Kolumne

TURN ON Innovation: Nura-Kopfhörer definieren Sound neu

Over-Ear-und In-Ear-Kopfhörer in nur einem Gerät? Die smarten Nura-Kopfhörer verfolgen damit einen interessanten Ansatz. Mithilfe einer ausgefeilten Messung will dieses Kickstarter-Projekt ein unvergleichbares und perfekt abgestimmtes Klangerlebnis bieten – für iPhone und Android. Wir klären, wie genau das im Detail funktioniert.

Das australische Startup nennt seine neuen intelligenten Kopfhörer schlicht Nura und finanziert das innovative Gerät aktuell auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Mögen die Over-Ear-Kopfhörer auf den ersten Blick wie gewöhnliche Kopfhörer aussehen: Im Inneren steckt jede Menge Technik – und sogar ein weiterer In-Ear-Kopfhörer. Der Sinn dieser ungewöhnlichen Herangehensweise ist folgender: Ein kleines Mikrofon ermittelt mithilfe von Signalen und einer App die Form des Ohrs und passt die Soundausgabe individuell an den Hörer an.

Nura-Headphones setzen auf Schallwellen-Technologie

Doch wie genau wollen die Macher dieses ambitionierte Ziel erreichen? Dafür kommt eine einzigartige Schallwellen-Technologie zum Einsatz, die das Hörverhalten des Users automatisch misst und den Sound selbstständig individuell kalibriert. So soll genau der Sound beim Hörer ankommen, den die Musikproduzenten nach dem Mastering geschaffen haben. Um dieses Konzept nachzuvollziehen, ist es wichtig, erst einmal grundsätzlich zu werden. Wusstest Du schon, dass Dein Hörvermögen genauso einzigartig wie Dein Fingerabdruck, Dein Gesicht oder Deine Stimme ist?

Innerhalb 30 Sekunden analysiert Nura Dein Hörvermögen

Jeder von uns nimmt die verschiedenen Frequenzbereiche der Musik unterschiedlich wahr.  Was im Klartext bedeutet: Die gleichen Kopfhörer mit dem gleichen Sound kommen bei jedem Menschen unterschiedlich an – und der Unterschied ist deutlich. Aus diesem Grund analysiert Nura in rund 30 Sekunden mit ausgeklügelter Technik Dein individuelles Hörvermögen und kalibriert daraufhin die Soundwiedergabe. Eine Batterie ist in die Kopfhörer übrigens nicht integriert, die benötigte Stromzufuhr kommt direkt vom angeschlossenen Smartphone.

So funktioniert die ausgefeilte Messung

Bei jeder Frequenz liegt der Hörpegel für gewöhnlich bei über 20 Dezibel. Die Schallwellen des Gehörgangs lassen das Trommelfell vibrieren. Diese Vibrationen werden von einem Teil des Innenohrs, nämlich der Hörschnecke, aufgenommen. Die Hörschnecke wiederum wandelt diese Vibrationen in elektronische Signale um, die an das menschliche Gehirn weitergeleitet werden – und von unserem Gehirn als Klang wahrgenommen werden. Was die Nura-Technik von anderen Technologien unterscheidet: Das integrierte Mikrofon erkennt nicht nur, wohin der Sound geht, sondern nimmt auch die leisen Geräusche wahr, die das Ohr zurücksendet.

 Unterschiedliche Personen nehmen unterschiedliche Frequenzen wahr. fullscreen
Unterschiedliche Personen nehmen unterschiedliche Frequenzen wahr. (©Kickstarter/Nura 2016)

Individuelles Hörprofil wird in nicht einmal zwei Sekunden geladen

Tiefste Bässe und klarste Töne: Zwei Lautsprecher-Treiber versprechen genau das. Eine Zweifach-Isolierung sorgt dafür, dass kein Sound von außen nach innen drängt – und umgedreht natürlich genauso. Während die Ohrmuscheln für die satten Bässe verantwortlich sind, liefern die In-Ear-Kopfhörer die hohen Töne. Einsatzbereit ist Nura in weniger als einer Minute. Bei erstmaliger Nutzung dauert die einmalige Messung etwa 30 Sekunden – von da an soll Nura Dein Hörprofil kennen. Jedes Mal, wenn Du die Kopfhörer verwendest, nimmt der Prozess zur Identifizierung weniger als zwei Sekunden in Anspruch. Mithilfe Deines Profils optimiert Nura fortan die Soundausgabe.

 Over-Ear und In-Ear in einem Gerät: Die Nura-Kopfhörer. fullscreen
Over-Ear und In-Ear in einem Gerät: Die Nura-Kopfhörer. (©Nura 2016)

Nura-Kopfhörer für Android und iOS ab April 2017 zu kaufen

Die Macher wollen mit den Kopfhörern sowohl Android als auch iOS mit nur einer Schnittstelle unterstützen, warten dafür aber noch auf die entsprechende Genehmigung. Sollte diese ausbleiben, werden die Nura-Headphones in einer Version jeweils für Lightning und USB erscheinen. Die Finanzierung dauert noch knapp einen Monat, als Finanzierungsziel wurde die Summe in Höhe von 100.000 US-Dollar ausgegeben. Das Crowdfunding-Projekt ist längst finanziert, mehr als 700.000 US-Dollar sind bislang zusammengekommen.

Das günstigste Paket für 179 US-Dollar ist bereits vergriffen, was der 199-Dollar-Variante in Kürze ebenfalls drohen dürfte. Die Auslieferung soll im April 2017 erfolgen, der offizielle Verkaufspreis soll 399 US-Dollar betragen. Noch bleibt also ein wenig Zeit, um sich die High-End-Kopfhörer noch vergleichsweise günstig zu sichern.

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