Kolumne

TURN ON Innovation: RevolCam – drei Linsen & ein Licht fürs Handy

Mit RevolCam lassen sich interessante fotografische Effekte auf dem Smartphone erzielen.
Mit RevolCam lassen sich interessante fotografische Effekte auf dem Smartphone erzielen. (©Shift 2017)

Die Kameras in Smartphones werden immer besser – keine Frage. Dennoch wird nicht der komplette Brennweitenbereich von den eingebauten Optiken gleich gut abgedeckt. Sowohl im nahen Makrobereich, wie auch beim Extrem-Weitwinkel gibt es noch Bedarf an Verbesserungen. In diese Lücke will RevolCam stoßen.

Das Kickstarter-Projekt RevolCam bezeichnet sich selbst als "Multi-Lens Photo Revolution for Smartphones". Naja, Revolution ist übertrieben, dann Aufstecklinsen für Handys gibt es nicht erst seit gestern. Aber insgesamt ist die Idee des neuen Pojekts doch ganz nett und es gibt sogar einige ungewöhnliche Features. Und dass die Macher von RevolCam sich mit Aufstecklinsen für Smartphones  auskennen, haben sie mit dem Projekt ShiftCam schon unter Beweis stellen können.

"Selfie Mirror" – die Übertreibung des Jahres?

Und was ist RevolCam nun? Kurz gesagt ein Drei-Linsen-Wechseladapter plus LED-Zusatzlicht. Durch einen Drehmechanismus sollen die Linsen in wenigen Sekunden gewechselt werden können. Man hat die Wahl zwischen einer Fischaugen-Optik, einer Weitwinkel- und einer Makrolinse. Damit wird ungefähr der Bereich mit Zusatzlinsen abgedeckt, bei dem normale Smartphones fotografisch schwächeln. Dazu kommt ein abnehmbares LED-Zusatzlicht, das bei Makroaufnahmen für ein wenig Erleuchtung im Nahbereich sorgen kann. Dass die Herstellerfirma aus Hong Kong einen eingebauten kleinen runden Spiegel als "Selfie Mirror" vermarktet, könnte die Übertreibung des Jahres sein. Aber da die normalerweise bessere Rückkamera ja wirklich keine Selfie-Kontrolle via Display zulässt, will ich mal nicht so sein, und dem Spiegelchen einen gewissen Sinn nicht absprechen. Ok, dann also der "Selfie-Mirror" als zusätzliches Buzzword für die Feature-Liste ...

Und was findet sich da noch alles?

  • Das 3-in-1 Multi-Linsen-System, mit Weitwinkel-Optik für Landschaften, einer Fischaugen-Linse zum Experimentieren und der Makro-Lupe für Nahaufnahmen. Durch die schnelle Wechselmöglichkeit bleibt viel fotografischer Spielraum offen.
  • Das RevoLens -Design stellt sicher, dass der Linsenwechsel mit nur einem Finger erfolgen kann.
  • Das abnehmbare LED-Licht kann dunklem Szenerien erhellen – wenn sie nicht zu groß sind. In einem Bereich bis zu ein oder zwei Metern kann die kleine Lampe schon eine große Leuchte sein.
  • Die Lichtkontrolle bietet 230 Stufen, sodass die Helligkeit des Lichts an die Szenerie angepasst werden kann. Per Fingerdreh am Licht kann das heller gemacht werden.
  • Den Selfie-Mirror hatte ich ja schon erwähnt.
  • Per Universal Fitment passt RevolCam laut Hersteller auf jedes Smartphone. Das Optik-Gadget ist so leicht und klein – aber auch dank Licht nicht unscheinbar – sodass es kaum störend auffallen soll.
 Mit dem Zusatzlicht der Revolcam lassen sich Objekte und Menschen im Nahbereich aufhellen. fullscreen
Mit dem Zusatzlicht der Revolcam lassen sich Objekte und Menschen im Nahbereich aufhellen. (©Shift 2017)

Zusatzlicht haftet per Magnet an metallischen Gegnständen

Noch ein paar Bemerkungen zum abnehmbaren Licht: Durch eine magnetische Rückseite haftet der LED-Scheinwerfer an den meisten metallischen Gegenständen und kann so leicht irgendwo angeklippt werden. Man kann das Licht aber auch einfach in der Hand halten und so bestimmte Teile eines Bildes beleuchten. Kreative Fotografen haben bestimmt jede Menge Ideen für interessante Effekte, die man so erzielen kann. Der eingebaute Akku ist per micro-USB aufladbar und hat etwa 110 mAh Kapazität. Es hängt sehr von der eingestellten Helligkeit ab, wie lange die Batterie reicht, aber es sollte klar sein, dass sich damit keine Videos in Spielfilmlänge illuminieren lassen. Leider gibt's vom Hersteller keine Infos darüber, wie lange das Scheinwerferchen etwa bei voller Helligkeit leuchtet. Für mich definitiv ein Hinweis, dass man damit keine Punkte machen kann.

 Die Revolcam lässt sich bequem transportieren. fullscreen
Die Revolcam lässt sich bequem transportieren. (©Shift 2017)

Aber dennoch ist die Linsen-Licht-Kombi keine schlechte Idee, finde ich. Das Gerät ist dank Clip-Mechanismus leicht zum Transport etwa auch an der Kleidung zu befestigen und auch der Anbau am Smartphone scheint recht einfach und narrensicher und vor allem breit kompatibel zu sein. Natürlich muss die Kamera-Linse beim Smartphone im oberen Bereich des Geräts beheimatet sein – aber das trifft wohl auf alle aktuellen Modelle zu.

RevolCam ist nicht teuer & die Versandkosten sind inklusive

Keine schlechte Idee ist das Gerät auch deshalb, weil man sich durch den Erwerb nicht in unübersehbare Unkosten stürzt. Wer mitfinanzieren will, ist mit umgerechnet 29 US-Dollar dabei, und in diesem Preis sind schon die Versandkosten enthalten. China unterbietet sich also wieder einmal selber, und bei diesem niedrigen Preis kommen noch nicht mal Steuern und Zoll dazu, sodass man mit etwa gut 25 Euro sich im wahrsten Sinne schon ein Bild machen kann. Da das mit umgerechnet 5.500 Euro sicher bewusst niedrig angesetzte Finanzierungsziel jetzt mit umgerechnet über 45.000 Euro vielfach übertroffen wurde, ist auch bei der Finanzierung alles klar: Das Gerät wird produziert und soll schon im November ausgeliefert werden. Ich glaube, für Fotografie-Fans, die ihre Bilder mit dem Smartphone machen, ist das eine nette Sache.

Jede Woche Donnerstag nehmen wir ein neues spannendes Crowdfunding-Projekt genauer unter die Lupe und berichten darüber ausführlich in TURN ON Innovation. Vergangene Themen unserer Innovations-Kolumne findest Du in dieser Übersicht.

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