Kolumne

TURN ON Innovation: Lebendige Bilder per LifePrint drucken

LifePrint ist ein mobiler Drucker mit ganz speziellen Fähigkeiten.
LifePrint ist ein mobiler Drucker mit ganz speziellen Fähigkeiten. (©LifePrint 2015)

Bilder ausdrucken ist ja irgendwie ziemlich out – man kann die Aufnahmen ja bequem verschicken. Was aber, wenn so ein gedrucktes Bild plötzlich zum Leben erwacht. Klingt nicht nur nach einer spannenden Idee, sondern ist auch wirklich ziemlich cool.

Mobile Fotodrucker gibt es schon, so etwas müsste man nicht unbedingt neu erfinden. Der mobile Drucker LifePrint, für den bei Kickstarter derzeit eine sehr erfolgreiche Finanzierung läuft, ist aber etwas Besonderes und kann deutlich mehr als einfach nur Bilder ausdrucken. Das Gerät weckt so viele Fantasien bei den Kickstarter-Teilnehmern, dass die geforderte Summe von 30.000 US-Dollar Finanzierungsziel schon weit übertroffen werden konnte. Obwohl es noch 36 Tage bis zum Ende des Finanzierungszeitraums sind, haben die Erfinder schon fast 112.000 Dollar in der Kasse.

Aus dem Foto wird ein kleiner Film

Und was ist nun so spannend an dem Gerät, das kaum größer ist als ein Smartphone? LifePrint ist nicht nur ein mobiler Drucker, sondern vor allem ein weltweites soziales Drucker-Netzwerk, das diverse Zusatzdienste anbietet. Besonders spektakulär ist die Möglichkeit, ausgedruckte Bilder per Augmented Reality mit einem Zusatzeffekt auszustatten. Ein ganz normales Foto zeigt beispielsweise plötzlich einen kleinen Film, wenn man es in der entsprechenden Smartphone-App auf dem Display des Geräts betrachtet.

Wie ich finde, ein echter Knalleffekt, der Bildern einen wirklichen Zusatznutzen verleiht und die etwas angestaubte Idee von ausgedruckten Fotos neu belebt. Laut Hersteller kann jedes derartig ausgedruckte Bild eine kleine Geschichte erzählen – so ähnlich wie die bewegten Bilder in den Harry-Potter-Filmen. Möglich wird dieser Effekt durch eine von den LifePrint-Erfindern "Hyper-Photo"-Technologie genannte Methode. Ausdrucken lassen sich derartige Bilder aber allein in entsprechenden LifePrint-Druckern – das dann aber weltweit in jedem entsprechenden Gerät. Hinter der Idee steckt übrigens der Erfinder Robert Macauley aus Los Angeles, der das Foto-Netzwerk zusammen mit einigen Kumpels ins Leben rufen will.

Kickstarter LifePrint fullscreen
Kickstarter LifePrint fullscreen
Kickstarter LifePrint fullscreen
Kickstarter LifePrint fullscreen
Kickstarter LifePrint fullscreen
Kickstarter LifePrint fullscreen

Apps für iOS und Android am Start

Klar, dass es die LifePrint-Apps sowohl für Android wie auch für iOS geben soll. Mit den Smartphone-Anwendungen soll der Drucker-Käufer zusätzlich seine Bilder alle an einem Ort sehen, verwalten und auch bearbeiten können. Zudem ist der LifePrint-Drucker auch der erste Drucker, mit dem GoPro-Besitzer direkt Aufnahmen ausdrucken können. Und Apple Live Photos lassen sich ebenso drucken und bearbeiten, wie kleine Vine-Videos. Die App bietet einige wichtige grundsätzliche Funktionen an, um Bilder zu bearbeiten, die im normalen alltäglichen Gebrauch sicher absolut ausreichend sein sollten.

Tinte benötigt das Gerät übrigens nicht, dafür aber ein spezielles Fotopapier der Firma Zink: In einer Kassette sind zehn Bilder enthalten, pro Druck muss man mit Kosten von etwa 40 bis 50 Cent rechnen – was im Vergleich zu Tintenstrahl-Druckern durchaus in Ordnung ist. Aber: Besonders groß sind die Aufnahmen natürlich nicht, nur etwa 5 x 7,6 Zentimeter. Papier kann bei großen Online-Händlern jederzeit nachbestellt werden, versprechen die Erfinder. Der Drucker schafft mit einer Akkuladung etwa 15 Aufnahmen, danach muss das Gerät wieder für eine Stunde an die Steckdose. Für ein Bild braucht der Mini-Printer 30 Sekunden. Das Papier hat übrigens eine selbstklebende Rückseite.

Kompatibel mit Galaxy S5 und iPhone 5s

Kompatibel soll das Gerät mit allen Apple-Smartphones ab iPhone 5s und allen Samsung-Modellen ab Galaxy S5 sein. Ebenfalls kompatibel sind die GoPro-Modelle ab Hero 3 und die GoPro Session. Das Gerät soll hart im Nehmen sein und verfügt laut den Erfindern über eine besonders robuste Bauweise, sodass es für den mobilen Einsatz auch geeignet ist.

Und was kostet der Spaß? Da die günstigen Starterpakete für 99 Dollar schon alle weg sind, kann man noch für 129 Dollar zuschlagen und erhält dafür einen Drucker plus Ladekabel und ein Paket mit zehn Bildern. Für jeweils weitere 20 Dollar kann man weitere 10er-Pakete kaufen. Kunden aus Deutschland müssen zusätzlich 40 Dollar Versandkosten veranschlagen. Außerdem, und das gilt grundsätzlich bei Sendungen aus dem Ausland außerhalb Europas, besteht immer das Risiko, dass der Zoll die Ware behält und dann in jedem Fall bei einem Wert über 22 Euro die Umsatzsteuer (meistens 19 Prozent) fällig wird. Ist der Gesamtwert inklusive Versandkosten höher als 150 Euro muss zusätzlich Zoll bezahlt werden. Insgesamt muss ein Kunde aus Deutschland für den Drucker also sicher mit 250 Euro Gesamtkosten rechnen.

Hohe Zusatzkosten für Kunden in Europa

Ob sich das Mitfinanzieren auch in Anbetracht der recht hohen Zusatzkosten noch lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Die Idee ist ohne Frage clever und bietet ein neues Fotoerlebnis an. So kann man seinem Liebsten in einer Fernbeziehung etwa einen netten – und bei Bedarf auch freizügigen – Fotogruß schicken. Dazu bereitet man eine passende Aufnahme vor, die dieser dann einfach auf seinem LifePrint-Drucker ausdrucken und sich über den Gruß freuen kann. Ich finde die Idee klasse, der Preis bewegt sich aber eindeutig an der Schmerzgrenze.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben