Kolumne

TURN ON Innovation: Solarkraft rettet leere Smartphones

Kickstarter Solar Paper
Kickstarter Solar Paper (©Yolk 2015)

Wer hat das noch nicht erlebt: Man ist unterwegs, und dem Smartphone geht die elektrische Puste aus, der Akku ist alle. Besonders ärgerlich ist das auf langen Bahnfahrten oder noch längeren Flügen. Mehrere Kickstarter-Projekte versprechen Abhilfe, darunter auch "Solar Paper".

Wer beispielsweise im Flugzeug sein Smartphone laden will, muss bei vielen Fluggesellschaften mindestens in der Business-Klasse gebucht haben - was mir nicht allzu oft passiert. Ähnlich sieht es in der Bahn aus, wo auch noch nicht überall Steckdosen oder USB-Anschlüsse sind. Und wo ich sitze, weiß ich vorher nie. Abhilfe verspricht das Kickstarter-Projekt "Solar Paper", bei dem man zwei extrem flache Solarpaneele erhält, die locker in ein Buch passen. Ist es nicht gerade stockfinstere Nacht, kann man die Lade-Zellen etwa am Flugzeug-Bullauge platzieren und das darbende Gerät mit frischer Energie versorgen. Für mich als Solarenergie-Fan ist das eine prima Sache, auch weil ich damit auch unterwegs sehr unabhängig sein kann.

"Solar Paper": Die Idee trifft einen wunden Punkt

Die Idee trifft anscheinend einen wunden Punkt, denn obwohl es noch 14 Tage bis zum Finanzierungsziel sind, haben die Entwickler des Geräts die benötigte Summe von 50.000 US-Dollar schon mehr als 15-fach übertroffen. Insgesamt sind bislang über 780.000 US-Dollar zusammengekommen.

Natürlich sind die günstigsten Angebote für möglichst frühe Unterstützer alle weg. Es gibt drei Versionen des cleveren Geräts – mit 5, 7,5 und 10 Watt. Wenn ich jetzt zuschlage, bekomme ich schon nicht mehr die günstigsten Preise, sondern muss entweder 89, 109 oder 129 US-Dollar anlegen. Aber auch für diese Preise werden die Geräte schon knapp. Wer später zuschlägt, muss mehr zahlen – das funktioniert bei Kickstarter meistens so. Und da die Zusatzziele von 250.000 und 500.000 US-Dollar auch problemlos geknackt wurden, gibt’s für alle Unterstützer Karabiner zum Befestigen und eine Hülle dazu.

Kickstarter Solar Paper fullscreen
Kickstarter Solar Paper fullscreen
Kickstarter Solar Paper fullscreen
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Erfinderin von "Solar Paper" kommt aus Chicago

Angeboten wird das interessante Gadget übrigens von Yolk und der Firmengründerin Sungwon Chang aus Chicago. Auf der Webseite Yolkstation.com kann man erste Prototypen des "Solar Paper" bewundern. Sungwon Chang versichert, dass ein iPhone 6 in etwa zweieinhalb Stunden voll aufgeladen ist – wenn man die Solarpaneele in die pralle Sonne hält. Wer Geräte wie Tablets oder Kameras hat oder schlicht schneller laden will, der muss zu einer leistungsfähigeren Ausgabe greifen. Ansonsten geschieht das Aufladen einfach per USB-Kabel.

Gut finde ich auch die geringen Abmessungen des Ladegerätes: Es hat nur 9 x 19 x 1,1 Zentimeter im zusammengeklappten Zustand und wiegt schlanke 120 Gramm in der kleinsten Ausführung. Die größeren Geräte sind natürlich wegen der höheren Anzahl der Paneele schwerer. Wer sich eine kleine Version kauft, wird diese übrigens mit Zusatzpaneelen aufrüsten können, sollte der Energiebedarf steigen.

Display zeigt, wie viel Strom gerade fließt

Mit am interessantesten ist für mich aber, dass die Entwickler auch an die Ladeeigenschaften von Smartphones gedacht haben: Sinkt der Ladestrom nämlich, etwa weil eine Wolke die Sonne verdeckt, muss der Ladevorgang neu gestartet werden. Oft muss man dazu den Stecker ziehen und wieder reinstecken – "Solar Paper" übernimmt das. Wer wissen will, wie viel Strom gerade fließt, wird das auf einem kleinen Display übrigens ablesen können.

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In die Mojo Box kann man sein Smartphone legen und dann aufladen lassen. (©OjO Products 2015)

Neben dem "Solar Paper" laufen bei Kickstarter derzeit auch andere Solarprojekte: etwa die Mojo Box, die eine Kombination von Ladegerät und Bluetooth-Lautsprecher darstellt. Man legt sein Smartphone einfach in die Box und es wird geladen, während man Musik hört. Auch hier ist die Fangemeinde schon groß. Oder das SunnyBag PowerTab, eine Art Tablet, das man zum Laden von diversen Geräten nutzen kann. Der Erfinder Stefan Ponsold stammt aus Österreich und bietet sein 5-Watt-Ladegerät für 139 Euro an.

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