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Ultra HD Blu-ray kommt im Sommer: Was können die Discs?

Die ersten 4K Blu-rays sollen ab Sommer verfügbar sein.
Die ersten 4K Blu-rays sollen ab Sommer verfügbar sein. (©Picture Alliance/ David Ebener 2015)

Die Ultra HD Blu-ray nimmt langsam Form an. Nach der Vorstellung der finalen Spezifikationen wird mit einer Markteinführung schon im Sommer gerechnet. Die ultra-hochauflösende Disc verspricht Filme in völlig neuer Qualität – wird allerdings auch einige Schwächen haben.

Seit Monaten wurde an dem Standard gewerkelt, nun scheint er endlich zu stehen: Am Dienstag hat die Blu-ray Disc Association (BDA) die finalen Spezifikationen für die Ultra HD Blu-ray veröffentlicht. Einem Marktstart der Disc im Sommer steht somit nun nichts mehr im Wege. Doch was genau wird der neue Datenträger für Filme in 4K-Auflösung bieten?

Festgelegt wurde in den Spezifikationen die maximale Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln, die dem aktuellen Industriestandard für 4K-TVs entspricht. Doch nicht nur die Auflösung soll sich erhöhen, sondern auch die Kontrastdarstellung des Bildes. So unterstützt die 4K Blu-ray ebenfalls den erweiterten Dynamikumfang High Dynamic Range (HDR). Mit dieser Technologie ist es möglich, in einem Film wesentlich mehr Helligkeitsabstufungen darzustellen als bislang. Insbesondere in dunklen Szenen sind so deutlich mehr Details erkennbar. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass ein Film auch mit einer Kamera aufgenommen wurde, die derartige Kontrastunterschiede einfangen kann.

Höhere Framerate und mehr Speicherplatz

Ebenfalls ein Teil der Spezifikationen ist die höhere Framerate, die bereits in einigen Kinofilmen der vergangenen Jahre zum Einsatz kommt. Damit werden die Discs in die Lage versetzt, deutlich mehr Bilder pro Sekunde darzustellen. Der Bildlauf wirkt somit wesentlich flüssiger. Bei der klassischen Filmtechnik werden lediglich 24 Bilder pro Sekunde dargestellt. Bereits 2012 setzte allerdings der Regisseur Peter Jackson bei seinem Film "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" auf eine Frequenz von 48 Bildern pro Sekunde und generierte damit einen völlig neuen Look für Kinofilme. An neuen Tonformaten unterstützt die Ultra HD Blu-ray beispielsweise Dolby Atmos oder DTS:X.

Um Material in der höheren Auflösung und den erweiterten Kontrast überhaupt fassen zu können, müssen die Discs natürlich auch beim Speicher deutlich zulegen. So sollen 4K-Blu-rays zwischen 66 und 100 GB an Daten fassen können. Zum Vergleich: Aktuelle Discs speichern nur zwischen 25 und 50 GB. Zusätzlich dürfte mit HEVC/H.265 ein neues Kompressionsverfahren zum Einsatz kommen, das etwa doppelt so effektiv arbeitet wie das bisher verwendete MPEG4/H.264.

Die Schwächen der 4K Blu-ray

Doch die neue Ultra-HD-Disc hat auch ihre Nachteile. So werden bisherige Blu-ray-Player nicht in der Lage sein, die 4K-Blu-ray abzuspielen. Film-Fans, die auch im Heimkino ultra-hochauflösende Bilder genießen wollen, müssen sich somit zwangsläufig einen neuen Player zulegen. Panasonic hat bereits angekündigt, die ersten Geräte im Laufe des Jahres auf den Markt bringen zu wollen. Spätestens bis zum Weihnachtsgeschäft dürften andere Hersteller hier nachziehen. Einen weiteren Dämpfer erhalten mit der 4K Blu-ray übrigens Fans von 3D-Filmen, denn die neuen Spezifikationen sehen zunächst einmal keine 3D-Unterstützung vor. Das 3D-Format dürfte somit bis auf Weiteres den normalen Blu-rays mit der Maximalauflösung von 1080p vorbehalten bleiben.

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