Kolumne

TURN ON Innovation: Specdrums machen Töne & Musik aus Farben

Specdrums sorgt auf Kickstarter für Furore.
Specdrums sorgt auf Kickstarter für Furore. (©Specdrums 2017)

Nach längerer Zeit wieder mal eine wirklich innovative und ziemlich pfiffige Idee: Mit den Specdrums-Ringen lassen sich Klänge und Musik aus Farben erzeugen. Auch wer kein Instrument beherrscht, kann so ganz einfach Musik machen.

Bei Kickstarter ist derzeit das Projekt Specdrums in Sachen Finanzierung sehr erfolgreich – allerdings war das Ziel auch strategisch wieder einmal sehr niedrig angesetzt. Kickstarter entwickelt sich immer mehr weg von einer wirklichen Finanzierungsplattform hin zu einem Marketing-Werkzeug. Wer ein neues und fertiges Produkt auf dem Markt platzieren will, startet eine Kickstarter-Kampagne – und bekommt Werbung kostenlos und obendrein noch Geld, wenn die Finanzierung erfolgreich verläuft.

Finanzierung schon erreicht, bislang 55.000 Dollar gesammelt

Der Erfolg ist bei Specdrums keine offene Frage mehr: 15.000 Dollar waren verlangt, bislang haben die Kickstarter-Nutzer über 55.000 Dollar überwiesen. Und immer noch sind es 23 Tage bis zum Finanzierungsschluss. Aber das Produkt ist so clever und gleichzeitig sympathisch, dass der Erfolg eigentlich auch kein Wunder ist.

Was sind die Specdrums nun? Es handelt sich um Ringe, die auf den Finger oder auch auf einen Stock, vielleicht einen Drumstick, gezogen werden können. Tippt man nun mit dem Ring am Finger oder am Stock schnell auf eine Fläche, dann leuchtet das Soundgadget kurz auf und es wird ein Ton erzeugt. Als "Tastatur" lassen sich alle Flächen mit verschiedenen Farben verwenden, wie etwa auch Kleidungsstücke am Körper. Alternativ druckt man sich eigene Tastaturen mit unterschiedlichen Farbfeldern auf Papier aus – oder lässt in einer kindlichen Malwerkstatt Tastaturen als Weihnachstgeschenk anfertigen, frei nach dem Motto: "Papa, ich habe Dir ein Keyboard gemalt".

 Die Specdrums-Ringe können auch auf einen Drumstick gesteckt werden. fullscreen
Die Specdrums-Ringe können auch auf einen Drumstick gesteckt werden. (©Specdrums 2017)

Steuerung per App, bis zu zehn Ringe möglich

An sich schon eine ziemlich geniale Idee, wird die Sache durch die dazugehörige App perfekt. Insgesamt zehn Specdrum-Ringe können mit der App verbunden werden und den Ringen dann per Smartphone jeweils eigene Instrumente zugeordnet werden. Es gibt verschiedene Tasteninstrumente, Synthesizer-Klänge, Schlagzeug-Sets und andere Sound-Sammlungen. Man kann natürlich auch, und das ist auch ein ganz genialer Einfall, eigene Klänge und etwa Sprach-Samples aufnehmen und diese dann per Specdrum abspielen. Und ebenso wie die Instrumente sich festlegen lassen, kann man auch die Farben bestimmen, bei denen ein Ton abgespielt wird.

Die Macher von Specdrums versprechen, dass die musikalischen Ringe für viele Einsatzarten geeignet sind: Für Musiker, die ein MIDI-Gerät suchen, das sie bequem in die Tasche stecken können. Oder Kinder, die gerne mit smarten, vernetzten Geräten spielen. Und natürlich auch Lehrer, die das Gerät im Unterricht einsetzen wollen. Gerade für den Unterricht preisen die Macher das Gadget besonders an, weil es nicht nur günstig ist, auch das Einrichten soll besonders einfach sein.

 Specdrums lässt sich auch in Kombination mit einer Gitarre nutzen. fullscreen
Specdrums lässt sich auch in Kombination mit einer Gitarre nutzen. (©Specdrums 2017)

Kinder können mit Specdrums die Tonhöhen lernen

Man muss nur den Ring kaufen und die App herunterladen – und die Kinder können etwa die Tonhöhe lernen und sich dabei von den jeweiligen Farben helfen lassen. Oder sie ordnen Farben in einer bestimmten Reihenfolge an, um eine spezielle Melodie zu spielen. Natürlich lassen sich auch ganz einfach Instrumente mit Buntstiften und buntem Papier basteln.

Um Melodien leichter zu erschaffen, können mit der Specdrums-App kleine Samples, die Sloops, gespeichert werden. Diese bestehen aus Rhythmen und Melodien, wobei verschiedene Instrumente und auch Sprachaufnahmen genutzt werden können. Diese Sloops können an Freunde geschickt oder per Social Media geteilt werden. Andere Nutzer von Specdrums können diese Musikfetzchen dann wieder für eigene Kreationen verwenden.

 Das Versandpaket mit zwei Specdrums. fullscreen
Das Versandpaket mit zwei Specdrums. (©Specdrums 2017)

Komplettpaket kostet mit Versand 94 Dollar

Mir gefällt die Idee ausgezeichnet. Die Einsatzmöglichkeiten und die Instrumente sind unglaublich vielfältig. Man kann sehr leicht zusammen musizieren – oder auch alleine komponieren. Für 74 Dollar bekommt man ein Komplettpaket mit zwei Ringen. Die Versandkosten sind mit 20 Dollar nicht eben niedrig, aber der Gesamtpreis liegt mit 94 Dollar dann noch im Bereich des Erträglichen. Und für 70 Dollar zusätzlich bekommt man jeweils zwei Ringe extra – ohne dass die Kosten für den Versand weiter steigen. Eine witzige und innovative Erfindung, die durchaus erschwinglich ist, finde ich.

Jede Woche Donnerstag nehmen wir ein neues spannendes Crowdfunding-Projekt genauer unter die Lupe und berichten darüber ausführlich in TURN ON Innovation. Vergangene Themen unserer Innovations-Kolumne findest Du in dieser Übersicht.

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