzt. Zu Spionagezwecken ist die Fernsteuerung jedenfalls nicht geeignet. Aber man kann sich drinnen aufwärmen, während die Kamera in der Eiseskälte Winterbilder schießt.

fullscreen
Der Pulse-Adapter fällt kaum auf. (©Pulse 2015)

Per Vorschau-Funktion kann man kleine Vorschaubilder auf seinem Smartphone sehen, unmittelbar nachdem man ein Bild gemacht hat. So lässt sich die Qualität kontrollieren, ohne dass man jedes Mal wieder einen Blick auf den Kamerabildschirm werfen muss. Und wenn man bei schwachem Licht fotografiert, kann man mit Pulse den Verschluss kontrollieren. Es sind Zeiten von einigen Sekunden bis zu Stunden möglich. Bevor Pulse ein Foto macht, blinkt das Gerät, sodass man weiß, wann die Aufnahme geknipst wird. Zusätzlich werden auch Kamera-Infos angezeigt, etwa zum Ladezustand der Akkus. Die dafür nötige App ist natürlich kostenlos und sowohl für iOS wie auch für Android erhältlich.

Pulse wird per USB angeschlossen

Das alles hört sich schon prima an, für eine Fernbedienung sind das reichlich Funktionen. Schade nur, dass es kein Live-Bild gibt, aber dafür ist die Verbindung vermutlich auch nicht schnell genug. Aber Pulse kann sogar Video: Da das Gerät mit der Kamera per USB kommuniziert, können nicht allein Foto- sondern auch Video-Funktionen gesteuert werden. Dabei ist es unter anderem möglich, bis zu drei Kameras per Pulse fernzusteuern. So können auch Solo-Filmer mit mehr als einer Kamera drehen und dabei dennoch die richtigen Perspektiven einfangen.

TURN ON Innovation: Pulse fullscreen
TURN ON Innovation: Pulse fullscreen
TURN ON Innovation: Pulse fullscreen

Gut geeignet ist Pulse auch für Tag-Nacht-Übergänge, da man mit der App auch die Empfindlichkeit und die Belichtungszeit verändern kann. So lassen sich spektakuläre Aufnahmen schießen, ohne dass man dabei die Kamera bewegen müsste.

Ich habe mir schon immer eine Fernbedienung für meine Kamera gewünscht, die mehr kann, als nur die Aufnahme auszulösen. Aber weder Canon noch Nikon haben hier für die große Masse ihrer Geräte eine Lösung am Start. Mit Pulse wird sich das ändern, weil es endlich eine anscheinend qualitativ gute Fernsteuerung zu einem vernünftigen Preis gibt. Wie gesagt: Ich habe mitfinanziert und werde das Ergebnis im kommenden Frühjahr in den Händen halten.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben