TURN ON Innovation: Spielend leicht Roboter programmieren mit Robby

Robby Kickstarter
Man kann den Roboter auch als automatischen Servierwagen für Muffins verwenden. (©Mr. Robotics 2018)
Kai Lewendoski Steuert die Heizung zuhause übers Smartphone, die Musik in der Wohnung kommt vom Home Server.

Möchte jemand der nächste Einstein sein? Klar, und genau das soll angeblich mit einem Roboter möglich werden, der im Moment auf Kickstarter angeboten wird. "Robby", wie der künstliche Kumpan heißt, besteht aus kombinierbaren Modulen und soll komplett durch den Nutzer konfigurierbar sein.

Warum genau man mit dem Kickstarter-Projekt Robby gleich zum nächsten Einstein mutieren soll, wird zwar nicht ganz klar, aber ein gewisser experimenteller Charme ist dem Selbstbau-Roboter nicht abzusprechen. Den Machern, selbst Bastler und Ingenieure, geht es nach eigener Aussage darum, einen Weg zu finden, anderen das Erfinden technologischer Projekte nahezubringen. Um die unterschiedlichen Fähigkeiten der Erfinder auszugleichen, sollte es etwas sein, das sowohl Spaß macht, wie auch einfach zu nutzen ist. Gleichzeitig muss das Gerät effizient sein, anpassungsfähig, stabil und nicht zu teuer – und eben ein Roboter.

Robby wächst mit den Fähigkeiten seiner Erbauer mit

Da die Erfinder nichts Vergleichbares auf dem Markt entdecken konnten, beschlossen sie, Robby einfach selber zu entwickeln. Praktisch daran: Der Roboter wurde gleich als modulares System entworfen, das mit den technischen Kenntnissen und Fähigkeiten seiner Erbauer mitwächst. Nach Dutzenden von Testversionen war der elektronische Freund dann endlich für die Finanzierung auf Kickstarter bereit.

Nun muss man dazu sagen, dass gerade auf der Crowdfunding-Plattform Schul-Projekte mit programmierbaren Maschinen nicht so selten sind, wie es die Robby-Erfinder darstellen. Vielleicht liegt es daran, dass die Finanzierung eher schleppend anläuft und vielleicht sogar scheitern könnte. Bislang sind von 20.000 Euro Finanzierungssumme mit gut 12.000 Euro nur etwa die Hälfte eingezahlt worden. Es sind zwar noch 23 Tage bis zum Ende des gesetzten Zeitraums und auch die Kickstarter-Macher lieben das Projekt, aber es gab definitiv schon erfolgreichere Finanzierungen auf der Crowdfunding-Plattform. Trotz dieser eher nüchternen Aussichten ist das Projekt gerade wegen der Modularität des Maschinchens für mich spannend.

Robby Kickstarter
Robby ist leicht zu montieren.

Programmierbarer Doppeldecker auf drei Rädern

Und woraus besteht das Gerät nun? Im Grunde ist Robby eine Art Doppeldecker auf drei Rädern.  Der Roboter ist programmierbar und sowohl für Anfänger wie auch für Profis geeignet. Man kann Robby je nach Szenario zusammenbauen und mit geeigneten Modulen und Sensoren ausstatten. Es gibt etwa Bewegungsmelder, Infrarot-Entfernungsmesser und ein Sonar. Dazu kommen eine Webcam, ein mechanischer Arm und ein Minicomputer Raspberry Pi. Alle Teile sind frei programmierbar und können in verschiedenen Situationen eingesetzt werden. Wobei, um das klar zu sagen, das Gerät keinen wirklichen praktischen Nutzen hat. Es dient vor allem dazu, das Programmieren und den Umgang mit der Technik zu lernen. Ob man nun einen Spionage-Robot oder einen Servierroboter für Muffins baut – es geht nicht darum, diese Maschinen wirklich einzusetzen, sondern das Bauen zu verstehen. Also um Pädagogik.

Daher ist es möglich, den Roboter mit Robby komplett von Grund auf zu entwickeln und dann zu bauen und zu programmieren. Man bestimmt zuerst eine Architektur, wählt dann die Sensoren aus und programmiert dann fröhlich drauflos. Damit das bei Anfängern nicht zu einer unüberwindlichen Hürde wird, wird eine auch für Neulinge anschauliche Programmiersprache mit zahlreichen Beispielen mitgeliefert. Dazu kommt ein Programmier-Editor, der die Befehle besonders anschaulich darstellen kann.

Robby Kickstarter
Der Roboter wird von drei Motoren angetrieben.

Kontakt mit der Außenwelt per WLAN und Bluetooth

Kontakt mit der Außenwelt kann Robby übrigens per Bluetooth und WLAN aufnehmen, er hat einen Micro-B-USB-Anschluss und einen Steckplatz für eine Micro SD-Karte. Für die verschiedenen Module und Sensoren gibt es Steckplätze, die mit Magneten ausgestattet sind. Insgesamt ein spannendes Technik-Spielzeug für Entdecker, die Spaß am Basteln haben.

Unklar ist aber, ob die Finanzierung des ambitionierten Spielzeugs gelingt. Mit 289 Euro für das große Explorer-Kit ist Robby nicht gerade ein Schnäppchen, was auch für viele abschreckend wirken mag. Wegen der großen Flexibilität der kleinen Maschine aber ist das Angebot vielleicht doch einen Blick wert. Und es gibt auch noch günstigere Varianten, etwa ab 169 Euro, bei denen die Funktionen dann jedoch eingeschränkt sind.

Innovation
Jede Woche Donnerstag nehmen wir ein neues spannendes Crowdfunding-Projekt genauer unter die Lupe und berichten darüber ausführlich in TURN ON Innovation. Vergangene Themen unserer Innovations-Kolumne findest Du in dieser Übersicht.

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