Kolumne

TURN ON Innovation: SteamVR-Spiele auf dem Smartphone zocken

Mit NOLO VR kann man Virtual Reality-Spiele erleben.
Mit NOLO VR kann man Virtual Reality-Spiele erleben. (©NOLO VR 2017)

VR-Brillen wie die HTC Vive, die echte Bewegungsverfolgung bieten und dabei den Spiel-Raum einbeziehen sind, derzeit noch sehr teuer. Mit NOLO VR sucht derzeit auf Kickstarter ein Gerät Investoren, das ähnliche Funktionen zu einem wesentlich günstigeren Preis anbieten will.

Die HTC Vive ist vor einem knappen Jahr erschienen, kostet aber immer noch an die 900 Euro. Für viele Zocker ist das, obwohl das Gerät eine tolle Qualität bietet, noch viel zu teuer. Auf Kickstarter wird jetzt mit NOLO VR eine alternative Lösung angeboten, die ganz ähnliche Funktionen hat. Wichtiger Unterschied: Als Bildschirm wird ein Smartphone eingesetzt, was den günstigen Preis von etwa 100 US-Dollar plus Versandkosten erklärt. Das hat auf Kickstarter schon viele Nutzer überzeugt: Das Finanzierungsziel von 50.000 Dollar wurde mit knapp 115.000 Dollar deutlich übertroffen.

NOLO VR: Mit mobilen Spielen und Steam VR kompatibel

Die Macher von NOLO VR bezeichnen ihr System als erste räumliche Bewegungserkennung, die sowohl mit mobilen Spielen wie auch mit Steam VR kompatibel ist. Es soll schon ausreichen, eine mobile VR-Brille wie etwa Google Cardboard aufzusetzen und per NOLO VR das passive VR-Erlebnis in ein aktives zu verwandeln. Wie ich finde, ein spannender Ansatz – wobei es aber genug attraktive Spiele geben muss, damit sich so eine Anschaffung lohnt. Regelrechte Blockbuster-Titel sind derzeit aber eher noch nicht im Angebot.

Die Erfinder versprechen, dass sich Spiele mit Bewegungsverfolgung wie "Tilt Brush", "Job Simulator", "Space Pirate Trainer" und andere auf der mobilen VR-Brille spielen lassen, ohne dafür ein Vermögen ausgeben zu müssen. Das System ist dabei portabel und soll sich überall sehr schnell aufbauen lassen.

Wie HTC Vive: Mehrere Sensoren und Controller

 Das Paket: So soll NOLO VR ausgeliefert werden. fullscreen
Das Paket: So soll NOLO VR ausgeliefert werden. (©NOLO VR 2017)

Es besteht, wie auch die HTC Vive, aus mehreren Sensoren und Controllern

  • Auf der VR-Brille wird eine Sensoreinheit montiert, die unter anderem eine Kamera enthält und die Kopfbewegungen registriert.
  • Die Basisstation überwacht die Bewegungen des Spielers im Raum.
  • Mit zwei Controllern wird das Spiel gesteuert.

Während des Betriebs sendet die Basisstation optische, akustische und auch Radiosignale in den Raum, in dem NOLO VR betrieben wird. Jeder Bewegungssensor, etwa auf der Brille und die auf den Controllern, berechnet mit diesen Signalen seine Position relativ zur Basistation. Dadurch ist diese in der Lage, theoretisch unendlich viele dieser Sensoren genau zu orten, solange diese sich in Sichtweite befinden.

 Das System soll sich einfach aufstellen und einrichten lassen. fullscreen
Das System soll sich einfach aufstellen und einrichten lassen. (©NOLO VR 2017)

Die Methode soll pfeilschnell sein, die Hersteller sprechen von einer Verzögerung von weniger als 20 Millisekunden bei der Positionsermittlung, was jedes Problem bei der Orientierung und die bei VR-Brillen häufig auftretende Motion Sickness, die mit Schwindel und Übelkeit verbunden ist, verhindern soll. Die Bewegungen des Spielers in der Virtual Reality werden mit der realen Welt abgeglichen, sodass laut Hersteller ein komplettes Eintauchen ins Spiel möglich sein soll.

NOLO VR zeichnet Bewegungen mit 2 Millimetern Genauigkeit auf

Das hört sich zwar alles sehr nach Marketing an, aber interessant sieht das Produkt auf jeden Fall aus und das Konzept scheint grundsätzlich auch zu funktionieren, wie einige Videos zeigen. Die "PolarTraq" genannte Technologie soll Bewegungen in einem Bereich von 4 x 4 Metern mit einer Genauigkeit von weniger als 2 Millimetern aufzeichnen können. Dazu muss man nur die Sensoren kalibrieren. Die mitgelieferten Controller dienen dazu, mit Personen und Objekten in der virtuellen Welt zu interagieren und bieten die volle Bewegungsfreiheit in alle Richtungen.

 Alle normalen VR-Brillen sind geeignet. fullscreen
Alle normalen VR-Brillen sind geeignet. (©NOLO VR 2017)

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es für iOS-Nutzer: Beim mobilen VR-Modus ist iOS voll kompatibel, aber bei Steam gibt es derzeit noch Probleme beim Streamen der Spiele zum Smartphone. Sprich: Es funktioniert nicht mit iPhones und iPads. Das soll noch im Jahr 2017 klappen, aber absolute Gewissheit gibt es da natürlich nicht. Außerdem soll die Leistung schlechter sein als bei Android-Geräten, da viele Funktionen von iOS schwerer zugänglich sind. Hört sich für mich nicht wie eine klare Kaufempfehlung für iPhone-Besitzer an, aber die Hersteller prüfen andere Wege, um die Kompatibilität bei iOS zu verbessern.

Das spannende Projekt bietet erstmals die Möglichkeit Virtual Reality-Spiele zu zocken, für die man bislang ziemlich teure Brillen brauchte. Aber auch die großen Hersteller suchen natürlich nach Wegen, Virtual Reality billiger zu machen, damit sich aus der Nische ein Massenmarkt entwickeln kann. Der Einstiegspreis von 99 US-Dollar plus Versandkosten ist dabei schon ein starkes Angebot. Unterm Strich könnte man in Deutschland mit etwa unter 150 Euro mit von der Partie sein. Natürlich braucht man dann mindestens noch eine VR-Brille, aber die kann auch aus Pappe sein.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben