Kolumne

TURN ON Innovation: Lampix – Die LED-Lampe mit interaktivem AR-System

Lampix sieht auf den ersten Blick aus wie eine herkömmliche LED-Lampe, ist aber ein mächtiges Augmented-Reality-Werkzeug. Das Gadget erfasst Objekte, blendet passende Informationen dazu ein und erlaubt ein interaktives Zusammenarbeiten. Was das Kickstarter-Projekt Lampix so besonders macht, verrät TURN ON Innovation.

Spätestens seit iOS 11 auf dem iPhone ist Augmented Reality in aller Munde: Reale Objekte werden so etwa durch virtuelle Objekte und andere Informationen ergänzt, womit im besten Fall ein Mehrwert entsteht und Spiele oder Apps intensiver wahrgenommen werden können.

Mit dem Kickstarter-Projekt Lampix möchten die Entwickler George Popescu und Mihai Dumitrescu die erweiterte Realität in den Alltag einziehen lassen. Damit das gelingt, haben sie eine stylishe LED-Lampe entwickelt, die sich perfekt in das Wohn- oder Arbeitszimmer einfügt. Doch auf die simple Funktion, einzig und allein für Licht zu sorgen, beschränkt sich das Modell nicht. Stattdessen haben die Macher High-End-Technik verbaut, die völlig neue Möglichkeiten eröffnet. So verrichten im Inneren ein HD-Projektor und eine Kamera ihren Dienst, die in Kombination mehr leisten, als einfach nur Inhalte auf einem Tisch einzublenden.

Diese Technik steckt im Inneren

Zunächst zu den technischen Details: Lampix bringt es bei einem Gewicht von rund 2,7 Kilogramm auf Abmessungen von circa 33 x 22 x 91 Zentimeter. Die Videoauflösung beträgt 1280  x 800 Pixel, der Kontrast 20.000:1. Lampix kann Inhalte auf einer Fläche von 58 x  94 Zentimeter darstellen. Dabei erreicht der Projektor eine Helligkeit zwischen 500 und 700 Lumen. Außerdem verfügt Lampix über einen 32 Gigabyte großen Speicher und ist mit einem Stereo-Lautsprecher ausgestattet. In puncto Verbindung beherrscht die Lampe WLAN, LAN, Bluetooth und USB 2.0.

Lampix erkennt selbst kleinste Handbewegungen

Die ausgeklügelte Technik im Inneren soll selbst kleinste Handbewegungen erkennen und intelligent auf Objekte in der realen Welt reagieren – die Liste an erkannten Objekten wächst übrigens stetig. Interaktion sei so auf einem völlig neuen Level möglich, betonen die Macher. Lampix ist beileibe nicht auf den Einsatz in den eigenen vier Wänden beschränkt, sondern eignet sich ebenso hervorragend in Konferenzräumen, Restaurants und Ladengeschäften – auch Spiel- und Küchentische sollen von den Augmented-Reality-Features profitieren.

Im Video der Macher ist etwa zu sehen, wie das Gerät Äpfel oder Kaffeekapseln erkennt und passend dazu weiterführende Informationen einblendet. Dass auch Handbewegungen präzise erfasst werden, wird anhand eines digitalen Dokuments demonstriert, durch das spielend leicht mit den Fingern navigiert wird.

 Auch das Arbeiten an Designentwürfen soll mit Lampix möglich sein. fullscreen
Auch das Arbeiten an Designentwürfen soll mit Lampix möglich sein. (©Lampix 2018)

Offenes System und Schnittstelle für Entwickler

Um eine möglichst umfangreiche Datenbank aufbauen zu können, haben sich die Macher dazu entschieden, auf eine offene Plattform zu setzen. Das dezentrale System ist sowohl für Entwickler als auch für Nutzer zugänglich. Ein Blockchain-System erlaubt es sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen, Referenzbilder und Kategoriebeschreibungen einzureichen. So soll die Datenbank immer weiter gefüllt werden, wovon letztendlich die Nutzer von Lampix profitieren.

Dank der offenen API-Schnittstelle können Entwickler innovative Anwendungen für das System entwickelt. Dafür statten die Macher hinter dem Projekt Entwickler mit einem mächtigen Toolkit aus, das für den Start gleich Apps für Objekterfassung, das Teilen von Dokumenten, Training und Gaming bereithält.

Insgesamt wollen die Köpfe hinter Lampix rund 160.000 Euro einsammeln – bislang sind etwas mehr als 15.000 Euro zusammengekommen. Bis zur Finanzierung ist es also noch ein weiter Weg. Wer sich finanziell daran beteiligen möchte, hat dafür noch etwas mehr als drei Wochen Zeit: Los geht es ab einem Preis von 350 US-Dollar, die Auslieferung erfolgt aber nur in den USA. Bewohner anderer Länder müssen also immerhin 400 Dollar investieren, um im November 2018 die Lampix Developer Edition zu erhalten. Ob Lampix am Ende ein Licht aufgeht oder die Leuchte düster bleibt, werden die kommenden Wochen zeigen.

Innovation
Jede Woche Donnerstag nehmen wir ein neues spannendes Crowdfunding-Projekt genauer unter die Lupe und berichten darüber ausführlich in TURN ON Innovation. Vergangene Themen unserer Innovations-Kolumne findest Du in dieser Übersicht.

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