Kolumne

TURN ON Talk: Das Leid mit den Spoiler-Trailern

Jens ist kein Fan von übermäßig langen Trailern.
Jens ist kein Fan von übermäßig langen Trailern. (©TURN ON 2016)

Es gab mal eine Zeit, in der man sich problemlos von einem Film überraschen lassen konnte. Mittlerweile hat die Kino-Industrie eine unsäglich Unart etabliert: Spoiler-Trailer.

Ich habe es letztes Jahr geschafft, KEINEN Trailer vom neuen "Star Wars"-Film zu sehen. Auch 99 Prozent aller Gespräche, Fotomontagen und Diskussionen konnte ich trotz starker Social Media-Nutzung entgehen. Warum ich das mache? Ich möchte mich einfach nicht spoilern lassen. Gerade ein Epos wie "Star Wars" lebt von seinem Zusammenspiel von Atmosphäre, Geschichte und Musik. Doch wer bei Trailern genau hinsieht, sieht kleine Details, erkennt Strukturen und "typische Entwicklungen". Dabei möchte ich keine Zusammenfassung des gesamten Werkes sehen, sondern verspielt auf die Vorteile dieser Geschichte hingewiesen werden.

Mehr Teaser, weniger Trailer

Das beste Beispiel für einen perfekten Trailer sind die aktuellen "Trailer Teaser". Es gibt Teaser für Trailer? Warum? Wieso muss ein Trailer 2:30 Minuten gehen? Ich habe mir letztes Jahr Trailer zu Filmen angesehen, die mir eher das Gefühl einer Zusammenfassung vermitteln, anstatt mich neugierig zu machen. Jüngstes Beispiel ist der "Batman vs. Superman"-Trailer. Ich hätte nicht gedacht, dass man einen so netten Hype SO schlecht umsetzen kann. Schade drum!

Nach dem Trailer von "Batman vs. Superman", "Mockingjay Teil 2" und dem letzten "Terminator" kann ich fast komplett vorhersehen, wie die Filme enden, welche Entwicklungen die Charaktere durchgehen und welche Twists es gibt. Zumindest befürchte ich das. Ich kann nur hoffen, dass man in der Branche von dieser Abart in Zukunft absieht und sich wieder auf das Wesentliche konzentriert: 30 Sekunden Trailer, die mich SO neugierig auf einen Film machen, dass ich ihn unbedingt sehen muss. Mehr Teasern, weniger spoilern!

Im Nachhinein haben die "Star Wars"-Trailer zum Glück gar nicht so viel gezeigt. Stattdessen habe ich mich im Kino immer gefreut, wenn ich sagen konnte "Ah, DA ist die Szene aus dem Teaser!" Laut Die Filmfabrik haben Regisseure nicht mehr die Handlungsgewalt über die Produktion des Trailers. Das ist wichtig zu wissen – denn die Vision der Geschichte sollte immer perfekt eingefangen werden. Die Vision hat meiner Meinung nach vor allem der Regisseur, oder?

Falsche Vorstellungen

Dieses Problem könnte auch der neue "Star Trek Beyond"-Trailer haben. 1:34 Minuten, in der man überwiegend Action sieht. Der Trailer vermittelt mir ein schnelles und zerstörerisches Epos, Simon Pegg kommentierte dagegen, dass der Trailer einen völlig anderen Film vermittelt.

Meine Bitte an die Produktionsfirmen lautet daher: Sprecht euch mit Regisseur und Darstellern ab. Nehmt euch die Trailerphase von "Star Wars" als Paradebeispiel (im Nachhinein haben die nämlich sehr, sehr wenig gespoilert) und macht endlich wieder Appetit auf mehr, anstatt Film satt.

Alex und Jens sind nicht nur auf YouTube für TURN ON aktiv und testen dort die neuesten Produkte. Die beiden kommentieren hier wöchentlich auch schriftlich aktuelle Entwicklungen, Produkte oder Trends aus der Tech-Welt.

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