Kolumne

TURN ON Talk: Die Zukunft des Akkus wird teuer

Alex meldet sich alle zwei Wochen mit seiner Kolumne zu Wort.
Alex meldet sich alle zwei Wochen mit seiner Kolumne zu Wort. (©TURN ON 2016)

Akkus. Oder auch Akkumulator. Wiederaufladbare Batterien. Das sind die immer gleichen Dinger, die eure billigen bis teuren technischen Geräte unterwegs mit Strom versorgen. Handys, Notebooks, Headsets, Vibratoren ... überall findet ihr sie. Manche funktionieren erstaunlich gut, wie beispielsweise aktuell beim Huawei Mate 8, andere müssen jedoch häufiger an die Steckdose, als ich nach einem Eimer Kaffee auf die Toilette. Und da gibt es so einige Flaggschiffe.

Da bei Akkus der Strom aus chemischen Zutaten entsteht, wurde bereits im Jahre 1803 (!) mit der Idee herumexperimentiert. Johann Wilhelm Ritter entwickelte aus Korken, Glas und Kochsalz den ersten Prototypen eines Akkus. Doch erst 100 Jahre später, etwa zu Beginn des Automobilzeitalters, waren Akkus bereit für den Serieneinsatz. Nicht, weil man damals schon schicke Elektroautos fahren konnte, sondern, um die damaligen Motoren und Beleuchtungsanlagen einschalten zu können. Doch die Akkus waren klobig, funktionierten nur kurz und waren anfällig für spontane Selbstentzündungen. Ja, Chemie eben.

Zeitsprung, noch einmal 100 Jahre später. Mittlerweile hat sich so einiges getan. Akkus sind inzwischen sicher, verhältnismäßig klein und effizient, zumindest die gängigen Lithium-Ionen-Akkus. Dafür sind sie allerdings teuer. Das merkt man spätestens dann, wenn man für irgendetwas einen neuen Akku braucht, der nicht nach einer Woche in Rauch aufgeht. Nur, dass sie ewig oder wenigstens ein paar Tage halten, ist noch lange keine Selbstverständlichkeit.

Akkus werden in Zukunft wohl immer teurer werden...

Zwar werden Akkus in manchen Geräten durch Massenproduktion grundsätzlich billiger, doch wird die Rohstoffbeschaffung in Zukunft immer teurer und somit wohl auch die Akkus selbst. Denn: Alte Akkus werden von vielen nur schlampig und ineffizient recycelt und in wenigen Jahren ist die Hälfte der weltweiten Lithiumreserven aufgebraucht. Funfact: Wer bisher von seinem Benzinauto auf Elektro umsteigen und der Umwelt etwas Gutes tun will, beutet die Erde ebenso gnadenlos aus, verpestet sie aber vielleicht nicht ganz so schlimm.

Oh! Und dann wäre da noch die Größe und die Steifheit. Neue Handys, Notebooks und weiß der Geier müssen immer dünner und kleiner werden. Sollen aber trotzdem alles können. Wie soll man also einen vernünftigen Stromspeicher in ein 1 Millimeter dünnes Gehäuse quetschen und winden, wenn solche Dinger aus Kohlenstoff, Lithium, Kobalt und Gel bestehen? Richtig, gar nicht, denn chemische Bestandteile dehnen sich beim Laden innerhalb des Akkus aus. Weniger Platz für Akkus bedeutet weniger Leistung – bei vermutlich steigenden Preisen: Tolle Aussichten!

Aber damit uns wenigstens nicht ständig unterwegs der Saft ausgeht, gibt es jetzt auch noch die mobilen Akkus! Ja, super! Ein wiederaufladbarer Akku, um den wiederaufladbaren Akku wieder
aufladen zu können.

...könnten aber auch doppelt so lange durchhalten

Immerhin, der Ausblick in die Zukunft ist vielversprechend. Fast schon wöchentlich kommen neue Meldungen von Forscherteams aus der ganzen Welt, dass sie zwar keine neuen Akkus erfunden, aber dies, das oder jenes neu entwickelt hätten, um noch mehr aus den Lithium-Ionen-Akkus herausholen zu können. Hoffnungsvollste Nachricht ist wohl, dass zukünftig Akkus bei gleicher Größe doppelt so lange halten und flexibel sein sollen. So könnte man Akkus beispielsweise um etwas herumwickeln, um Platz zu sparen. Und noch dünnere Geräte machen zu können. Doch bis wir unsere iPhones, Galaxys und Co. eine Woche lang ohne Steckdose nutzen können, müssen wir noch eine ganze Weile warten ... oder das alte Nokia aus der Schublade fummeln und einschalten. Hat wahrscheinlich immer noch 3 Balken...

Alex und Jens sind nicht nur auf YouTube für TURN ON aktiv und testen dort die neuesten Produkte. Die beiden kommentieren hier wöchentlich auch schriftlich aktuelle Entwicklungen, Produkte oder Trends aus der Tech-Welt.

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