Kolumne

TURN ON Innovation: ZeTime – Smartwatch mit Display & Zeigern

Die ZeTime ist ein derzeit sehr erfolgreiches Kickstarter-Projekt.
Die ZeTime ist ein derzeit sehr erfolgreiches Kickstarter-Projekt. (©MyKronoz 2017)

Eines der derzeit erfolgreichsten Kickstarter-Projekte ist eine Smartwatch: die ZeTime aus der Schweiz. Das Besondere an der Uhr, die bei der Finanzierung absolut durch die Decke gegangen ist, sind die analogen Zeiger zusätzlich zum runden Display. Damit die mechanischen Zeiger den Blick auf das Display nicht stören, haben die Macher sich einen besonderen Trick ausgedacht.

Finanziert ist die Smartwatch ZeTime aus der Schweiz schon lange. Anscheinend können die Macher der ZeTime dem Trend trotzen, dass der anfängliche Hype um Smartwatches seit einigen Monaten definitiv seine beste Zeit hinter sich hat. Vermutlich sind die Preise zu hoch, der Nutzen zu niedrig und die Bedienung zu umständlich. All das wollen die Macher der ZeTime gelöst haben – und die Kickstarter-Unterstützer kaufen ihnen das auch ab: Bislang haben über 10.200 Geldgeber insgesamt 1,9 Millionen Dollar eingezahlt. Und es sind noch 15 Tage bis zum Ende der Kickstarter-Aktion.

 Die ZeTime hat auch einen Herzfrequenz-Sensor auf der Rückseite. fullscreen
Die ZeTime hat auch einen Herzfrequenz-Sensor auf der Rückseite. (©MyKronoz 2017)

ZeTime: Erste Smartwatch der Welt mit Display & Zeigern

Die ZeTime wird als weltweit erste Smartwatch bezeichnet, die echte Zeiger und ein berührungsempfindliches Display gleichzeitig besitzt. Damit ist das Problem des ständigen Aufladens von Smartwatches gelöst, denn die Uhr verlangt bei sparsamer Benutzung nur alle 30 Tage nach der Steckdose. Die Zeitanzeige per Zeiger ist wesentlich sparsamer als über das Display – und vor allem immer sichtbar.

Ein weiteres wirklich schlagendes Argument ist der Preis: Die Uhr ist derzeit noch für 149 Dollar inklusive Versand zu bekommen und dürfte damit nicht nur eine der innovativsten, sondern auch billigsten smarten Uhren auf dem Markt sein. Ich jedenfalls finde das Konzept hochspannend und denke jetzt darüber nach, mir eine ZeTime zuzulegen. Und das, obwohl ich alles andere als ein Smartwatch-Fan bin.

Genialer Zeigertrick, um den Bildschirm nicht zu überdecken

Damit die Zeiger nicht wichtige Bereiche des Displays überdecken, bewegt der Prozessor diese in möglichst wenig störende Positionen, wenn das Display verwendet wird – ein genialer Trick, finde ich. Das kann entweder die waagerechte Stellung sein – Uhrzeit beispielsweise 3:15 Uhr – oder auch eine senkrechte Position wie 6:00 Uhr ist denkbar. Ist die Displaynutzung beendet, dann kehren die Zeiger automatisch wieder zur richtigen Uhrzeit zurück. Das passiert übrigens auch vollautomatisch, wenn der Träger der ZeTime in eine andere Zeitzone wechselt. Dann stellt sich die Uhr automatisch auf diese Zeitzone um. Die Zeit zu Hause lässt sich über Zifferblätter kontrollieren.

Als besonderer Clou ist in die ZeTime auch ein optischer Herzfrequenz-Sensor eingebaut, der in Zusammenarbeit mir der entsprechenden Uhren-App in der Lage ist, den Puls aufzuzeichnen und auszuwerten. Um durch die Menüs und die vorinstallierten Apps zu navigieren reicht es aus, an der digitalen Krone zu drehen. Um etwa eine Option auszuwählen, reicht dann ein Druck auf diese Krone. Die Hersteller sichern zu, dass die Navigation selbstlernend sein soll.

Überraschung: Kein Android Wear auf der Uhr

Auf der Uhr, und das ist überraschend, wegen der Funktionen aber auch verständlich, läuft kein Android Wear, sondern eine eigene Oberfläche und ein eigenes Betriebssystem. Darin sind alle wichtigen Funktionen eingebaut, die Smartwatches so brauchen. Aber man ist natürlich auf die Hersteller aus der Schweiz angewiesen, wenn es um Updates oder neue Funktionen oder weitere Zifferblätter geht.

An Funktionen haben die Macher einige in die Uhr eingebaut, die ziemlich picke-packe voll ist: Die Smartwatch zeigt Anrufer und Termine an und vor allem die Benachrichtigungen aus den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, LinkedIn, Gmail, Skype, Uber, Viber – und einige mehr. An Biodaten ist neben dem Herzfrequenz-Sensor auch die Aufzeichnung der täglichen Schritte möglich und damit auch der verbrauchten Kalorien. Damit der Besitzer der Uhr für den nächsten Termin richtig angezogen ist, werden Kalenderdaten und der tägliche lokale Wetterbericht miteinander kombiniert. Zusätzlich ist es möglich, auch die Musik-App des Smartphones per Uhr zu steuern, die ZeTime als Bild-Auslöser zu nutzen und das Smartphone klingeln zu lassen, um es wiederzufinden.

ZeTime ist wasserdicht bis 30 Meter Tiefe

Die sonstigen technischen Daten der Uhr lesen sich nicht spektakulär, aber solide: Das Gehäuse ist aus rostfreiem Stahl, das Glas ist Gorilla-Glas, die Zeiger sind aus Chrom, der Akku fasst 200 mAh und das Display hat eine Auflösung von 240 x 240 Pixeln. Die Uhr ist bis zu einer Tiefe von 30 Metern wasserdicht – was ein klasse Wert ist. Sie verfügt über die üblichen Sensoren, hat einen Vibrationsmotor und kann per Ladeschale oder über USB mit Strom versorgt werden. Ein Ladevorgang dauert dabei nur 30 Minuten. Die App zur Uhr benötigt mindestens Android 4.3 oder iOS 8.0, was beides ja mittlerweile kein Betriebssystem-Hexenwerk mehr darstellt.

Ebenfalls positiv an der ZeTime fällt auf, dass die Armbänder sehr leicht zu wechseln sind. Die Hersteller sagen, dass sie es so leicht wie möglich machen wollten, das Armband zu tauschen, damit es zum aktuellen Outfit passt. Und man muss nicht mal eines der Armbänder der Schweizer Uhrmacher kaufen. Es lässt sich jedes 22-Millimeter-Band verwenden, das auf dem Markt verfügbar ist.

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